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Brandenburg Streiken im Advent: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Brandenburg Streiken im Advent: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
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22:45 05.12.2013
Im November wurde in Stuttgart gestreikt. Quelle: dpa
Potsdam

„Ein Durchbruch ist für uns noch nicht absehbar“, sagte am Donnerstag Erika Ritter, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Verdi in der Region. Der seit Monaten andauernde Tarifkonflikt ist an einigen Punkten festgefahren. Besonders wichtig ist aus Verdi-Sicht die Ost-West-Angleichung bei den Sonderzahlungen. „Da hat sich die Gegenseite noch überhaupt nicht bewegt“, klagte Ritter. Die letzte Verhandlungsrunde am vergangenen Montag war ohne Ergebnis geblieben.

Der Abschluss in Baden-Württemberg wird von beiden Seiten zwar als Orientierung gesehen. Einfach so übernommen wird die Lohnerhöhung um 5,1 Prozent aber nicht. „Die Situation im Handel ist von Region zu Region sehr verschieden“, erklärt Busch-Petersen. Es müssten daher jeweils eigene Lösungen gefunden werden. Auch die Gewerkschaft macht sich wenig Hoffnungen, einen Abschluss in gleicher Höhe wie im Südwesten zu erreichen. „In Baden-Württemberg ist die Kampfkraft am größten, da haben wir alles rausgequetscht, was drin war“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Ritter.

Verdi ist mit der Forderung nach pauschal ein Euro höheren Stundenlöhnen für die knapp 200 000 Beschäftigten in der Region in die Verhandlungen gegangen. Für die unteren Lohngruppen würde das eine Erhöhung um rund zehn Prozent bedeuten. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg lehnt das als überzogen ab. Die Unternehmen sehen die Branche durch den boomenden Internethandel unter Druck, der mit deutlich geringeren Löhnen operieren kann. Trotz Streik bei Amazon werde sich daran wohl nichts ändern, so Busch-Petersen. Im Einzelhandel beteiligten sich gestern rund 600 Beschäftigte an Streikaktionen in Berlin, auch aus Brandenburg. In den kommenden Tagen soll mit weiteren Streiks Druck gemacht werden, sagte Ritter.

Die Einzelhändler in der Region befürchten allerdings keine ernsthafte Beeinträchtigung des Weihnachtsgeschäfts. „Wir nehmen die Streiks als Signal ernst, aber den Geschäftsgang haben sie bisher in keinem Fall beeinträchtigt“, sagte gestern Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Aus Sicht von Busch-Petersen ist die Streikbereitschaft in der Region schon dadurch abgeflaut, dass in vielen Betrieben schon seit Oktober die Löhne freiwillig und einseitig um 2,5 Prozent erhöht worden seien. „Die Kiste war so verfahren, dass wir Bewegung in die Sache bringen mussten“, sagte der Verbandschef.

So gehen in der Region in der kommenden Woche zunächst die Sondierungsgespräche weiter, begleitet von weiteren Arbeitsniederlegungen. Eine Woche vor Weihnachten ist dann eine neue Verhandlungsrunde anberaumt. Weiter umstritten ist etwa die Frage der Regalauffüller. Solche Tätigkeiten sind in den vergangenen Jahren mehr und mehr über Werkverträge fremdvergeben worden, weil aus Sicht der Unternehmen die niedrigsten Tarife im Einzelhandel zu hoch waren. Mit einer neuen unteren Lohngruppe von 8,50 Euro ließe sich die Fremdvergabe stoppen. „Das wäre eine schlagartige Verbesserung für alle Seiten“, meinte Busch-Petersen. Einen Tarif auf Niveau des angepeilten gesetzlichen Mindestlohns lehnt wiederum Verdi ab. „So viel würden die Leute schließlich demnächst auch mit Werkvertrag bekommen“, sagte Ritter.

Von Ulrich Nettelstroth

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