Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Sechs Züge und 450 Lkw am Tag rollen zur Tesla-Fabrik
Brandenburg Sechs Züge und 450 Lkw am Tag rollen zur Tesla-Fabrik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:45 06.01.2020
Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Freienbrink in der Gemeinde Grünheide östlich von Berlin. Für den Bau der geplanten Tesla-Fabrik soll der Wald gerodet werden. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp
Potsdam

Für den geplanten Bau einer riesigen Tesla-Autofabrik bei Grünheide (Oder-Spree) liegt jetzt die Umweltverträglichkeitsprüfung vor. Sie wurde von einem Institut im Auftrag von Tesla erstellt und liegt ab heute an mehreren öffentlichen Stellen in der Region aus.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung ergibt, dass die mit Abstand größten Auswirkungen auf die Umwelt mit der kompletten Rodung des bestehenden Waldes verbunden sind. Betroffen sind 154 Hektar. Damit aber, so der Prüfbericht, sei seit dem Jahr 2001 gerechnet worden, als BMW eine Autofabrik an dem Standort plante. Das betroffene Gebiet ist in weiten Teilen Kiefernwald, gut 19 Hektar des Waldes werden als ökologisch wertvoll eingestuft.

„Keine schädlichen Umwelteinwirkungen“

Die Prognosen für die Ausdünstungen der Fabrik ergeben: Im Hinblick auf Luftschadstoffe seien „keine schädlichen Umwelteinwirkungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft“ zu befürchten. Alle Grenzwerte würden eingehalten.

Der höchste Kamin soll 37,5 Meter messen. Die nächstgelegene Wohnbebauung liegt in einer Entfernung von 790 Metern zu der neuen Autofabrik – betroffen ist der Ortsteil Fangschleuse. In 1110 Metern Entfernung befinden sich eine Kita und eine Schule. „Die umgebenden Waldbestände kaschieren das Industriegebiet“ heißt es in der Bewertung.

2800 Parkplätze auf dem Gelände

Die Schallbelastung liegt laut der Prüfung voraussichtlich zum Teil deutlich unter den zulässigen Grenzwerten – schon allein, weil die Produktion in geschlossenen Hallen stattfindet. An Sonntagen wird wegen des Lkw-Fahrverbots kein Betrieb an den Laderampen herrschen. Die Planer rechnen damit, dass tagsüber vier Güterzüge das Gelände verlassen, nachts zwei.

Lastwagen sollen rund um die Uhr den Standort ansteuern. Pro Tag ist laut den Unterlagen mit 326 Lastwagen zu rechnen, die Material anliefern und mit 137, die fertige Neuwagen abtransportieren.

Zwei Parkplätze sollen entstehen, einer mit knapp 1000, der andere mit gut 1800 Stellplätzen. Bei Tesla rechnet man damit, dass 70 Prozent der Beschäftigten mit dem Auto anreisen. Außerdem werden laut Plan etwa 1400 fertige Teslas pro Tag zu einer Prüfungsstrecke fahren.

Dreischicht-Betrieb ist vorgesehen

Der Betrieb soll an allen Werktagen und sonntags rund um die Uhr in drei Schichten laufen. Jede Schicht soll 2828 Personen umfassen. Die Frühschicht dauert von 6 bis 14 Uhr, die Spätschicht von 14 bis 22 Uhr, die Nachtschicht von 22 bis 6 Uhr.

Wie berichtet, will Tesla jährliche eine halbe Million Fahrzeuge der Typen Modell 3 und Y für den europäischen Markt in Grünheide bauen. Dazu sollen ein Presswerk, eine Gießerei, ein Trakt für den Karosserierohbau, eine Lackiererei sowie Produktionsstrecken für die Fertigung von Sitzen und Batterien entstehen. Die Batterie-Produktion soll so aussehen: Angelieferte Zellen werden in Grünheide zu fertigen Fahrzeugbatterien montiert. Eine weitere wichtige Station auf dem Weg zum fertigen Tesla ist die Getriebefabrikation. Schließlich sollen in einem Arbeitsabschnitt, der „Hochzeit“ genannt wird, Karosserie und Fahrwerk samt Motor und Batterie zusammengesetzt werden.

Strombedarf wie aus 30 Windrädern

Der Energiebedarf der Fabrik wird erheblich sein. Nach den Prognosen werden rund 16.000 Normkubikmeter Erdgas pro Stunde gebraucht. Zum Vergleich: Für ein modernes Einfamilienhaus muss man zwischen 1000 und 1600 Kubikmeter Gas zum Heizen veranschlagen – allerdings pro Jahr. In der Tesla-Fabrik wird das Gas unter anderem für die zentrale Heizung der Gebäude benötigt, für den Schmelzprozess in der Gießerei und die Trockenöfen in der Lackieranlage.

Elektrische Energie braucht die Riesenfabrik auch in erheblichem Umfang. Die Planer gehen von einer benötigten Leistung von 109 Megawatt aus. Um so viel Strom zu liefern, müssten umgerechnet 30 moderne, große Windräder bei stabilem Wind am Netz sein. Zum Vergleich: Ein Block des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde in der Lausitz kann 500 Megawatt Leistung liefern.

Von Ulrich Wangemann

Zwei Wochen nach Weihnachten wollen die meisten Menschen ihre Häuser und Wohnungen gerne wieder baumfrei haben. Die MAZ gibt einen Überblick, wann die Müllentsorger in der Region die ausrangierten Tannen abholen.

07.01.2020

Zum Wochenstart müssen sich die Menschen in Berlin und Brandenburg auf trübes Wetter und viele Wolken einstellen. Am Dienstag zeigt sich die Sonne etwas öfter.

06.01.2020

Auf Brandenburgs Straßen kam es am Wochenende zu zahlreichen Unfällen. Dabei wurden 42 Personen verletzt. Auf der Autobahn 24 bei Pritzwalk starb ein 29-Jähriger.

06.01.2020