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Brandenburg Triebtäter hofft auf mildere Haftstrafe
Brandenburg Triebtäter hofft auf mildere Haftstrafe
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00:18 01.12.2013
Die Statue der Justitia. Quelle: dpa
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Potsdam

In einem von zwölf Missbrauchsfällen sprachen die Bundesrichter den Verurteilten frei – es sei nicht nachgewiesen worden, dass Frank E. sein Opfer gewaltsam zu sexuellen Handlungen gezwungen habe. E. selbst hatte stets beteuert, von den Jungen abgelassen zu haben, wenn sie es denn verlangt hätten.

Erneut verhandelt werden muss laut BGH die Frage, ob Frank E. zum Zeitpunkt der Taten wusste, dass seine Opfer jünger als 14 Jahre – also im Rechtssinne noch Kinder – waren. Bereits im ersten Prozess hatte der 57-Jährige angegeben, sich nur für pubertierende Jungen interessiert zu haben. Ein Argument, das Richter Jörg Tiemann nicht überzeugte. „Mein Eindruck ist, dass Kinder nicht erst mit 14 oder 15 in die Pubertät kommen“, sagte Tiemann.

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In einer Erklärung, die Verteidiger Matthias Schöneburg verlas, räumte Frank E. ein, dass er im Falle eines damals zwölfjährigen Jungen tatsächlich wusste, wie alt dieser zum Zeitpunkt des Missbrauchs war. Das belegen unter anderem E-Mails, die auf dem Computer des Angeklagten gefunden wurden. E. hatte dem Jungen darin zum zwölften Geburtstag gratuliert. Bei den anderen Opfern, so der 57-Jährige, sei es aber erst nach deren 14.Geburtstag zu sexuellen Handlungen gekommen.
Noch am Tag der Urteilsverkündung am 29. November 2012 hatte Richter Tiemann „eine reine Pädophilie“ des Angeklagten ausgeschlossen – E. ist seit 26 Jahren verheiratet, hat zwei Kinder. Um ihm eine pädophile Neigung nachzuweisen, beantragte die Anklage deshalb, einen Zeugen aus der Zeit, als E. noch Judolehrer war, anzuhören. Dieser sei schon Ende der siebziger Jahre vom Angeklagten missbraucht worden. Es kam aber nie zu einer Anzeige.

Sollte das Berufungsurteil des BGH bestätigt werden, könnte das Strafmaß für den Angeklagten wesentlich milder ausfallen. Von der Haftzeit hat Frank E. bereits anderthalb Jahre in Untersuchungshaft verbüßt. Der nächste Verhandlungstag ist für kommenden Dienstag angesetzt.

Von Judith Görs

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