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Brandenburg Vattenfall verunsichert die Lausitz
Brandenburg Vattenfall verunsichert die Lausitz
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17:04 18.11.2014
Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) ist noch Vattenfall-Eigentum. Quelle: Patrick Pleul
Senftenberg

Die Verkaufspläne der Vattenfall-Braunkohlesparte treiben Lausitzer Firmen um. „Wir sehen eine gewisse Unzufriedenheit, ein gewisses Rumoren”, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus, Jens Krause, am Dienstag in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). Aktuelles Thema war die momentane Stimmung bei Lausitzer Unternehmen in Brandenburg und Sachsen.

Jens Krause rechnet damit, dass sich die Vattenfall-Pläne auf die nächste IHK-Konjunkturumfrage in der Region auswirken werden. Eine Preissteigerung der Energiepreise wegen des geplanten Verkaufs sieht er hingegen nicht. Vattenfall hatte Ende Oktober seine Überlegungen bekanntgemacht. Der schwedische Staatskonzern betreibt in Brandenburg und Sachsen fünf Braunkohlegruben und mehrere Kraftwerke.

Lausitzer Wirtschaft noch stabil

Momentan befindet sich die Lausitzer Wirtschaft nach Angaben der Kammern in einer stabilen Lage. Die beiden IHK-Stellen Cottbus und Dresden stellten am Dienstag die jüngst veröffentlichten Herbst-Konjunkturumfragen speziell mit dem Fokus auf den Wirtschaftsraum Lausitz vor. Rund 600 Firmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel, Verkehr und Dienstleistungsgewerbe hatten sich im September beteiligt.

45 Prozent der Befragten schätzen demnach ihre Lage als „gut” ein, zugleich gibt es gedämpfte Zukunftserwartungen. 21 Prozent der befragten Firmen gehen von ungünstigeren Geschäften aus; zu Jahresbeginn waren es den Angaben zufolge noch 12 Prozent. Zum direkten Vergleich zwischen Sachsen und Brandenburg sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK-Dresden, Detlef Hamann: „Die Stimmungskanonen sitzen zurzeit mehr in der brandenburgischen Lausitz.”

Gerber rechnet fest mit Verkauf der Braunkohle-Sparte

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) geht unterdessen fest davon aus, dass Vattenfall seine Braunkohle-Sparte verkaufen wird und sich somit aus der Lausitz zurückzieht. Es werde einen neuen Eigentümer geben, sagte Gerber am Dienstag im Inforadio: "Wir haben natürlich ein hohes Interesse daran, dass ein Investor gefunden wird, der sich langfristig in der Braunkohle engagiert."

Albrecht Gerber rechnet damit, dass der Verkauf in den nächsten sechs bis neun Monaten über die Bühne gehen wird. Zugleich betonte der Minister, dass das Land keinen direkten Einfluss darauf habe, an wen Vattenfall verkauft. Er hoffe aber, dass die Braunkohlesparte als Ganzes verkauft werde: "Das ist, glaube ich, auch im Interesse von Vattenfall, das im Paket zu verkaufen, weil sie damit ihrer Verantwortung, die sie für die Lausitz haben, gerecht werden können", sagte Gerber im Inforadio.

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