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Brandenburg Truppenübungsplatz Lehnin-Brück wird zur Drehscheibe für Nato-Manöver
Brandenburg Truppenübungsplatz Lehnin-Brück wird zur Drehscheibe für Nato-Manöver
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14:26 26.02.2020
Major Marico Shana Klingler, Kommandantin des Truppenübungsplatz Lehnin-Brück. Quelle: Soeren Stache/dpa
Potsdam

Die Bundeswehr hat Details zur Rolle Brandenburgs im Rahmen der größten Militärübung in Westeuropa seit mehr als 25 Jahren erläutert. Demnach werden an dem Unternehmen „Defender-Europe 2020“, das insgesamt 37.000 Soldaten umfasst, 2400 deutsche Soldaten teilnehmen, davon Kräfte des Logistikbataillons 172 in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) und des Fernmeldebataillons 610 aus Templin (Uckermark). Eine zentrale Rolle als Versorgungsstützpunkt wir der Truppenübungsplatz Brück (Potsdam-Mittelmark) spielen.

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Nach Angaben der Kommandeurin des Übungsplatzes, Marico Klingler, werden die durchreisenden Konvois in Brück aufgetankt, die Besatzungen übernachten dort. Klingler sprach von einer Art „militärischem Tank und Rast“. Dabei wird die Tankstraße von britischen Truppen betrieben – gut 20 Soldaten aus dem Vereinigten Königreich werden diese Aufgabe übernehmen, knapp zehn Amerikaner werden sich um die Versorgung der Konvois kümmern. Diese Truppenteile sind bereits vor Ort. 350 Soldaten werden gleichzeitig in hergerichteten Lagerhallen auf dem Truppenübungsplatz bei Brück übernachten können.

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Zu Beginn der Truppenverlegung sagte Standortkommandantin Klingler: „Innerhalb der nächsten zehn Tage kommt der erste große Konvoi hier durch.“ Bis zu 20 Fahrzeuge würden in einem Konvoi zusammengefasst. „Ich erwarte bis zu 60 Fahrzeuge in drei Einzelkonvois am selben Tag“, sagte Klingler. Die Kommandeurin hat sich nach eigenen Angaben dafür ausgesprochen, dass vor allem die Autobahnanschlussstelle Beelitz für die Anfahrt zum Truppenübungsplatz benutzt wird. Ziel sei es, möglichst wenige Verkehrsbehinderungen und Störungen der Bevölkerung zu verursachen.

Vor allem nachts unterwegs

Die Hauptbetriebszeit soll laut dem Kommandeur des brandenburgischen Landeskommandos der Bundeswehr, Olaf Detlefsen, nachts sein. Die Kolonnen würden mit Flaggen markiert, sagte der Oberst. Autofahrer hätten zu beachten, dass Kolonnen wie ein Fahrzeug zu behandeln seien. „Mein Tipp: Nicht in eine Kolonne drängen, das minimiert Risiken“, sagte Detlefsen. Bei roten Ampeln etwa müssten Konvois nicht halten, wenn ein Teil der Fahrzeuge eine Kreuzung noch nicht passiert habe. Deshalb müssten die Verkehrsteilnehmer besondere Sorgfalt walten lassen.

An der Defender-Übung nehmen Soldaten aus 18 Nationen Teil. Sie findet im Rahmen der Nato statt und ist eine Reaktion auf die veränderte Bedrohungslage vor allem in Osteuropa nach der Annexion der Krim durch Russland und den seit Jahren schwelenden Krieg in der Ostukraine.

US-Army will mit Konzert um Sympathien werben

Zehn Seehäfen sind in die größte Übung der Nato-Staaten seit dem Ende der Blockkonfrontation eingebunden, als einziger deutscher der in Bremerhaven. Dazu werden auch 14 Flughäfen genutzt. Landeskommando-Chef Detlefsen nannte Deutschland eine „Drehscheibe für Truppenverlegungen“ in Europa. Hierzulande soll es bis zu 100 Bahntransporte geben, an 50 Tagen werden Kolonnen auf den Straßen erwartet. Hauptroute in Brandenburg ist die Strecke von Burg bei Magdeburg südlich an Berlin vorbei in Richtung Frankfurt (Oder). Ein Teil der Truppen biegt auch in die Lausitz ab.

Die Bundeswehr will gemeinsam mit der US-Army in der Öffentlichkeit für das Manöver werben. Dazu haben das Standortkommando und das Potsdamer Rathaus zu einem Konzert einer US-Army-Rockband in den Potsdamer Nikolaisaal geladen. Termin ist der 10. März. Interessenten können sich per E-Mail anmelden unter defender-rock@bundeswehr.org. Es gibt etwa 700 Plätze. Im Rahmen der Veranstaltung soll auch über das Manöver informiert werden.

Von Ulrich Wangemann

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