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Brandenburg Viele Brandenburger betroffen: Thomas Cook streicht Reisen bis Jahresende
Brandenburg Viele Brandenburger betroffen: Thomas Cook streicht Reisen bis Jahresende
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18:21 09.10.2019
Streicht alle Reisen bis Jahresende: der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook. Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst
Potsdam

Die Turbulenzen des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook treffen auch in Brandenburg immer mehr Kunden. Das Unternehmen, das jüngst Insolvenz angemeldet hatte, sagte am Mittwoch Reisen bis einschließlich 31. Dezember ab, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind. Bislang galt der Reisestopp bis Ende Oktober.

Damit wissen nun auch in der Mark deutlich mehr Menschen als zuvor Bescheid, dass ihr gebuchter Urlaub so nicht stattfinden wird. „Mit dieser Nachricht haben die Kunden nun endlich Gewissheit“, sagt Frank Habdank von Reisen-Habdank aus Brandenburg. „Denn es war ein Stück weit zu erwarten, dass diese Reisen ausfallen. Auch wenn es bis zuletzt von Thomas Cook hieß, dass man mit Hochdruck an Lösungen arbeite.“

Verbraucherzentrale Brandenburg: „Bei uns stand das Telefon gar nicht still“

Habdank betreibt Reisebüros in Bad Belzig, Brandenburg an der Havel und der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Bei ihm ist etwa jeder zehnte Kunde betroffen. Für seine Mitarbeiter bedeutet die Pleite des Reiseveranstalters erhebliche Mehrarbeit. „Anfangs liefen hier die Telefone heiß“, sagt Habdank. „Und mit der neuen Situation sind nun wieder noch mehr Kunden aktiv betroffen. Da müssen wir zusehen, dass wir das als Reisebüro so gut wie möglich über die Bühne bringen.“

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Auch in der Verbraucherzentrale Brandenburg fragen zahlreiche Kunden um Rat: „Bei uns stand das Telefon gar nicht still, sagt eine Sprecherin. „In den vergangenen Tagen hatte sich die Situation nun gerade wieder etwas beruhigt. So langsam kommen wir wieder hinterher. Aber wenn es nun Neuigkeiten gibt, kann sich das sehr schnell ändern.“

Reisen von verschiedenen Veranstaltermarken betroffen

Thomas Cook teilte unterdessen mit, daran zu arbeiten, ab dem 1. Dezember 2019 wieder operativ tätig zu sein und ab Jahresbeginn 2020 wieder Reisen anbieten zu können. Abgesagt bis Jahresende sind Reisen der Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin sowie über Thomas Cook International gebuchte Trips. Zur Zahl der betroffenen Kunden machte Thomas Cook keine Angaben.

Pauschalurlauber, die bereits gezahlt haben, können dabei nicht mit einer vollen Erstattung ihres Geldes rechnen. Die zuständige Versicherung Zurich Deutschland hatte die Reisen mit der deutschen Thomas Cook mit einer Maximalsumme von 110 Millionen Euro versichert. Es sei davon auszugehen, „dass dies bei weitem nicht reicht“, hatte ein Zurich-Sprecher jüngst gesagt.

Betroffene sollten Ansprüche zügig geltend machen

Laut Robert Bartel, dem Reiserechtsexperten der Verbraucherzentrale in Brandenburg, werden sich in einem solchen Fall noch einige Fragen stellen. „Was dann passiert, kann aktuell noch niemand genau sagen“, sagt Bartel. „Das Wichtigste ist für betroffene Kunden nun, dass sie das, was sie bezahlt haben auch zügig geltend machen.“ Pauschalurlauber müssen sich dabei an die Kaera AG wenden. Der Dienstleister wurde von der Zurich Versicherung mit der Abwicklung der Thomas-Cook-Ansprüche beauftragt. Was Kunden im Einzelfall zu berücksichtigen haben, hat die Verbraucherzentrale im Internet unter verbraucherzentrale-brandenburg.de zusammengestellt.

Unterdessen sind bis auf einige Langzeitreisende fast alle 140.000 Gäste der deutschen Thomas Cook, die zuletzt noch unterwegs waren, nach Angaben des Unternehmens wieder planmäßig zurückgekehrt. Das Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitern war in den Sog der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten. Drei deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften stellten Insolvenzantrag. Derzeit läuft die Suche nach Investoren.

Von Ansgar Nehls

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