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Brandenburg Neue Umfrage zur Landtags- und Bundestagswahl: Freude bei der SPD, Sorgenfalten bei der CDU
Brandenburg

Umfrage zur Wahl: Brandenburger SPD sieht „realistisches Stimmungsbild“ 

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17:44 02.09.2021
David Kolesnyik (rechts) schätzt die neusten Umfrage-Ergebnisse als realistisch ein.
David Kolesnyik (rechts) schätzt die neusten Umfrage-Ergebnisse als realistisch ein. Quelle: Oliver von Riegen/dpa
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Potsdam

Freude bei der SPD, Sorgenfalten bei der CDU: Die neue Umfrage zur Stimmung im Land gut drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die meisten Parteizentralen überrascht. Mit solchen demoskopischen Ausschlägen hatte man nicht gerechnet.

Für die SPD, die bundes- und landespolitisch in der Wählergunst mit deutlichem Abstand vorn liegt, wertete ihren Aufwind als „realistisches Stimmungsbild“. SPD-Generalsekretär David Kolesnyik sagte der MAZ, das Stimmungsbild auf Landesebene bestätigt den bisherigen Weg „des ruhigen und sachlichen Regierens“. Es zeige sich deutlich, wo die SPD im Land stehe, „wenn der übergeordnete Trend nicht in eine andere Richtung bläst“.

Aus Sicht von CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann sind die Zahlen nach den Entwicklungen im Bund „nicht überraschend“. Dennoch schmerze diese Momentaufnahme natürlich, sagte Hoffmann der MAZ und gibt sich kämpferisch: „Bis zur Wahl sind es noch drei Wochen und bisher haben sich die Zahlen in diesem Wahlkampf für alle Kandidaten unerwartet, schnell und sprunghaft verändert.“ Es sei alles offen.

Im neuen „Brandenburg-Trend“ von Infratest dimap für das rbb-Magazin „Brandenburg aktuell“ und von Antenne Brandenburg würde die SPD bei der Bundestagswahl mit 29 Prozent stärkste Kraft werden. Dahinter kämen AfD (18 Prozent), CDU (15 Prozent), Linke (11 Prozent), FDP und Grüne mit je 9 Prozent und die Freien Wähler mit 4 Prozent. Vor vier Jahren lag die CDU vorn vor AfD und SPD.

SPD legt elf Prozentpunkte zu

Bei der Sonntagsfrage zur Landtagswahl legte die SPD im Vergleich zum Mai elf Prozentpunkte auf 34 Prozent zu, die AfD folgt mit 17 Prozent auf dem zweiten Platz und verliert einen Punkt. Die CDU büßt drei Punkte ein und kommt auf 13 Prozent, die Grünen halbieren ihren Wert auf 8 Prozent. Dahinter kommen die Linke mit 9 Prozent sowie BVB/Freie Wähler und FDP gleichauf mit je 7 Prozent.

Die Grünen nehmen die neuen Zahlen „als Zwischenstand zur Kenntnis“, wie für die Landespartei Anna Emmendörfer erklärte. Sie ist die auf Platz 3 gesetzte Landeslisten-Spitzenkandidatin. Sie kündigte an, dass sich ihre Partei in den verbleibenden dreieinhalb Wochen bis zur Bundestagswahl „mit aller Kraft und mit einer extra Portion Kampfgeist“ in den Wahlkampf stürzen werde. Um die Kanzlerschaft sei es „ein Dreikampf und alles ist drin.“

Die AfD zeigte sich gelassen. Bis zur Bundestagswahl würden die Werte noch ein paar Mal hoch- und heruntergehen, sagte die stellvertretende AfD-Landeschefin Birgit Bessin. „Fest steht nur eines: Unsere AfD ist weiterhin und unbestritten die zweitstärkste Kraft im Land.“ Sie sei sehr zuversichtlich, dass die AfD nach der Wahl am 26. September erneut eine starke Fraktion in den Bundestag schicken werde.

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Von Igor Göldner