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Brandenburg Tesla-Fabrik in Brandenburg könnte 6500 Jobs schaffen
Brandenburg Tesla-Fabrik in Brandenburg könnte 6500 Jobs schaffen
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12:27 13.11.2019
Die Tesla-Fabrik soll am Rande Berlins entstehen. Quelle: Quelle: imago images/Xinhua/Dirk Sattler/Montage RND
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Potsdam

Brandenburg steht vor einer Milliardeninvestition. Der US-Elektroautobauer Tesla will in Brandenburg eine Fabrik für die Herstellung von Autobatterien bauen. Das kündigte Unternehmenschef Elon Musk am Dienstagabend bei der Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ von „Auto Bild“ und „Bild am Sonntag“ in Berlin an. Auf Nachfrage sagte er zunächst nur, das Werk solle in der Nähe des geplanten Hauptstadtflughafens BER entstehen. Mehr Details verriet er zunächst nicht.

Im Gespräch waren bislang eher andere Bundesländer - unter anderem das Saarland und Niedersachsen. Berlin und Brandenburg waren nicht auf dem Radar. Die Landesregierung bestätigte aber, dass die geplante Ansiedlung tatsächlich in Brandenburg erfolgen soll. „Tesla kommt mit einer Großinvestition nach Brandenburg. Das ist eine hervorragende Nachricht für unser Land“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Wir haben uns dafür seit längerem und mit guten Argumenten eingesetzt.“

Grünheide als Standort im Gespräch

Als Standort für die sogenannte Gigafactory 4 hat Musk eine Gewerbefläche in Grünheide (Oder-Spree) im Blick, wie der Tagesspiegel berichtete. Das Gelände war bereits einmal im Rennen für die Ansiedlung eines BMW-Werkes im Gespräch.

Die Dimensionen des Projekts, das hinter den Kulissen unter anderem vom Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) vorangetrieben worden war, sind nicht nur für Brandenburger Verhältnisse gigantisch: Die Rede ist von mehr als 6500 Arbeitsplätzen. Das entspricht auch den Dimensionen der Gigafactory 1, die derzeit in den USA entsteht. Dort sollen in der letzten Ausbaustufe 6500 Jobs entstehen.

Eine Tesla-Fabrik – hier in China – könnte Tausende Jobs in Brandenburg schaffen. Quelle: www.imago-images.de

Musk kam überraschend nach Berlin

„Ich bin glücklich, dass sich Elon Musk für unseren Standort Brandenburg entschieden hat“, sagte Woidke. Die „Gigafabrik“ werde Brandenburg als innovativen und internationalen Standort einen weiteren Schub geben „und sehr vielen Menschen gute Arbeit geben“, sagte er. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erkennt in der Entscheidung einen „weiteren Beweis für die Attraktivität des Autostandortes Deutschland“, wie es in einer Mitteilung des Ministeriums heißt.

Musk war überraschend zu der Verleihung des Preises gekommen. Der Autobauer hatte schon seit längerem in Deutschland nach einem Standort für eine Produktionsstätte gesucht. Nachdem er die Suche nach einem Standort angekündigt hatte, hatte sich auch in der Lausitz ein Bündnis formiert und um eine Ansiedlung geworben. Dass sich Musk tatsächlich für Brandenburg entscheiden würde, hatte aber keiner auf der Rechnung.

Musk zeigte am Dienstag auch seine Kenntnisse über langwierige Bauprojekte in der Hauptstadt: „Wir werden definitiv ein höheres Tempo vorlegen müssen als der Flughafen“, sagte Musk und spielte damit auf die Endlos-Baustelle BER an.

Tesla sucht bereits Mitarbeiter

Die Fabrik in Deutschland soll nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen. Musk twitterte in der Nacht zum Mittwoch, das Model Y solle das erste Fahrzeug aus dem Werk sein. Der Kompakt-SUV auf Basis des jetzigen Tesla-Hoffnungsträgers Model 3 könne nach Einschätzung von Experten zum meistverkauften Fahrzeug der Firma werden. Mit dem Model 3, das in Deutschland aktuell ab einem Preis von gut 44.000 Euro zu haben ist, will Tesla sich einen breiteren Markt erschließen.

Auf einer Karriereseite sucht das US-Unternehmen bereits Mitarbeiter für eine Fabrik in Deutschland. Ein Standort wird dort allerdings noch nicht genannt.

Die erste Gigafactory, die bisher nur Batterien produziert, baute Tesla in der Wüste im US-Bundesstaat Nevada. Erst vor kurzem wurde in kurzer Zeit eine Fabrik in China fertiggebaut, ebenfalls für die Produktion des Model 3. In Europa montierte Tesla bisher in den Niederlanden einige Fahrzeuge der teureren Modellreihen S und X. Musk stellte aber wiederholt klar, dass er die Zukunft der Firma vor allem in Model 3 und Model Y sieht.

Die Firma ist ein Vorreiter bei der Elektromobilität, kämpfte aber angesichts teurer und verzögerter Produktions-Anläufe bei neuen Modellen immer wieder mit massiven Geldproblemen.

Auch für Berlin hat Tesla-Chef Musk offenbar Pläne. Dort plant er Medienberichten zufolge ein Design- und Entwicklungszentrum.

Von Torsten Gellner

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