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Brandenburg Verein belebt altes Mustergut in Seelow
Brandenburg Verein belebt altes Mustergut in Seelow
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17:32 18.03.2014
Das Seelower Schweizerhaus soll wieder Ausflügler anlocken. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Seelow

Die Treppenstufen sind unter einer dicken Erdschicht versteckt. Die Reste zweier Bäume erinnern an einen Laubengang. Noch verlangt das Gelände rund um das Schweizerhaus in Seelow (Märkisch-Oderland) vom Betrachter viel Fantasie, um das 13 Hektar große Areal mit dem einst florierenden Landgut Schweizerhaus in Verbindung zu bringen. Doch das soll sich ändern, erklärt Marion Krüger (50), Vorsitzende des Heimatvereins Schweizerhaus Seelow. „Unser größtes Ziel ist es, das einstige Mustergut zu beleben und mit seinen prägenden Gebäuden im früheren gärtnerischen Teil wiederaufzubauen.“ 

Der Berliner Bankier Hugo Simon (1880-1950) hatte das Gelände, ein florierendes Ausflugslokal, mit Nachbargrundstücken 1919 gekauft. Dem Zeitgeist entsprechend entwickelte er ein Mustergut mit Ausbildung für junge Leute, Wohnungen für seine Arbeiter, Züchtung neuer Pflanzensorten und Geflügelrassen. Seit zehn Jahren steht das Gelände unter Denkmalschutz. 
Laut Landesamt für Denkmalpflege ist das Gut samt Park eines der wenigen in Brandenburg, dessen Strukturen noch erhalten sind. „Damit kommt dem Landgut Schweizerhaus regional- und sozialgeschichtliche Bedeutung zu“, heißt es in der Beurteilung der Simonschen Anlagen am Schweizerhaus. Zudem war es ein wichtiges geistiges Zentrum außerhalb Berlins und hat gartengeschichtliche und künstlerische Bedeutung. 

Der jüdische Mäzen traf sich mit Politikern, holte Künstler in die kleine Stadt am Oderbruch. Der Schriftsteller Thomas Mann war voller Bewunderung, vom Maler Max Pechstein ziert eine Zeichnung das Gästebuch. Auch Renée Sintenis (1888-1965) war hier. Die Schöpferin des Berlinale-Bären schuf für Simon den Esel von Seelow. Die Plastik ging verloren. Dem Heimatverein gelang es mit Spenden, den letzten Originalguss des Esels zu kaufen. 

Simon galt als sozial engagiert. „Die Bevölkerung durfte in seiner Bibliothek lesen und Radio hören, bestätigten uns Nachfahren ehemaliger Beschäftigter“, sagt die Vorsitzende des 2007 gegründeten Vereins. Auch Nachfahren von Simon, den Enkelsohn Rafael Cardoso, der als Schriftsteller in Brasilien lebt, hatte man schon zu Gast. 
Familie Simon musste 1933 vor den Nazis aus Deutschland fliehen. Das Landgut wurde 1936 einem staatlichen Versuchsinstitut angegliedert und war zu DDR-Zeiten Gartenbaubetrieb.

Nach der Wende erhielten die Erben das Anwesen zurück, verkauften es der Stadt, die es dem Heimatverein anvertraute. „Hier lag inzwischen alles im Dornröschenschlaf“, erinnert sich Krüger. Terrassen und Gewächshäuser waren überwuchert, der Nachbau von Goethes Gartenhaus aus Weimar dem Verfall preisgegeben. „Auch die Geschichte war vergessen“, sagt Bärbel Stellbaum, die in die Archive ging. 

Bisher wurden 200 000 Euro investiert, die Dächer des Goethehauses und Schweizerhauses erneuert, Wege und Treppen freigelegt, terrassierte Flächen und ein verzweigtes Bewässerungssystem wieder sichtbar. Unter Wildwuchs entdeckten Vereinsmitglieder Reste der einstigen Obstzucht. Ein einzelner Weinstock hat überlebt, eng an einen Pfeiler geschmiegt. 
Der Verein will das Gelände herrichten, als kulturellen Leuchtturm und Ausflugsziel. Erste Feste lockten 300 Besucher. Am 22. März ist öffentlicher Arbeitseinsatz. Die Scheune soll als Veranstaltungsort repariert werden. 

(Von Steffi Prutean)

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