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Brandenburg Urpferde oder Fledermäuse finden Schutzraum in Sielmanns Landschaften
Brandenburg Urpferde oder Fledermäuse finden Schutzraum in Sielmanns Landschaften
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11:42 21.04.2019
Wisente ziehen in der Döberitzer Heide durch Sielmanns Naturlandschaften. Urpferde oder seltene Gräser und Flechten: in Sielmanns Naturlandschaften in Brandenburg gibt es ein Refugium für Tiere und Pflanzen. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Potsdam

Heinz, hier werden wir tätig“: Mit diesem Satz soll der Tierfilmer Heinz Sielmann (1917-2006) von seiner Frau Inge (1930-2019) aufgefordert worden sein, auch in Brandenburg mit seiner Stiftung aktiv zu werden. Die erste von „Sielmanns Naturlandschaften“ entstand dann in Wanninchen bei Luckau (Dahme-Spreewald): damals noch ein Braunkohletagebau.

Ein Viertel Jahrhundert

Die Heinz Sielmann Stiftung begeht in diesem Jahr den 25. Jahrestag ihrer Gründung. Seit 20 Jahren ist sie auch in Brandenburg vertreten. Sielmann war ein Naturfilmer, der durch seine Fernseh-Sendereihe „Expedition ins Tierreich“ Zuschauer in West und Ost in den Bann zog.

Przewalskipferde stehen im Schaugehege der Sielmann Stiftung in Dallgow Döberitz (Brandenburg). Quelle: Bernd Settnik/dpa

In Wanninchen hatte die Naturlandschaft anfangs 722 Hektar. Damit bleibt sie nicht nur die bis heute größte übernommene Fläche, wie eine Biologin der Stiftung, Nora Künkler, sagte. Zudem habe es noch extreme Belastungen durch den Tagebau gegeben.

Immer mehr Fläche

Bis heute ist die Naturlandschaft Wanninchen auf rund 3200 Hektar Land angewachsen, die die Stiftung unter Schutz gestellt hat. Es gibt dort Areale, die an Wüsten erinnern, aber auch Moore oder Feuchtwiesen. Kraniche und Wildgänse rasten. Seltene Pflanzen und Insekten sind zu finden. „Die Natur eroberte sich ihren Raum zurück“, sagte Künkler. Im vergangenen Jahr wurde im Sielmanns Erlebniszentrum Wanninchen der 100 000 Besucher begrüßt.

Ein Beobachtungshügel in der "Wilden Heide". Quelle: Ralf Hirschberger/dpa

Mittlerweile gibt es in Brandenburg nach den Angaben gut 13 000 Hektar Sielmann-Naturschutzflächen, vor allem auf ehemaligen Truppenübungsplätzen und in Tagebaulandschaften. Fünf Standorte sind entstanden. „Die Besucher kommen, um einmalige Natur zu genießen“, sagte Künkler. Tausende Tier- und Pflanzenarten seien heimisch, viele davon stünden auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Der besondere Charakter der Landschaften fasziniere die Besucher.

Tiere in der Döberitzer Heide

In der Naturlandschaft Döberitzer Heide leben beispielsweise Przewalski-Pferde – Urpferde – und Wisente, in einer etwa 1800 Hektar großen Kernzone fast ohne menschliche Betreuung. Bislang wurden hier allein 5500 Tier- und Pflanzenarten erfasst. 2016 wurde das Projekt „Wilde Heide“ in der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. 25 Wildpferde und 90 Wisente leben dort heute.

In der Tangershofer Heide in Norden Brandenburgs an der Müritzer Seenplatte ist ausreichend Lebensraum für Schreiadler, Wanderfalke oder Biber. Das Gebiet Groß Schauener See (Dahme-Spreewald) ist die Heimat des Fischadlers.

Im einstigen „Bombodrom“, einem Truppenübungsplatz in Ostrprignitz-Ruppin, entwickelt sich die Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide. Für Naturinteressierte werden nach und nach Wege von Munition geräumt, damit das Gelände erkundet werden kann.

Finanzierung der Projekte

Die Projekte in den Naturlandschaften werden nach Angaben der Stiftung über Spenden oder über Mittel für Landschaftspflegemaßnahmen von Land, Bund und EU finanziert. In den kommenden Jahren stehe das ökologische Monitoring im Mittelpunkt, sagte Künkler. „Wir wollen bewerten, welchen Erfolg unsere Schutzanstrengungen haben.“

Von RND/dpa/lin

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