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Brandenburg VCD kritisiert: Fahrpreiserhöhung schreckt märkische Pendler ab
Brandenburg VCD kritisiert: Fahrpreiserhöhung schreckt märkische Pendler ab
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12:57 27.12.2019
Ein RE1 unterwegs im sommerlichen Brandenburg. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Potsdam

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hält die Fahrpreiserhöhung im VBB zum Jahreswechsel für einen Irrweg. „Diese Fahrpreiserhöhung wirkt für die Verkehrswende wie Schienenersatzverkehr: Sie bremst aus und demotiviert“, kritisiert Brandenburger VCD-Landeschef Fritz Viertel. Die Erhöhung treffe Brandenburger Pendler besonders hart, weil vor allem die Preise für das Tarifgebiet Berlin C deutlich angehoben würden.

Ab 1. Januar steigen die Preise für ABC-Einzeltickets von 3,40 Euro auf 3,60 Euro, für ABC-Tageskarten von 7,70 Euro auf 9,60 Euro und für die ABC-Abo-Umweltkarte – das Pendlerticket schlechthin – von 992 Euro auf 1008 Euro/Jahr. „Damit die Verkehrswende gelingt und die Klimaziele erreicht werden, müssen mehr Menschen vom Umstieg auf Bus und Bahn überzeugt werden. Höhere Fahrpreise ohne spürbare Verbesserung des Angebotes bewirken genau das Gegenteil“, so Viertel weiter.

Lesen Sie auch: Höhere Ticketpreise – Das ändert sich zum Fahrplanwechsel

Der VCD Brandenburg rechnet sogar mit einem weiteren Anstieg des Pkw-Verkehrs an der Berliner Stadtgrenze, weil der Preis für die Abo-Umweltkarte im Tarifbereich Berlin AB unverändert bleibt. „Die Preiserhöhung für das ABC-Ticket wird noch mehr Pendler dazu verleiten, mit dem Auto aus den Umlandgemeinden zu den ersten S-Bahnhöfen hinter der Stadt- und Tarifgrenze zu fahren und erst dort auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen“, befürchtet Viertel.

Linke fordert kostenfreien Nahverkehr

Ganz ähnlich lautete die Kritik der Brandenburger Linken. Die zum Jahresbeginn geplanten Fahrpreiserhöhungen seien „sozial und ökologisch unsinnig“, sagte Parteichefin Anja Mayer. „Wenn wir in Brandenburg die Verkehrswende schaffen wollen, müssen wir mehr Menschen vom Umstieg in Busse und Bahnen überzeugen. Höhere Ticketpreise ohne merkliche Verbesserung des Angebots erreichen genau das Gegenteil.“

Die Linke hatte Mitte Dezember bei ihrem Parteitag für einen deutlichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gestimmt und sich dafür ausgesprochen, den Nahverkehr bundesweit in Zukunft kostenfrei bereit zu stellen.

„Ein Anstieg der Fahrpreise ohne merkliche Verbesserung des Verkehrsangebots ist für viele Menschen völlig unverständlich“, sagte Mayer. „Die vom VBB versprochenen 30 Prozent Mehrangebot kommen aber erst ab 2022.“

Schon heute würden nur 47 Prozent der Kosten des VBB-Angebots durch den Verkauf von Fahrscheinen gedeckt. Höhere Preise würden aber auch nicht zu einer Kostendeckung führen, sagte sie. Stattdessen würden jene bestraft, die sich klimafreundlich verhalten. „Darunter sind viele, die sich kein eigenes Auto leisten können und deshalb auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind“, sagte Mayer. Ein gemeinsames Sozialticket für Brandenburg und Berlin sei überfällig.

Von MAZonline

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