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Brandenburg Sperrstunde in Berlin beginnt am Freitagabend um Mitternacht
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Sperrstunde in Berlin beginnt am Freitagabend um Mitternacht

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09:05 09.10.2020
Kneipen und andere gastronomische Einrichtungen dürfen in Berlin nur noch bis 23 Uhr öffnen. Das gilt bis auf wenige Ausnahmen auch für den Einzelhandel. Quelle: Britta Pedersen/dpa
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Berlin

Nachtschwärmer und Kneipengänger müssen sich am Freitag in Berlin auf die neue Sperrstunde einstellen. Der Senat hatte am vergangenen Dienstag vor dem Hintergrund der gestiegenen Infektionszahlen beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte künftig zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen sein müssen. Tankstellen dürfen in dem Zeitraum zwar offen bleiben, aber nachts keinen Alkohol verkaufen.

Die neue Regelung, die bei der Eindämmung der Corona-Pandemie helfen soll, gilt nach Senatsangaben ab Samstag, 0 Uhr. Das bedeutet, dass Gastwirte am Freitag um Mitternacht schließen müssen – bis zum Samstagmorgen um 6 Uhr. Ab Samstagabend gilt die Sperrstunde dann entsprechend bereits ab 23 Uhr.

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Sperrstunde als Kulturrevolution

Die Berliner Gastronomie hatte die neuen Regeln, die vor allem auf illegale Partys mit viel Alkohol und ohne Abstand abzielen, scharf kritisiert. Eine Sperrstunde war in der Hauptstadt bisher unbekannt, nur in wenigen Städten weltweit ging es ähnlich freizügig zu. Daher ist die neue Regelung nicht nur ein harter Einschnitt, sondern eine Art Kulturrevolution.

Schon seit geraumer Zeit steigen die Corona-Zahlen in Berlin. Die Behörden führen das nicht zuletzt auf illegale Partys etwa in Parks zurück, aber auch auf private Feiern drinnen. Am Donnerstag nun überschritt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage erstmals den wichtigen Warnwert 50. Sie stieg auf 52,8, wie aus dem Corona- Lagebericht der Gesundheitsverwaltung hervorgeht.

Berlin gilt als Risikogebiet

Berlin gilt nun nach den Kriterien des Robert Koch-Instituts als Risikogebiet. Folge sind zunächst Reisebeschränkungen für Berliner in anderen Bundesländern. In mehreren Berliner Bezirken liegt die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz schon einige Tage teils weit über 50. Am Donnerstag meldete das Gesundheitsamt für Neukölln 114,3, was bundesweit ein Spitzenwert ist. Es folgen Mitte (78,3), Tempelhof-Schöneberg (72,4) und Friedrichshain-Kreuzberg (68,9).

Laut Lagebericht kamen am Donnerstag in Berlin 498 neue bestätigte Corona-Fälle hinzu. Das ist der stärkste Anstieg seit Beginn der Pandemie. Insgesamt erkrankten damit bislang nachgewiesen 17.112 Menschen in der Hauptstadt an Covid-19. 13.965 gelten als genesen – 178 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg um einen auf 233.

Müller: Weitere Einschränkungen möglich

„Diese Entwicklung bereitet mir große Sorge“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). „Sie zeigt, wie wichtig es ist, dass wir im Senat weitere Einschränkungen diese Woche beschlossen haben.“ Müller appellierte an die Menschen, keine wilden Partys mehr draußen wie drinnen zu feiern, sich an Abstandsregeln zu halten und soziale Kontakte einzuschränken. „Wir sind in einer Situation, wo wir erneut aufeinander achten müssen.“

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Der starke Anstieg der Infektionen mit gleich mehreren Rekordwerten am Donnerstag könnte neue Beschränkungen in der Hauptstadt zur Folge haben. „Es ist nicht auszuschließen, dass wir uns vor diesem Hintergrund noch auf weitere Schritte verständigen müssen“, sagte Müller. „Einen Lockdown, wie wir ihn schon hatten, wollen wir unbedingt vermeiden“, fügte er hinzu.

Ab Samstag, 0 Uhr, tritt nicht nur die Sperrstunde in Kraft, sondern auch neue Kontaktbeschränkungen, die an die Restriktionen in der Anfangszeit der Pandemie erinnern. Bei privaten Zusammenkünften in geschlossenen Räumen dürfen maximal noch zehn statt bisher 25 Teilnehmer zusammenkommen. Im Freien liegt die Obergrenze seit 3. Oktober bei 50. Allerdings dürfen sich ab Samstag im öffentlichen Raum im Freien von 23 Uhr bis 6 Uhr nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Haushalten versammeln.

Von MAZonline/dpa