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Brandenburg Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen zu Anschlag auf Jüterboger Jugendtreff ein
Brandenburg Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen zu Anschlag auf Jüterboger Jugendtreff ein
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15:44 15.01.2020
Ein Polizist in der Jüterboger „Turmstube“ nach dem Anschlag. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Der Brandanschlag auf die kirchliche Begegnungsstätte „Turmstube“ in Jüterbog (Teltow-Fläming) im November 2015 wird vermutlich nicht aufgeklärt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat das Ermittlungsverfahren gegen zehn Tatverdächtige aus der rechten Szene eingestellt, wie die Sprecherin der Strafverfolgungsbehörde, Dorina Dubra, bestätigte. Zuerst hatte der rbb darüber berichtet. „Ein Tatnachweis war nicht möglich“, sagte die Sprecherin.

Sprengkörper zerstörte Treffpunkt

Unbekannte hatten nach einer fremdenfeindlichen Demonstration in dem Ort nachts Sprengkörper in den Jugendtreff geworfen, der auch von Flüchtlingen genutzt wurde. Das Mobiliar wurde verwüstet, ein Teil der Decke brach herunter. Verletzt wurde niemand. Die Tat ereignete sich auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise und löste landesweit Bestürzung aus. Der Verdacht eines rechtsgerichteten Anschlags lag nahe.

Eine solche Annahme äußerte auch der damalige Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), der den Tatort kurze Zeit nach dem Anschlag besuchte. Auch der damalige evangelische Landesbischof Markus Dröge besichtigte den Tatort.

Unter den Tatverdächtigen war der für den Brandanschlag auf eine Turnhalle in Nauen (Havelland) im Sommer 2015 verurteilte NPD-Kommunalpolitiker Maik Schneider (32). Der hatte die flüchtlingsfeindliche Demonstration (“Abendspaziergang“) angemeldet. Zum Zeitpunkt des Jüterboger Anschlags auf den Jugendtreff wusste noch niemand von Schneiders Nauener Tatbeteiligung. Schneider wurde wenige Wochen nach der Explosion in der Jüterboger Turmstube verhaftet – wegen des Nauen-Anschlags. Das Urteil gegen Schneider wegen des Nauener Falls ist noch nicht rechtskräftig.

Überschneidungen zum Nauener Brandanschlag

Gegen einen zweiten Beteiligten des Nauener Turnhallen-Anschlags ermittelte die Staatsanwaltschaft im Jüterboger Fall: Gegen Christopher L. (30), der im Nauen-Prozess mit einer niedrigen Freiheitsstrafe auf Bewährung davongekommen war, nachdem er Schneider belastet hatte.

Als zweiter Hauptverdächtiger von Jüterbog galt allerdings Eric J. (27), ein Freund von Schneider und Sympathisant der extremen Rechten. Sein Fall machte Schlagzeilen, weil die Staatsanwaltschaft bei einer Hausdurchsuchung Akten des Bundesumweltministeriums in der Wohnung von Eric J. fand. Wie sich herausstellte, arbeitete die Freundin und heutige Frau des Extremisten als Vorzimmerkraft in dem Ministerium – und wurde aufgrund von Sicherheitsbedenken entlassen, nachdem die heikle Verbindung bekannt geworden war. Gegen den Rausschmiss hat die Sekretärin vorm Arbeitsgericht in Berlin geklagt. Eine Verhandlung steht im März an.

Lesen Sie auch: So müssen die Nauen-Brandstifter um Maik Schneider finanziell büßen

Von Ulrich Wangemann

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