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Brandenburg Stillstand im Nahverkehr: Das müssen Sie zum Streik am Dienstag wissen
Brandenburg

Verdi-Streik am Dienstag in Berlin und Brandenburg - nur die S-Bahn fährt

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15:11 28.09.2020
Der Streikaufruf von Verdi gilt für U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen in Berlin sowie ein Dutzend Nahverkehrsunternehmen in Brandenburg. Quelle: Paul Zinken/dpa
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Potsdam

Der bundesweite Warnstreik im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) trifft am Dienstag Berlin und Brandenburg mit voller Härte. Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wann wird gestreikt?

Laut Gewerkschaft Verdi wird der Streik bei der BVG in Berlin von Betriebsbeginn gegen 3 Uhr bis etwa 12 Uhr mittags dauern. In Brandenburg Betroffen sind Busse, U-Bahnen und die Tram. Bei den zum Streik aufgerufenen Brandenburger Unternehmen beginnt der Streik Dienstag mit Betriebsbeginn und dauert bis zum Folgetag um drei Uhr morgens.

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Welche Brandenburger Unternehmen sind betroffen?

Verdi hat diese Nahverkehrsunternehmen in Brandenburg zum Streik aufgerufen: ViP Verkehrsbetriebe Potsdam, Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald, Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming, Busverkehr Oder-Spree, Barnimer Busgesellschaft, Cottbusverkehr, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Regiobus Potsdam Mittelmark, Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel sowie DB Regio Bus Ost.

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Was bedeutet das für die Fahrgäste?

Fahrgäste müssten sich darauf einstellen, dass in den genannten Zeiträumen weder die Busse oder Bahnen der bestreikten Unternehmen fahren, erklärte Verdi. „Uns ist klar, dass der Streik für die Fahrgäste viele Unannehmlichkeiten mit sich bringen wird, aber auf die unverständliche Blockadehaltung der Arbeitgeber können wir nur mit einem Streik reagieren“, sagt Jeremy Arndt, der Fachbereichsleiter Verkehr bei der Gewerkschaft.

Lesen Sie auch: Streik im Potsdamer Nahverkehr: Diese Busse fahren

Was ist mit der S-Bahn und den Regionalzügen?

Die S-Bahn Berlin wird – ebenso wie DB-Regionalzüge und der Regionalexpress – nicht bestreikt und weitet ihr Angebot am Dienstag sogar aus, mit allen verfügbaren Fahrzeugen“, wie das Unternehmen am Montag erklärte. Die Verstärkerzüge auf der S 1 (ZehlendorfPotsdamer Platz) und der S 5 (Mahlsdorf – Ostbahnhof) verkehren demnach nicht wie üblich von 5.30 bis 8.30 Uhr, sondern bis 12 Uhr mittags, dem voraussichtlichen Ende des BVG-Streiks. Das sind, so die S-Bahn, 40 zusätzliche Fahrten und 7000 Sitzplätze mehr.

In der ursprünglichen Streikankündigung von Verdi hatte es fälschlicherweise geheißen, auch die DB Regio Nordost werde am Dienstag bestreikt. Die Deutsche Bahn hat dies am Montag richtigstellt.

Warum ruft Verdi zum Streik auf?

Verdi fordert in dem Tarifkonflikt für 87.000 Beschäftigte bundesweit einheitliche Regelungen für den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Seit März fordert die Gewerkschaft Verhandlung über einen entsprechenden Rahmentarifvertrag. Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) will darüber aber nicht verhandeln.

VKA-Hauptgeschäftsführer Niklas Benrath bezeichnete den Warnstreik als einen „Anschlag auf die Allgemeinheit“. Es sei „unverantwortlich, gerade in dieser krisengeplagten Zeit – denken Sie nur an die eingebrochenen Fahrgastzahlen und Einnahmen bei den Nahverkehrsbetrieben – das gesamte Land nunmehr mit einer Streikwelle zu überziehen.“

Ähnlich argumentierte auch der Städte- und Gemeindebund, der die Aktionen als „verheerendes Signal“ kritisierte. „Warnstreiks werden dazu führen, dass nur wenige Busse und Bahnen fahren, diese dann sehr voll sind und damit die Ängste der Nutzer zusätzlich erhöht werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Von Thorsten Keller