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Brandenburg Turbo-Referendariat: Auf Kosten des Niveaus
Brandenburg Turbo-Referendariat: Auf Kosten des Niveaus
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07:18 25.01.2019
Sinkt das Niveau in den Schulen? Quelle: Bodo Schackow/dpa
Potsdam

Zugegeben: Klagen über die Niveauverflachung im Bildungssystem sind alles andere als originell. Aber leider treffen diese Klagen immer wieder zu. Die Lehrerausbildung in Brandenburg wird massiv beschleunigt – und das wird nur auf Kosten des Niveaus gehen. Statt nach anderthalb Jahren sollen die neuen Pädagogen, die von der Universität Potsdam kommen, nun schon nach einem Jahr ihr Referendariat beenden und ihr zweites Staatsexamen ablegen. Zugleich werden die Prüfungsanforderungen gelockert. Als wolle man möglichst verhindern, dass noch jemand durch die Prüfung rasselt, weil Lehrer doch so händeringend gesucht werden.

Ziel: Schnell vom Hörsaal in die Klasse

Das wird fast zwangsläufig dazu führen, dass nicht besser, sondern tendenziell schlechter ausgebildete Pädagogen unterrichten. Das Turbo-Referendariat gilt zwar vorerst nur für Absolventen der Uni Potsdam, wo es während des Studiums mehr Praxisanteile gibt als in anderen Bundesländern.

Aber die Richtung ist vorgegeben: Möglichst schnell vom Hörsaal vor die Klasse, koste es, was es wolle. Zusammen mit den vielen Seiteneinsteigern, die in Brandenburgs rekrutiert werden, wird die Unterrichtsqualität künftig eher sinken als steigen. Und die klassisch ausgebildeten Lehrer werden alle Hände voll zu tun haben, die Neulinge im Schulalltag zu begleiten.

Von Torsten Gellner

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