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Brandenburg Umziehen oder pendeln: VBB-Tool hilft beim Kostenvergleich
Brandenburg Umziehen oder pendeln: VBB-Tool hilft beim Kostenvergleich
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17:11 10.07.2019
Der Wohn und Mobilitätskostenrechner des VBB Quelle: VBB
Potsdam

Wo lebt es sich günstiger? Nahe am Arbeitsplatz, wenn der in der Stadt liegt, wo die Mieten höher sind? Lohnt der Umzug aufs Land, wo das Wohnen so günstig ist, dass es die höheren Fahrtkosten ausgleicht? Wer über derartige Fragen grübelt, kann sich nun von einem Online-Rechner beraten lassen. WoMoKo heißt das Programm, das steht für Wohn- und Mobilitätskostenrechner.

Das Angebot stammt vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, der es im Auftrag der beiden Landesregierungen erstellt hat. Anderthalb Jahre nach dem Start ist der Dienst nun endlich für ganz Brandenburg verfügbar – und nicht nur für Berlin und das nähere Umland.

Suche nach dem Wunschort

„Wir wollen die Menschen dabei unterstützen, den Wohnort zu finden, der ihren Bedürfnissen am besten entspricht“, sagt die Brandenburger Verkehrsstaatssekretärin Inse Jesse zur Ausweitung des Angebots. „Dazu ist es wichtig zu wissen, welche Wohn- und Fahrkosten entstehen und wie weit die Wege sind.“

Das System vergleicht die monatlichen Kosten, die fürs Wohnen und Pendeln anfallen. Die Nutzer können mehrere Wohnorte angeben und so prüfen, ob sie durch einen Umzug Geld sparen würden – gesetzt den Fall natürlich, dass sie an ihrem Wunschort eine Wohnung finden.

Daten vom ADAC und vom Wohnungsmarkt

Für den Womoko hat der Verkehrsverbund auf mehrere Daten zurückgegriffen. So beruhen die Mobilitätskosten für Nutzer von Bus und Bahn auf den Tarifen des VBB-Gebiets. Die Pendler-Ausgaben für Autofahrer basieren dagegen auf Angaben des ADAC und vom Kraftfahrtbundesamt. Sie berücksichtigen den Anschaffungspreis, die Unterhaltskosten, fällige KfZ-Steuern und den Wertverlust.

Dabei lässt sich der Fahrzeugtyp auswählen, wie viel man sonst monatlich mit dem Wagen zurücklegt und wie hoch der Spritverbrauch ist. Praktisch: Auch die Kilometerpauschale, die man sich über die Steuererklärung zurückholen kann, wird bei den Berechnungen berücksichtigt.

Die Wohnkosten wiederum hat ein Beratungsbüro für den VBB ermittelt. Sie beruhen auf durchschnittlichen Nettokaltmieten und Immobilienkaufpreisen für einzelne Wohngebiete. Dazu gehören auch Durchschnittsangaben für Wohnnebenkosten wie Wasser, Abwasser, Heizen, Strom bis hin zu den regional unterschiedlichen Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren.

Beispielfall: Pendeln als „zweite Miete“

Ein Beispiel: Unser Pendler wohnt derzeit in Oranienburg (Oberhavel) als Bestandsmieter auf 60 Quadratmetern. Laut Wohnkostenrechner muss er monatlich 628 Euro für Miete samt Nebenkosten zahlen. Für die tägliche Pendelei zu seinem Arbeitsort in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) mit dem Auto (Kleinwagen, 5,0 Liter Verbrauch) muss er noch einmal 624 Euro einkalkulieren. Über die Entfernungspauschale gibt es 84 Euro im Monat retour. Macht 1166 Euro fixe Kosten für Wohnen und Pendeln.

Würde sich nun ein Umzug nach Neuruppin oder in das näher am Arbeitsort gelegene Fehrbellin lohnen? Laut Wohn- und Mobilitätskostenrechner schon, aber erst auf längere Sicht: Unser Beispiel-Pendler mit dem Auto würde bis zu 240 Euro im Monat sparen, vor allem wegen der geringeren Fahrtkosten. Aber ein derartiger Umzug muss ja auch erst finanziert werden.

Deutlich günstiger ohne Auto

Günstiger wäre es für den Pendler in jedem Fall, wenn er auf sein Auto verzichten würde. Die monatlichen Fixkosten würden sich im besten Szenario sogar auf 629 Euro halbieren, wenn er eine VBB-Umweltkarte hätte.

Aber auch Zeit ist Geld. Und hier offenbart der WoMoKo seine Tücken. Während die Fahrtdauer für die Öffentlichen auf der Fahrplanauskunft des VBB beruht und damit sehr genau ist, basieren die Zeiten für Autofahrer auf groben Schätzungen. Sie sind nicht adressenscharf, sondern vergleichen nur Entfernungen zwischen sogenannten Verkehrszellen, grob gesagt also zwischen Gemeinden, egal wie groß diese sind.

Erhebliche Verzerrungen

Das führt zu erheblichen Verzerrungen. Die ermittelten Fahrzeiten für Autofahrer liegen im Beispielfall deutlich über den tatsächlichen Zeiten. So soll die Autofahrt von Oranienburg nach Neuruppin mehr als 70 Minuten dauern – ein stolzer Wert. Google Maps kommt für diese Distanz unter Berücksichtigung des Feierabend-Verkehrs auf nur knapp 50 Minuten.

Und die gerade mal zwölf Kilometer kurze Strecke von Fehrbellin nach Neuruppin wird mit 34 Minuten Dauer angegeben. Laut dem Routenplaner von Google ist die Strecke in 15 Minuten zu schaffen.

Fazit: Gutes Angebot mit Tücken

Fazit: Wer sich mit der Frage beschäftigt, ob ein Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder ein Umzug lohnt, kann sich mit dem WoMoKo viel Rechenarbeit sparen. Bis zu drei Wohnortszenarien lassen sich damit direkt vergleichen. Und die Ergebnisse können bequem als PDF-Dokument abgespeichert werden. Autofahrer sollten jedoch bei der Ermittlung der tatsächlichen Pendeldauer besser eine zweite Quelle zu Rate ziehen.

Von Torsten Gellner

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