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Brandenburg EU will Aufklärung über Brandenburger Folienspargel
Brandenburg EU will Aufklärung über Brandenburger Folienspargel
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00:23 13.08.2018
Unter der Folie wächst der Spargel schneller. Quelle: dpa/Pleul
Potsdam

Die Europäische Union verlangt von Brandenburg Aufklärung darüber, in welchem Umfang und mit welchen Folgen Spargel unter Folie in Vogelschutzgebieten – sogenannte Natura-2000-Gebiete – angebaut wird. „Die EU hat sich an mehrere Länder gewandt und sie um eine Stellungnahme gebeten“, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums und bestätigte einen Bericht der „Lausitzer Rundschau“.

„Wir befinden uns in einem sogenannten Dialogverfahren mit der EU“, sagte er. Brandenburg arbeite gerade an einer Stellungnahme. Dazu sollen auch Gutachten berücksichtigt werden, die von Spargelbauern in Auftrag gegeben wurden. Sie profitieren von den langen Folienbahnen auf den Äckern. Dadurch wächst der Spargel früher und die Spargelsaison wird länger.

Immer mehr Spargelanbau in Schutzgebieten

Etwa ein Fünftel des märkischen Spargels wird in Natura-2000-Gebieten angebaut: 2017 wuchs Spargel in Brandenburg auf rund 4900 Hektar. Davon lagen etwa 1025 Hektar in den EU-Schutzgebieten, wie aus einer Antwort des Agrarministeriums auf eine Anfrage der Grünenfraktion hervorgeht. Die Anbaufläche in den Schutzgebieten ist damit in den vergangenen Jahren stetig größer geworden. Vor zehn Jahren waren es noch 643 Hektar.

Die Grünen wollen den Anbau unter Folie verbieten, sind mit einem entsprechenden Antrag im Landtag aber gescheitert. Sie warnen vor ernsthaften Gefahren für die Vogelwelt. Spargel unter Plastik sei ein Irrweg, sagte der Grünen-Abgeordnete Benjamin Raschke. Brandenburg drohe wegen des Folienspargels in europäischen Schutzgebieten ein Vertragsverletzungsverfahren.

„Zusammenbruch der gesamten Brutvogelwelt“

So kommt ein vom Landesamt für Umwelt in Auftrag gegebenes Gutachten zu dem Schluss, dass in Gebieten mit Anbau unter Folie dramatische Bestandsverluste bei Brutvögeln zu verzeichnen sind, die es auf den folienfreien Vergleichsflächen nicht gibt. Untersucht wurden die Folgen des Folienspargels im Europäischen Vogelschutzgebiet Mittlere Havelniederung. Demnach starben im zehnjährigen Untersuchungszeitraum 21 Brutvogelarten dort aus. Das Gutachten kommt zu einem dramatischen Ergebnis: Von einem „Zusammenbruch der gesamten Brutvogelwelt“ ist die Rede.

Von Torsten Gellner

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