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Brandenburg Verfahren wegen möglicher Wolfsfalle eingestellt
Brandenburg Verfahren wegen möglicher Wolfsfalle eingestellt
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14:29 05.03.2014
Der Beklagte Frank F. (Mitte) mit den Rechtsanwälten Hans-Jürgen Thies (l.) und Till Bellinghausen. Quelle: Angelika Pentsi
Potsdam

Sie sorgen regelmäßig für böses Blut, die Wölfe, die seit einigen Jahren wieder Brandenburgs Wälder bevölkern. Die einen begrüßen, dass die vom Aussterben bedrohte und geschützte Art zurück ist; die anderen fürchten, dass die Raubtiere Schafe, Mufflons und Kälber reißen und am Ende womöglich auch Menschen gefährden. Hat ein Jäger in Baruth/Mark (Teltow-Fläming) nun beschlossen, die leidige Sache selbst in die Hand zu nehmen? Diese Frage beschäftigte nun die Justiz.

Der 37-jährige Frank F., Geschäftsführer eines privaten Forstgutes, soll in Johannismühle zwei Anlagen errichtet haben, um Wölfe mit Schafen als Lebendköder zu fangen. Er bestreitet das vehement: Die Anlagen seien als Falle für wildernde Hunde gedacht gewesen. Die Sache wurde am Dienstag vor dem Amtsgericht Zossen (Teltow-Fläming) verhandelt – aber schon nach drei Stunden gegen eine Zahlung von 2000 Euro an das Zossener Tierheim eingestellt. Dies bedeute kein Schuldeingeständnis, wie Richterin Ulrike Severin erklärte. Allerdings sei der Streitpunkt nach zwei Jahren nicht mehr eindeutig zu klären. Zuvor hatten Sachverständige divergierende Meinungen über typisch wölfisches Verhalten und den Zweck bestimmter Fangvorrichtungen vorgetragen.

Für Steffen Butzeck, der beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) für Wölfe zuständig ist, war klar, dass „die Anlage sehr wohl geeignet ist, Wölfe zu fangen“. Ein Lebendköder, hohe Zäune, ein Leitsystem, das das Tier auf eine Falltür zuführt, welche sich schließt, sobald der Wolf unter ihr durchgeschlüpft ist – so hätten Wolfsfanganlagen bekanntermaßen schon im 18. Jahrhundert funktioniert. Um wildernde Hunde zu fangen, hätte kaum ein Jäger diesen Aufwand betrieben, war Butzeck überzeugt, zumal Hunde in Brandenburg seit Jahren nur noch vereinzelt und vorübergehend Probleme machten.

Die Verteidigung und der von ihr berufene Sachverständige hielten unter anderem dagegen, dass Haushunde gerade in ländlichen Regionen oft nachts ausbüxten und ihrem Jagdtrieb frönten und dass es für den Fang von Wölfen keine so hohen Zäune brauche, da sie nicht so hoch springen könnten. Zudem sei fraglich, ob es überhaupt Wölfe in der Region gebe. Wolfsexpertin Yvette Krummheuer erklärte jedoch, dass Rudel nachgewiesen worden seien und diese zur Wanderschaft neigten.

In Brandenburg leben nach letzten Schätzungen rund 90 Wölfe. Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen sie nicht gejagt werden. „Alle Jagdscheininhaber wissen, dass die Jagd auf Wölfe sehr streng geahndet wird“, sagt Jens-Uwe Schade, Sprecher des Potsdamer Landwirtschaftsministeriums. Nach seiner Kenntnis wurde in Brandenburg, zumindest in der jüngeren Wolfsgeschichte, nie gegen das Gesetz verstoßen.

Von Angelika Pentsi

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