Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Tesla kommt nach Brandenburg: Im Schlepptau Menschen und auch Verkehr
Brandenburg

Tesla in Brandenburg: Im Schlepptau Menschen und auch Verkehr

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:51 24.06.2020
Ab dem zweiten Halbjahr kommenden Jahres sollen in der Fabrik des US-amerikanischen Elektro-Autobauers Tesla in Grünheide bei Berlin rund 12.000 Menschen arbeiten. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Anzeige
Beeskow

Ab dem zweiten Halbjahr kommenden Jahres sollen in der Fabrik des US-amerikanischen Elektro-Autobauers Tesla in Grünheide bei Berlin rund 12.000 Menschen arbeiten. Mit 10.000 Zuzüglern rechnet der Landkreis Oder-Spree in der Region laut einem jetzt vorliegenden Strategiepapier.

Angesichts des im kommenden Jahr vorgesehenen Produktionsstarts müssten dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen jetzt umgesetzt werden, sagte der infrastrukturpolitische Sprecher der Linke-Fraktion im Brandenburger Landtag, Christian Görke, am Mittwoch auf Anfrage.

Anzeige

Investitionen in Infrastruktur sind erforderlich

„Um den drohenden Verkehrskollaps auf der Straße zu verhindern, sollten unverzüglich die Schienen-, Bus- und Fahrradanbindungen in den Fokus genommen werden“, sagte Görke. „Wer nur auf die Straße setzt, wird verlieren.“ Der Landkreis erwarte da nun Entscheidungen.

Erforderlich seien Investitionen in die Sozial-, aber auch in die technische Infrastruktur, sagte Landrat Rolf Lindemann (SPD) auf Anfrage. Mit dem nun vorgelegten 80 Seiten-Strategiepapier wolle man den Bürgermeistern und Amtsdirektoren den Rücken stärken und zeigen, was mit dem Tesla-Milliardenprojekt auf sie zukomme und wer dafür zuständig sei. „Wir wollen alle Fragen zügig angehen. Es gibt kein Zurück, wir wollen die Erwartungen von Tesla erfüllen“, betonte der Landrat.

„Wir wollen Lösungsszenarien entwickeln“

Zuvor hatte die „Märkische Oderzeitung“ über das im Kreistag präsentierte Strategiepapier berichtet, das Arbeitsgrundlage für Gemeinden und für die Zusammenarbeit mit dem Land ist.

Bereits heute sei der Raum um Erkner ein infrastrukturelles Nadelöhr, sagte Lindemann. Je nach Schichtrhythmus bei Tesla werden sich laut dem Strategiepapier 6000 bis 8000 Menschen drei- bis viermal am Tag auf den Weg von der Arbeit wieder nach Hause machen. Dazu kommen Materialanlieferungen, so 24 Zugbewegungen am Tag. Angesicht der zu erwartenden weiteren Verkehrsströme liefen Gespräche mit Tesla, dem Brandenburger Verkehrsministerium und der Bahn.

Tesla plant eine Gigafactory bei Grünheide

„Wir wollen Lösungsszenarien entwickeln und alle Fragen zügig angehen“, sagte der Landrat. Er habe Verständnis dafür, dass derzeit das Genehmigungsverfahren alle Kräfte binde. „Aber jetzt muss man sich verstärkt um diese Dinge kümmern“, sagte Lindemann unter Hinweis auf das Strategiepapier.

Tesla plant, in Grünheide bei Berlin ab dem nächsten Jahr rund 500.000 Elektroautos pro Jahr zu produzieren.

Von RND/dpa

Anzeige