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Brandenburg Gewitter: Aufräumarbeiten halten Potsdam in Atem
Brandenburg Gewitter: Aufräumarbeiten halten Potsdam in Atem
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10:54 12.06.2019
Überschwemmung bei Unwetter in der Brandenburger Vorstadt. Quelle: Jörg Hafemeister
Potsdam

Der Deutsche Wetterdienst gab für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch eine Unwetterwarnung für das Land Brandenburg und speziell auch für Potsdam heraus –und das zurecht, wie sich zwischen 22 und 1.30 Uhr zeigte. Es traten Gewitter mit Starkregen auf. Die Niederschlagsmenge lag zwischen 30 und 50 Liter pro Quadratmeter.

In der Nacht zu Mittwoch krachte es über Potsdam. Eine Gewitterfront mit Starkregen zog über die Landeshauptstadt und überflutete Straßen und Keller. Die Folgen sind auch am Morgen noch sichtbar.

Es kam zu Überschwemmungen von Straßenzügen. Das Wasser drang in Keller ein. Und der Nahverkehr war gestört: Der Straßenbahnverkehr in Potsdam wurde vorzeitig eingestellt. Das teilte der Verkehrsbetrieb in Potsdam via Twitter mit und empfahl, Busse zu nutzen.

Außerdem kam es zu Hagel und Sturmböen bis 100 km/h, so der Wetterdienst. Passanten sollten aufpassen, weil Äste herabfallen konnten. Auch zu Blitzeinschlägen kam es, wie auf der Internetseite www.lighteningmaps.org kurz nach Mitternacht gut zu erkennen war. Über West-Brandenburg zog geradezu eine Blitzer-Wolke hinweg.

Die Seite www.lighteningmaps.org zeigt die Blitzeinschläge in der Region Potsdam kurz nach Mitternacht am 12.6.19 Quelle: Screenshot: Alexander Engels

Mutmaßlich die Folge eines Blitzeinschlages war ein Brand im Stadtteil Bornim. Dort mussten Berufs- und Freiwillige Feuerwehr gegen 1.15 Uhr ausrücken, weil ein Dachstuhl in Flammen stand.

Die Feuerwehr der Landeshauptstadt war an mehr als 100 Stellen im Einsatz. Vor allem Überflutungen sorgen für Gefahr. Die Leitstelle bat zwischendurch dringend, keine unnötigen Anrufe unter der 112 zu tätigen, sondern nur echte Notfälle zu melden. Und sie gab eine wichtige Warnung: „Vermeiden Sie unnötige Autofahrten. In vielen Straßen im Stadtgebiet wurden Gully- und Kanaldeckel hochgedrückt.“ Am frühen Mittwochmorgen waren laut Potsdamer Feuerwehr von 170 Einsatzstellen 80 abgearbeitet.

Wie heftig der Regen die Straßen flutete, zeigen auch Videos auf Facebook. An der Kreuzung von Zeppelinstraße und Auf dem Kiewitt in der Brandenburger Vorstadt stand das Wasser fast kniehoch. Der sonst trockene Stadtkanal war nach kurzer Zeit komplett gefüllt.

Darüber hinaus war offenbar in einigen Stadtteilen der Fernsehempfang gestört oder ausgefallen. Meldungen kamen aus Drewitz, Am Stern, Waldstadt II, Zentrum Ost und Eiche. Offensichtlich hat das Gewitter Schäden angerichtet. Störungsmeldungen wurden von mehreren Fernsehanbietern herausgegeben: Kabel Deutschland (Vodafone Kabel), Unitiymedia, Telekom, Pyur, Amazon und Netflix.

Und auch der Hauptbahnhof in Potsdam ist nicht ganz wasserdicht. Das zeigt ein Video auf Twitter.

Pendler, die mit dem Auto fahren, müssen sich in Berlin auf Einschränkungen einstellen. Nach den Unwettern in der Nacht zu Mittwoch kommt es im Berufsverkehr aufgrund von Überflutungen zu Einschränkungen, wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin mitteilt.

So kann es auf der A 100 in Berlin in mehreren Richtungen wegen Überflutungen zu Verzögerungen kommen. Die A115 ist nach Aufräumarbeiten wieder befahrbar.

Außerdem sind im Stadtgebiet mehrere Ampeln ausgefallen.

Das Unwetter hat auch Auswirkungen auf den Neuen Garten und den Park Babelsberg. Diese Grünanlagen bleiben heute geschlossen.

 

Von Alexander Engels

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