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Brandenburg ArcelorMittal führt Kurzarbeit in Eisenhüttenstadt ein
Brandenburg ArcelorMittal führt Kurzarbeit in Eisenhüttenstadt ein
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00:20 01.06.2019
Blick über das Werksgelände von Arcelor Mittal in Eisenhüttenstadt (Luftaufnahme mit einer Drohne) Quelle: Patrick Pleul/dpa
Eisenhüttenstadt

Der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal schraubt seine Produktionskapazitäten weiter zurück. Es seien weitere Schritte notwendig, um die europäischen Stahlproduktionsmengen auf die weiter schwache Nachfrage anzupassen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Davon betroffen sind auch die beiden deutschen Werke in Eisenhüttenstadt und Bremen. Das Geschäft in Europa sei nach wie vor von einer trägen Nachfrage und hohen Stahl-Importen auf den Kontinent belastet. Wie viele der fünf Schichten eingespart werden, und ab wann die Kurzarbeit beginnt, steht noch nicht fest. Dazu liefen Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat, hieß es.

Bei den Zahlen zum ersten Quartal musste ArcelorMittal schon einen Rückgang des operativen Gewinns um mehr als ein Drittel wegstecken. Überkapazitäten und niedrigere Verkaufspreise sowie steigende Rohstoffkosten belasteten die Ergebnisse, hieß es Anfang Mai. Damals hatte ArcelorMittal bereits erste Produktionskürzungen angekündigt. Der Konzern hat weltweit etwa 210.000 Beschäftigte, davon 2700 in Eisenhüttenstadt.

Bürgermeister Frank Balzer (SPD) sagt über die Bedeutung des größten Arbeitgebers in der Region: „Wenn EKO einen Schnupfen hat, bekommt Eisenhüttenstadt eine Lungenentzündung.“ EKO ist das immer noch gebräuchliche Kürzel aus DDR-Zeiten (für Eisenhüttenkombinat Ost).

Eisenhüttenstadt wurde in den frühen 1950er-Jahren gebaut – neben dem EKO entstand eine Wohnstadt für die Werktätigen, zwischen 1953 und 1961 „Stalinstadt“ genannt. Der erste Hochofen ging im Herbst 1951 in Betrieb, fünf weitere folgten bis 1955. Mit bis zu 16.000 Beschäftigten war EKO der größte Metall produzierende Betrieb in der DDR. Die Propaganda des SED-Regimes verklärte Eisenhüttenstadt als „erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden“.

Von MAZonline/tk

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