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Brandenburg Verdacht auf Steuerhinterziehung
Brandenburg Verdacht auf Steuerhinterziehung
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19:57 22.05.2013
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BERLIN

Da hatten die Fahnder der Staatsanwaltschaft Berlin gerade kistenweise Beweismaterial sichergestellt.

Am Dienstagmorgen um sechs Uhr rückten die Beamten aus, um zehn Objekte in Berlin und Brandenburg zu durchsuchen, darunter die Villa des 34-jährigen Musikers in Klein-Lichterfelde, das Charlottenburger Büro seines Steuerberaters sowie die Wohnung seines Geschäftspartners und Freundes Arafat Abou-Chaker. Seit Monaten soll gegen den Rapper wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt worden sein – laut Medienberichten soll es sich dabei um Millionenbeträge handeln. Ob auch Bushidos Anwesen in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) durchsucht wurde, war zunächst unklar.

Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Bernd Steltner, bestätigte, dass es die Razzien gegeben habe und dass Bushido der Beschuldigte sei. Zu Details wollte er sich nicht näher äußern.

Bushido selbst schob nur wenige Stunden nach der Razzia via Twitter nach: „Juckt mich voll“ und „Rückritt ausgeschlossen“ war dort mit einem Verweis auf Bayern-Präsident Uli Hoeneß zu lesen, der erst vor wenigen Wochen durch Steuerbetrug in Millionenhöhe in die Schlagzeilen geriet.

Für Bushido ist es nicht das erste Mal, dass er Ärger mit den Justizbehörden bekommt. Zuletzt berichtete das Magazin „Stern“, dass Bushido offenbar mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung stehe. Der Vorwurf: Bushido sei der verlängerte Arm eines mafiösen Neuköllner Familien-Clans. Gegen den Hintermann, Bushidos Kumpel Arafat Abou-Chaker, würde wegen Zuhälterei und Menschenhandel ermittelt. Ihm soll Bushido eine Generalvollmacht über sein gesamtes Vermögen ausgestellt haben.

Dass der Berliner Musiker kein Freund der Finanzbehörden ist, betont Bushido gern auch bei Konzerten. Die Zeile „Fick das Finanzamt, die Pumpgun im Wandschrank“ stammt aus dem Lied „Zeiten ändern sich“. Allerdings betonte er noch Anfang April gegenüber dem Sender ZDFkultur, dass er durchaus Steuerzahler und die Sache mit der Mafia eine „düstere Legende“ sei. Vielmehr habe er einen „sehr, sehr guten Freundeskreis“, in dem man zueinander halte. Laut „Stern“ sollen Bushido und Abou-Chaker eine ganze Unternehmensgruppe aufgezogen haben, die ihr Geld hauptsächlich mit Immobilien verdient. Es handele sich um ein Netz aus Firmen, die ständig Adressen und Gesellschafter wechseln, so das Magazin.

Sollte sich der Verdacht der Steuerhinterziehung bestätigen, droht Bushido eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren sowie eine Geldstrafe bis zu 2,5 Millionen Euro – abhängig von der Höhe des Betrugs. Die Auswertung des gesicherten Materials werde aber Monate dauern, betonte die Staatsanwaltschaft. (Von Nora Lysk)

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