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Brandenburg Ausgewanderte zieht es wieder in die Mark
Brandenburg Ausgewanderte zieht es wieder in die Mark
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00:17 15.12.2013
Zurück in der Heimat: Stephanie Auras und Marco Lehmann.
Zurück in der Heimat: Stephanie Auras und Marco Lehmann. Quelle: privat
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Potsdam

Pulsierende Metropole oder märkische Provinz? New York oder Brandenburg? Stephanie Auras hatte die Wahl. Die Betriebswirtin für Touristik, die einst aus Finsterwalde (Elbe-Elster) zum Studium nach Hessen gegangen war, hatte ein Stellenangebot aus dem Big Apple. Ein Lebenstraum für viele. Ihr Freund aber wollte lieber zurück in die gemeinsame Heimat. Sie ging mit. „Im Nachhinein die richtige Entscheidung“, sagt die 31-Jährige heute.

So wie Auras zieht es einen immer größeren Teil der nach Westdeutschland Abgewanderten zurück in die Mark, das zeigt eine Studie des Leipziger Leibniz-Instituts für Länderkunde, die am Freitag veröffentlicht wird. Demnach ist die Rückkehrrate im Zeitraum 2006 bis 2010 verglichen mit dem Zeitraum 2001 bis 2005 in fast allen Kreisen und kreisfreien Städten gestiegen. Spitze ist Oberhavel, wo zuletzt im Schnitt 10,8 Prozent der Ausgewanderten wiederkamen, zuvor waren es 5,8 Prozent gewesen. Es folgen Ostprig nitz-Ruppin mit 9,7 Prozent gegenüber 3,1 Prozent und Oberspreewald-Lausitz mit 9,6 Prozent gegenüber 3,8 Prozent. Das ostdeutsche Mittel lag zuletzt bei 8,5 Prozent.

„Wir haben einen Anstieg der Rückkehrraten in fast allen ostdeutschen Bundesländern festgestellt“, sagt Robert Nadler vom Leipziger Institut. Sinkende Raten hatten in Brandenburg nur Märkisch-Oderland und Frankfurt (Oder), wobei die Oderstadt mit 3,6Prozent das Schlusslicht aller ostdeutschen Kreise bildet.

Wie überall profitierten auch in Brandenburg vor allem ländliche Regionen von dem Trend. Nadler vermutet dahinter folgendes Muster: Die Befragten, die der Heimat einst vor allem aus beruflichen Gründen den Rücken kehrten, nehmen jetzt auch Karriere-Einbußen in Kauf, weil sie in der Ferne gemerkt haben, wie sehr ihnen das soziale Umfeld fehlt. So war es auch bei Stephanie Auras und ihrem Freund Marco Lehmann. „Er wollte, dass seine Kinder bei Opa und Oma aufwachsen.“ Die Jobsuche sei zwar schwierig gewesen, aber schließlich hätten beide gute Stellen gefunden.

Im Potsdamer Arbeitsministerium wertet man den Rückkehrtrend denn auch als Resultat einer verbesserten Arbeitsmarktsituation, so Sprecher Florian Engels. „Viele sehen, dass es in der Heimat vorwärts geht.“ Das vor einem Jahr ins Leben gerufene Fachkräfteportal, mit dem das Land Rückkehrer locken will, verzeichne gute Zugriffszahlen. Um anderen die Rückkehr zu erleichtern, hat auch Stephanie Auras eine Initiative gegründet: Comeback Elbe-Elster. „Die Nachfrage ist sehr groß“, sagt sie. Allerdings vermisse sie finanzielle Unterstützung durch das Land. Dieses profitiere ja von den Rückkehrern.

Von Angelika Pentsi

Alle Initiativen für Rückkehrer unter fachkraefteportal-brandenburg.de.

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