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Brandenburg Verbraucherzentrale warnt vor Globuli-Werbung
Brandenburg Verbraucherzentrale warnt vor Globuli-Werbung
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16:47 23.03.2020
Nun sollen sie gar vor Corona schützen: Globuli. Quelle: dpa
Potsdam

Die Verbraucherzentrale Brandenburg warnt eindringlich vor betrügerischen Werbemaschen und falschen Gesundheitsversprechen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. So würden in Online-Shops Empfehlungen ausgesprochen, wonach man mithilfe von Globuli Antikörper gegen das Virus entwickeln könne.

Globuli-Nutzer sind gefährdet wie alle

„Es entsteht der Eindruck, die Globuli würden schützen, das können sie aber nicht“, warnt die Leiterin für den Bereich Lebensmittel und Ernährung, Annett Reinke. „Man ist letztlich genauso ansteckend wie ohne diese Mittel.“ Dadurch werde man mitten in der Pandemie sogar gefährlich für seine Umwelt.

Nicht nur für vollkommen wirkungslose „Corona-Globuli“ wird im Netz besonders auf Foren oder Webseiten für alternative Medizin geworben, auch einige Vertreiber von Nahrungsmittelergänzungen nehmen derzeit ausdrücklich Bezug auf die Pandemie und suggerieren einen Schutz, der einfach nicht gegeben werden kann.

„Es gibt derzeit keine Arzneien, die eine Erkrankung mit dem neuartigen Corona-Virus verhindern können“, betont Reinke. „Werbung, die so etwas suggeriert, führt in die Irre.“ Entsprechende Unternehmen verunsicherten Verbraucher mit nicht belegbaren Aussagen oder Fake-News und zögen ihnen das Geld aus der Tasche.

Mehr Vitamin C schützt nicht besser

Vitamin C in konzentrierter Form schade zum Beispiel zwar nicht, bringe aber keinen zusätzlichen Nutzen für die Gesundheit. „Hier gilt nicht: Viel nützt viel“, sagt Reinke. Sei ein gewisser Sättigungsgrad im Körper erreicht, werde überschüssiges Vitamin C wieder ausgeschieden. Abwechlungsreiche Ernährung reichten vollkommen aus, um den Körper mit den lebensnotwendigen Vitaminen A, B und C zu versorgen. „Die normale Funktion des Immunsystems lässt sich durch Konzentrate nicht verbessern“, betont Reinke.

Angepriesen werden unter der Flagge des Corona Schutzes aber auch sogenannten CBD-Öle, die angeblich die „gesamte Power der Cannabispflanze“ in sich vereinen. „Sie sollen angeblich ganz allgemein gegen Viruserkrankungen helfen“, sagt Reinke. Wissenschaftlich belegt ist diese Behauptung nicht. Richtig gefährlich werden könnten den Körper angeblich desinfizierende Produkte, die Arsen oder Chlorlösung enthalten, sagt Reinke.

Scharlatane und echte Kriminelle

Manchmal reiche bloßes Ignorieren solcher Werbebotschaften nicht aus. Gerade wenn es sich um gefährliche Inhaltsstoffe handele oder wie bei den Globuli leichtfertiges Verhalten fördere, solle man entsprechende Beobachtungen der Verbraucherzentrale melden. „Wir können sie dann der Lebensmittelüberwachung weiterleiten.“ Auf die „Corona-Globuli“ hat die Verbraucherzentrale zum Beispiel schon die Apothekerkammer aufmerksam gemacht.

Neben betrügerischen Verkäufern machen sich inzwischen auch echte Kriminelle skrupellos die Corona-Pandemie zunutze. In Oranienburg (Oberhavel) versuchten vergangenen Freitag zwei Männer in die Wohnung einer Seniorin zu gelangen –angeblich, um diese zu desinfizieren. Die Rentnerin wiegelte die Eindringlinge klugerweise ab. Das Bundeskriminalamt warnt außerdem vor Phishing-Mails. Angebliche Mails von Gesundheitsämtern oder der WHO enthalten tatsächlich gefährliche Anhänge. Werden diese geöffnet, wird auf dem Rechner Spionagesoftware installiert oder der Computer wird komplett verschlüsselt.

Von Rüdiger Braun

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