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Brandenburg Neues Programm: Stipendien für 23 künftige Landlehrer in Brandenburg
Brandenburg

Stipendien-Programm für 23 zukünftige Lehrer in Brandenburg

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17:22 04.10.2021
Eine Lehrerin einer Grundschule schreibt in englischer Sprache an die Tafel.
Eine Lehrerin einer Grundschule schreibt in englischer Sprache an die Tafel. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Potsdam

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat in Potsdam die ersten Stipendien für künftige Landlehrerinnen und Landlehrer vergeben. 22 der 23 Stipendiaten nahmen ihre Urkunden am Montag in der Staatskanzlei persönlich entgegen, wie das Ministerium mitteilte. Sie erhalten ab dem 1. Oktober ein Stipendium in Höhe von 600 Euro monatlich. Dazu gehören auch spezielle Fortbildungen, Schulmessen und ein Mentoren-Programm.

Dafür mussten sich die Empfänger verpflichten, an einer von 53 ausgewählten Schulen ein Praktikum, ihr Praxissemester und den Vorbereitungsdienst zu absolvieren. Außerdem müssen sie dort nach dem Abschluss mindestens so viele Schulhalbjahre als Lehrkräfte arbeiten, wie zuvor das Stipendium gewährt wurde. Laut Ministerium sind in der ersten Runde 15 Schulen in neun Landkreisen beteiligt.

Einmaliges Stipendium für Lehrer und Lehrerinnen in Deutschland

„Das Brandenburg-Stipendium in der jetzigen Form ist einmalig in ganz Deutschland“, sagte Ernst. „Durch den frühen Kontakt zur jeweiligen Schule – dem Kollegium, der Schüler- und Elternschaft - und zum Ort soll eine Bindung aufgebaut werden, die langfristig trägt und von der am Ende viele Beteiligte profitieren, insbesondere unsere Schülerinnen und Schüler.“

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In der ersten Runde hätten sich 47 Lehramtsstudenten auf 25 ausgeschriebene Stipendien beworben, von denen 23 mit den Studienrichtungen Primarstufe, Sekundarstufe 1 und Sonderpädagogik ausgewählt worden seien, hieß es vonseiten des Ministeriums. Die Stipendiaten kämen größtenteils von der Universität Potsdam, aber auch aus Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Das Programm soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden, um mehr Lehrkräfte für Schulen mit einem besonderen Bedarf zu gewinnen.

Linksfraktion kritisiert: Programm sei nicht ausreichend

Die Linksfraktion im Landtag kritisierte das Programm als nicht ausreichend. „25 Studierende erst ab dem Masterabschluss zu unterstützen, ist zu kurz gedacht“, sagte ihre bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg. „Auch den Lehrkräftemangel im Ländlichen werden wir damit nicht heilen.“ Vielmehr müssten langfristig mehr unbefristete Stellen für Lehrer geschaffen werden. Zudem gelte es, mehr Schulsozialarbeiter einzustellen und die Arbeit der Schulkrankenschwestern zu sichern.

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„So können wir Lehrerinnen und Lehrer in die Regionen holen, wo sie händeringend gebraucht werden“, erklärte dagegen der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann. „Wer in der Region erst einmal Fuß gefasst hat und die dortigen Vorteile kennenlernt, bleibt im besten Fall langfristig in der Region.“

Von RND/dpa