Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Mehr Regionalzüge für Brandenburg und Berlin ab 2022
Brandenburg Mehr Regionalzüge für Brandenburg und Berlin ab 2022
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 25.01.2019
Ab 2022 soll es mehr Plätze in den Regionalzügen geben. Quelle: dpa
Potsdam

Entspannung für Pendler in Sicht: Ab Dezember 2022 sollen im Regionalverkehr deutlich größere und bessere ausgestattete Züge unterwegs sein. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) präsentierte gestern das Ergebnis der umfangreichen Neuausschreibung des sogenannten Elbe-Spree-Netzes, das sich über die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erstreckt und 28 jährlich gefahrene Zugkilometer umfasst.

Auf den Verbindungen will der VBB in Zukunft auf dichtere Taktung und längere Züge setzen, sagte VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel. Zwischen 2022 und 2034 soll so 30 Prozent mehr Schienenverkehr auf die Gleise kommen.

RE 1 geht an die Odeg

Die Züge werden wie bisher weiter von der Bahntochter DB Regio und der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) betrieben. Allerdings wird das Netz völlig neu aufgeteilt – mit Punktgewinnen für die Odeg, die künftig einen größeren Beförderungsauftrag hat.

Die zentrale Entscheidung: Der wichtigste Pendlerzug RE1 (MagdeburgBrandenburg/HavelBerlinFrankfurtCottbus) wird von der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) übernommen. Die Deutsche Bahn (DB Regio) verliert die Strecke und erhält im Gegenzug den Zuschlag für den RE1 von Nauen nach Cottbus. Damit bestätigte der VBB einen Bericht der MAZ.

Odeg will neue Mitarbeiter einstellen

DB-Regio-Manager Joachim Trettin zeigte sich trotz des Verlusts der bisherigen Bahn-Linie RE 1 froh über den Ausgang des Wettbewerbs. „Allen 700 Mitarbeitern, die heute in diesem Netz arbeiten, können wir einen sicheren Job bis 2034 anbieten“, sagte er. Langfristig könne die DB Regio das Leistungsvolumen sogar leicht ausbauen.

Für die Odeg bedeutet der Zuschlag einen Wachstumsschub. Das Unternehmen braucht zusätzliches Personal. Geschäftsführer Arnulf Schuchmann rechnet mit 200 zusätzlichen Mitarbeitern. „Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen und wissen, dass wird nicht einfach, aber gelingen“, sagte er.

Größere Züge mit gratis WLAN

17 Regionalexpress- und Regionalbahnlinien sowie der neue Flughafenexpress FEX (Berlin Hbf –Ostkreuz – BER) gehören zu dem neu ausgeschriebenen Netz. Die Auflage der Besteller: Die Züge sollen alle mit kostenfreiem WLAN und modernen Fahrgastinformationen ausgestattet werden. So sollen Fahrgäste über Monitore außen am Zug schon erkennen können, welche Wagen wie voll sind. Erfasst werden soll auch, wie viele Fahrradstellplätze belegt sind. Radreisende sollen diese Info direkt auf ihr Handy bekommen, damit sie sich am Bahnsteig entsprechend postieren können.

Die Bahn hat bei ihrer Ausschreibung auch auf die Vorzüge eines neuen Toiletten-Erlebnisses hingewiesen: Im Rahmen eines „Redesigns“ sollen die Bordtoiletten mit Folientapeten ausgestattet werden, deren Landschaftsmotive „für ein angenehmeres Ambiente“ sorgen und zugleich Vandalismus verhindern sollen.

Vor allem aber sollen die Züge größer werden und mehr Platz bieten. So wird das Angebot beim RE1 zwischen Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) in der Hauptverkehrszeit auf drei statt zwei Züge erweitert. Die Odeg will Züge vom Typ Desiro HC einsetzen, die 637 Plätze anbieten. Gegenüber dem jetzigen Angebot von zwei Zügen mit rund 600 Plätzen werde die Kapazität in der Hauptverkehrszeit damit um 55 Prozent erhöht, heißt es bei der VBB.

Schneider (SPD) spricht von Glücksfall

Aus dem Berliner Landeshaushalt sollen mindestens 40 Millionen Euro in den Ausbau fließen, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos). Die brandenburgische Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) nannte den Ausgang der Ausschreibung einen „Glücksfall für die gesamte Region“, bedauerte aber zugleich, dass sich keine alternativen Antriebe auf den Diesellinien im Südwesten Brandenburgs gefunden hätten.

Zwischen Berlin und Nauen fährt künftig ein weiterer Zug pro Stunde: Der RE8 verkehrt von Wismar und Wittenberge kommend Nauen und Falkensee nach Berlin. Auf der stark nachgefragten Strecke BerlinCottbus wird es zumindest bis Lübbenau ein dichteres Angebot geben. Der RE7 zwischen Belzig und Berlin-Wannsee wird ganztags auf zwei Züge pro Stunde verdichtet.

Die Bahn wird künftig folgende Linien unterhalten: RE2, RE20, FEX, RB10, RB14, RB32, RE7, RB20, RB21, RB22, RB23.

Die Odeg wird für folgende Linien verantwortlich sein: RE1, RE8, RB17, RB33, RB37 und RB51.

Von Torsten Gellner

In einem Auto auf der A 11 in Brandenburg haben Zoll und Polizei einen riesigen Heroin-Fund gemacht. Auf rund sieben Millionen Euro beziffern die Fahnder den Wert der Drogen.

25.01.2019

Nach der Prüfung des Falls hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen eine frühere Mitarbeiterin der Investitionsbank eingeleitet. Ihr wird Vorteilsannahme vorgehalten. Auch gegen zwei weitere Personen laufen Ermittlungen.

28.01.2019

Die Lehrerausbildung in Brandenburg wird gestrafft. Lehrerverbände befürchten einen Niveauverlust durch das Turbo-Referendariat. Das Bildungsministerium beteuert: Der Praxisanteil an der Lehrerausbildung soll nicht sinken.

25.01.2019