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Brandenburg Sternschnuppen-Regen und Supervollmond
Brandenburg Sternschnuppen-Regen und Supervollmond
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15:03 04.08.2014
Quelle: Uwe Schierhorn (mit Stellarium 0.12.0)

Der August ist der für astronomische Beobachtungen der interessanteste Sommermonat. Insbesondere dadurch, dass die Tageslänge wieder deutlich kürzer wird: Während im Juli die Tageslänge um 65 Minuten abnahm, wird die Sonne Ende August 110 Minuten weniger über dem Horizont sein als zu Beginn des Monats. Die noch lauen Sommernächte laden somit zur Beobachtung des Sternhimmels ein.

Der August ist allgemein als der Sternschnuppen-Monat bekannt. In der Nacht zum 13. August kreuzt die Erde bei ihrem jährlichen Umlauf um die Sonne eine kosmische Dreckwolke, welche der Komet 109P/Swift-Tuttle bei seinem 130 Jahre dauerndem Sonnenumlauf hinterlässt. Treten Teile dieser Wolke, Staub und Gesteinsreste, in die Erdatmosphäre ein, so wird die Luft durch Reibung so stark erhitzt, dass sie auf Grund von Ionisation zu leuchten beginnt. Diese Leuchterscheinung nennt man Meteor bzw. Sternschnuppe. Es sind also keine Lichter verglühender Meteoroiden. Dieser Sternschnuppenstrom erhielt seinen Namen Perseiden vom Sternbild Perseus. Von dem Sternbild gehen scheinbar alle diese Leuchterscheinungen aus. Man findet dieses Sternbild leicht am nordöstlichen Himmel unter dem hellen Sternbild Kassiopeia, welches auch als "Himmels-W" bekannt ist.

Der Komet Swift-Tuttle ist benannt nach den Amerikanern Lewis A. Swift (1820 – 1913) und Horace Parnell Tuttle (1837 – 1923), die den Kometen am 16. bzw. 19. Juli 1862 entdeckten. Swift-Tuttle umläuft die Sonne auf einer stark elliptischen Bahn einmal in ca. 133 Jahren. Das letzte Mal kam er der Erde im Jahr 1992 sehr nahe und wurde nach Voraussage im September durch den Japaner Kiuchi wiederentdeckt.

Interessant ist die mythologische Deutung dieser Sternschnuppenhäufung. Am bekanntesten ist die Sage der Laurentiustränen. Sie beruht auf der im Jahre 258 vom römischen Kaiser Valerian veranlassten grausamen Hinrichtung des Heiligen Laurentius. Noch vor Beginn des Mittelalters entstand ihm zu Ehren ein Fest, welches an seinem Namens- und Todestag, dem 10. August, gefeiert wurde. Da man genau in dieser Zeit stets viele Sternschnuppen beobachtete, entstand der Volksglaube, dass diese Sternschnuppen, die Tränen des Märtyrers seien. Die Stadtkirche in Berlin-Köpenick trägt übrigens den Namen St. Laurentius.

Der August beschert uns den größten Vollmond des Jahres. Bei Vollmond im  August („Getreidemond“) am 10. August befindet sich der 20.00 Uhr in Erdnähe, d.h. auf seiner elliptischen Umlaufbahn ist er im sogenannten Perigäum, dem Punkt, wo er nur 356.896 km vom Erdmittelpunkt entfernt ist. Seine maximale Entfernung beträgt dagegen 406.000 km. Der sogenannte Supermond ist etwa 14 Prozent größer und auch heller als ein normaler Vollmond. Außer stärkeren Gezeiten ist aber keine weitere Auswirkung auf die Erde zu befürchten.

Da die Sonne in der Nacht relativ flach unter dem Nordhorizont verbringt, ist der Vollmond, der ja der Sonne nahezu gegenüber steht, relativ flach über dem Südhorizont zu finden. Beim Durchqueren des Südmeridians gegen 1.00 Uhr erreicht er gerade eine maximale Höhe von 26° über dem Horizont. Diese geringe Höhe lässt den ohnehin schon großen Vollmond auf Grund einer optischen Täuschung noch größer erscheinen.

Am 18. August ereignet sich am Morgenhimmel eine „Planetenverschmelzung“: Venus und Jupiter kommen sich mit 0,2° extrem nah, so dass man sie nur mit einem Feldstecher in zwei Objekte auflösen kann.

Bei den Sternbildern ist das leicht auffindbare Sommerdreieck, das durch die Hauptsterne der drei Sternbilder Schwan (Deneb), Leier (Wega) und Adler (Atair) gebildet wird im August dominierend. Zur Monatsmitte steht es mit Einbruch der Dunkelheit gegen 22.30 Uhr fast senkrecht über uns.

Das Sternbild Schwan gleicht einem riesigen Kreuz, dessen Achse die Richtung der Milchstraße weist. Jetzt ist es möglich, eine tolle Innenansicht unseres Sternsystems zu beobachten. Die Milchstraße oder auch Galaxis zieht sich von Norden ausgehend entlang der Sternbilder Perseus, Kassiopeia, Schwan, Adler bis zu Schütze und Skorpion am Südhorizont (und natürlich darüber hinaus) und ist als schwache Aufhellung des Sternenhimmels erkennbar. Ein Blick mit einem Fernglas in diese Aufhellung entlarvt diese Wolken sofort als riesige Sternenansammlungen. Astronomen gehen davon aus, dass unsere Sonne einer von über 11 Millarden Sternen dieser Galaxie ist.

Östlich des Schwans zeigt sich bereits Pegasus, der als Herbststernbild die bevorstehende Jahreszeit ankündigt. Im Nordosten befinden sich das ganzjährig sichtbare Himmels-W der Kassiopeia und der momentan erst knapp über dem Horizont stehende Perseus. Westlich der Leier finden wir zuerst das große Sternbild des Herkules, aber auch die Nördliche Krone und der Bärenhüter (Bootes) mit seinem hellen Stern Arktur.

Von Uwe Schierhorn
Fachlehrer für Astronomie, Mathematik und Physik am Friedrich-Schiller-Gymnasium Königs Wusterhausen, Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen:
- Daten aus www.calsky.com
- Die Abbildungen wurden durch den Autor erstellt u.a. unter Nutzung der Software Stellarium 0.12.0 erstellt.

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