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Brandenburg Corona-Fälle in Brandenburg nehmen zu - Schulen vorsorglich geschlossen
Brandenburg Corona-Fälle in Brandenburg nehmen zu - Schulen vorsorglich geschlossen
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08:12 09.03.2020
Im Institut für Hygiene und Angewandte Immunologie der Medizinischen Universität Wien werden Laboruntersuchungen zur Abklärung des Coronavirus vorgenommen. (Symbolbild) Quelle: Hans Punz/APA/dpa
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Potsdam

In Brandenburg haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums vier weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Demnach handelt es sich um einen Mann aus dem Landkreis Teltow-Fläming, der sich mutmaßlich im Ski-Urlaub in Südtirol angesteckt hat. Er befinde sich nach Anordnung des zuständigen Gesundheitsamtes in häuslicher Isolation, wie das Ministerium am Sonntag weiter mitteilte.

Ein weiterer Fall wurde aus dem Havelland gemeldet. Dort handelt es sich um einen 77-jährigen Mann, der in Österreich im Urlaub war. Er sei gemeinsam mit seiner Ehefrau ebenfalls häuslich isoliert. Die jeweiligen Gesundheitsämter ermitteln nun die Kontaktpersonen der Erkrankten. Weitere Einzelheiten teilte das Ministerium zunächst nicht mit.

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Bei zwei weiteren Menschen aus Brandenburg wurde auch das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Damit gibt es im Land derzeit sechs offiziell bestätigte Coronavirus-Infektionen, wobei eine der infizierten Personen in Berlin-Reinickendorf lebt und nur aufgrund ihres Hauptwohnsitzes im Havelland als Brandenburger Fall gezählt wird.

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Auch zwei Reitinternate geschlossen

Unterdessen sind in Neustadt (Dosse) vorsorglich Schuleinrichtungen geschlossen worden, weil Lehrer Kontakt zu einer auf das Coronavirus positiv getesteten Berlinerin hatten. Das teilte das Gesundheitsamt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin am Sonntag mit. Demnach handelt es sich um die Prinz-von-Homburg-Schule mit angeschlossener Grundschule sowie der Förderschule. Auch ein Hort ist betroffen. Die Schulen werden von insgesamt 730 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region besucht.

Anfang März hatten demnach drei Mitarbeiter des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts in einer Beratung in einem Neustädter Internat Kontakt zu einer auf das Virus positiv getesteten Teilnehmerin aus Berlin. An dieser Beratung hatten unter anderem auch einige Lehrer der Schule und eine Mitarbeiterin des Amtes Neustadt teilgenommen. Auch zwei Reitinternate sollen bis einschließlich 17. März 2020 geschlossen bleiben. Die Gesamtschule bietet Reiten als Unterrichtsfach an.

Häusliche Isolation

Insgesamt 19 Personen hätten längeren Kontakt mit der infizierten Berlinerin gehabt, sagte Amtsärztin Dagmar Sissolak am Sonntag. Bei ihnen sei die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung gegeben. All diese Personen seien bereits auf das Coronavirus getestet worden. Dafür habe das Klinikum in Kyritz Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Die Testergebnisse werden für diesen Montag erwartet.

Alle Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule sowie die Lehrer und weitere Mitarbeiter sowie ihre Familien haben sich auf Anweisung des Gesundheitsamtes in häusliche Isolation begeben. Sie sollen den Kontakt zur Außenwelt meiden, bis die Inkubationszeit vorbei sei.

Servicenummer eingerichtet

Bei einer bereits eingerichteten Hotline des Landkreises (+49 3391 688 5376) wird die Zahl der Mitarbeiter noch einmal verstärkt, wie ein Sprecher des Landkreises ankündigte. Dort könne jeder anrufen, der Fragen zum Umgang mit Maßnahmen zum Gesundheitsschutz habe.

Bereits am Samstag wurde eine Potsdamer Reisegruppe von Schülern und Lehrern nach ihrer Ankunft von einer Reise aus Südtirol im Gesundheitsamt auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) getestet. Die Gruppe aus 69 Jugendlichen, 22 Begleitpersonen und zwei Busfahrern wurde im Klinikum Ernst von Bergmann von vier Teams des Gesundheitsamtes betreut. „Wir haben innerhalb von zweieinhalb Stunden 93 Abstriche nehmen können, wir haben alle Ankommenden untersucht“, berichtete Amtsärztin Kristina Böhm. Niemand habe stationär aufgenommen werden müssen. Trotz Übermüdung gehe es allen gut.

Keine Fieber-Symptome

Die Tests sind laut Böhm bereits nach Berlin an das Referenzlabor der Charité geschickt worden. Ergebnisse sollten spätestens am Mittwoch vorliegen.

Die Schülergruppe war am vergangenen Wochenende zu der Reise aufgebrochen. Nach Angaben des Gesundheitsamts hatten einige Schüler in ihrer Unterkunft in Südtirol Symptome eines Infekts gezeigt. Bei manchen Jugendlichen seien sie schon vor der Abreise aufgetreten. „Es gibt Infektionssymptome, diese entsprechen allerdings nicht den Kriterien, die laut Robert Koch-Institut zu erfüllen sind“, erklärte Böhm nach der Untersuchung. Keine der Personen habe Fieber gehabt, man sei nach der klinischen Bewertung momentan entspannt.

Angehörige hatten sich im Klinikum bei den Ärzten über die aktuelle Lage informiert und Fragen zur angeordneten häuslichen Isolation gestellt. Die Kinder würden sich nach Angaben der Amtsärztin so lange in eine angeordnete „häusliche Absonderung“ begeben, bis die Testergebnisse aller 93 Personen feststünden. Erst wenn alle Ergebnisse negativ ausfielen, könne diese Maßnahme aufgehoben werden. Die Schüler sollten zuhause bleiben und keinen nahen Kontakt mit den Eltern haben.

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Von dpa/MAZonline

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