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Brandenburg Übersicht über DDR-Heimsystem
Brandenburg Übersicht über DDR-Heimsystem
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10:52 17.10.2013
Jungen und Mädchen aus einem Kinderheim in Ostberlin nutzen den ersten Schnee im November 1965 für einen kleinen Rodelwettbewerb im Friedrichshain. Quelle: dpa
Potsdam

"Das ist noch nicht das Ende der Forschungen, es könnten noch mehr werden", sagte Professor Karsten Laudien von der Evangelischen Hochschule Berlin. Eine erste Übersicht zum damaligen Heimsystem soll am Freitag in Berlin auf einer Fachtagung zu Menschenrechtsverletzungen in DDR-Heimen vorgestellt werden.

Fast eine halbe Million Kinder durchliefen demnach Einrichtungen der sogenannten DDR-Jugendhilfe. Viele litten noch heute an den Folgen des Heim-Unrechts. In allen Häusern habe die SED die Erziehung zum sozialistischen Menschen propagiert, sagte der Theologe. In einer Mitteilung der Hochschule hieß es, systematisch sei psychische und physische Gewalt eingesetzt worden.

Anliegen sei, mit der Übersicht der Heime auch eine Plattform für Opfer zu schaffen. Berichte Betroffener sollen eingestellt, psychologische Beratungsstellen sowie rechtliche Hilfen vermittelt werden. "Wir wollen die Opfer stärken, es geht um mehr als finanzielle Entschädigung", betonte der Professor für theologische Ethik.

Für den Einfluss der DDR-Staatssicherheit gebe es nur einzelne Belege, so Professor Laudien. So habe er ein Dokument in der Stasi-Unterlagen-Behörde gefunden, nach dem ein Sektorenleiter der Jugendhilfe beim Ost-Berliner Magistrat ein Stasi-IM (Inoffizieller Mitarbeiter) war. Dieser sollte weitere IMs in dem Gremium anwerben, das über Heim-Einweisungen entschied.

Damit sollten oppositionelle Eltern unter Druck gesetzt werden, so der Wissenschaftler. "Wie erfolgreich die Stasi war, ist unklar. Die Absicht ist aber dokumentiert. Der Fall bricht Mitte 1989 ab", sagte der 52-Jährige.

Die Tagung mit Experten auch aus Österreich und der Schweiz gehört zu einem Projekt, das vom Bundesinnenministerium gefördert wird und bei der Berliner Hochschule angesiedelt ist. Anliegen ist laut Hochschule, die Aufarbeitung zu vertiefen. Die Bundesregierung hatte 2012 einen ersten Bericht vorgelegt. Ein Fonds wurde eingerichtet, aus dem Therapien und Beratungen bezahlt werden.

dpa

» www.ddr-heimerziehung.de

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