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Brandenburg Viel Arbeit für Brandenburgs Wasserschutzpolizei
Brandenburg Viel Arbeit für Brandenburgs Wasserschutzpolizei
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08:45 19.05.2014
Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Als Frank Kison und Heiko Thietz ablegen, haben sich die Wogen wieder geglättet. Während des Baumblütenfestes ging es nicht nur in Werder (Potsdam-Mittelmark) lasterhaft zu, sondern auch auf der Havel. Bei den schnellen und wendigen Jet-Booten ist es so wie mit Rennmotorrädern auf der Autobahn: Wenn die Piloten es drauf ankommen lassen, hat die Polizei kaum eine Chance, hinterherzukommen.

In ihren schneeweißen Hemden gingen Kison und Thietz glatt als Urlauber durch, hingen da nicht Handschellen und die beiden SIG Sauer P228 an den Gürteln. Die nächsten Festtage und neuer Ärger kommen bestimmt. „Baumblüte, Herrentag, Pfingsten“, zählt Frank Kison auf, da sei auf der Havel besonders viel los. Und die Binnenwasserstraßen-Verkehrsordnung gerät umso schneller in Vergessenheit, je mehr Alkohol fließt. Kison (55) ist seit 1980 bei der Potsdamer Wasserschutzpolizei. Das sind zu viele Dienstjahre, um sich von halbstarken Jet-Boot-Fahrern aus der Ruhe bringen zu lassen. Oder durch Sprüche wie: „So wie ihr arbeitet, möchte ich gerne mal Urlaub machen.“

Wasserschutz-Kollege Heiko Thietz, seit 1989 dabei, lächelt milde, wenn er das hört. Der 46-Jährige weiß, dass man nicht alles ernst nehmen muss, was zu Wasser gesprochen wird. An den Steuerrädern auf der Havel herrschen trockener Humor und entspannte Gesichter vor.

Der Sonne fehlt im Mai noch die Kraft,  die Touristen massenhaft aufs Wasser zu locken wie an den Hochsommertagen. Für Kison und Thietz ist es die Ruhe vor dem Touri-Sturm. Das Kontrollboot KB 12, gebaut in den letzten DDR-Tagen, nimmt Kurs auf Werder. Jemand hat einen Unfall gemeldet. Mit elf, zwölf Stundenkilometern geht es die Untere Havelwasserstraße flussabwärts. Eine Streifenfahrt kann sich hinziehen, bei einem Zuständigkeitsbereich von 120 Kilometern Wasserstraße. Bis Werder brauchen Kison und Thietz gut 60 Minuten.

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Genügend Zeit für die großen Gaunergeschichten. Einmal, erinnert sich Heiko Thietz, sind er und seine Kollegen in die Nähe der Schönwalder Schleuse gerufen worden. Einem Jäger war es verdächtig vorgekommen, dass dort mitten in der Nacht Dutzende Kisten von einem polnischen Schubschiff in drei Transporter verladen wurden. Als die Polizei ankam, versenkte die Besatzung ihre geheimnisvolle Ladung im Havelkanal und suchte das Weite. Vergeblich. Thietz und Kollegen fanden zwei Millionen unverzollter Zigaretten und setzten die Schmuggler fest.

In Werder werden Kison und Thietz von dem Unfall-Charterer und dem Marina-Chef erwartet. „Destiny“ hat ein Leck und den Kiel voller Wasser. „Ich war zu weit links am Ufer“, gesteht der Schiffsführer. Den Unfall hat er fünf Tage zu spät gemeldet. „Das Ding hat sich vollgesaugt wie ein Schwamm“, schimpft der Eigentümer, der einen Schaden von mindestens 1500 Euro beklagt.

War es der Fahrfehler eines Unbedarften? Oder eine Fahrlässigkeit unter Alkoholeinfluss? Kison und Thietz müssen auf die Aussage des Verunglückten vertrauen, der mit einem Verwarngeld von 15 Euro davonkommt. Dennoch, das beträchtliche Leck ist alles andere als eine Bagatelle, meint Thietz. „Er hätte ja auch untergehen können.“ Dem bärtigen Schiffsführer im beige-grauen Strickpullover ist die Sache sichtlich unangenehm. Der Sachse ist Bürgermeister.

Zoff um Partyboote auf der Havel

Wenn es um Mietflöße auf der Havel geht, schwillt dem Geschäftsführer der Weißen Flotte der Kamm. Er sieht in den Flößen ein enormes Sicherheitsrisiko.

Auf dem Wasser bekommt es die Polizei schnell mal mit Prominenten zu tun. Ex-Boxer Axel Schulz, Schlagerkönig Frank Zander, DDR-Radsportlegende Täve Schur – alle hatten schon das Vergnügen mit der Potsdamer Wasserschutzpolizei. Sogar Macho-Mime Til Schweiger, genauer dessen historisches Streckenboot, gebaut um 1900, samt eigens engagiertem Bootsführer, war schon im Visier der Wasserstreife. Auf seinen Touren kann sich das Polizisten-Duo stets aufs Neue vergewissern: Wer etwas auf sich hält, schippert oder lässt über die Havel schippern. Wem dazu noch der Sinn für Humor nicht fehlt, nennt seinen Luxus-Kahn gleich „Zaster“. „Da fahren Einfamilienhäuser durch die Gegend“, sagt Heiko Thietz und meint Preis wie Ausstattung.

Weil das eigentliche Boot gewartet wird, muss sich die Polizei vorübergehend mit einem DDR-Fabrikat, aufgerüstet mit Küche, Klo und Kopierer, begnügen. An guten Tagen kommt der unwendige Einmotorer auf 27 km/h. Den Jet-Booten ist damit kaum beizukommen. „Für Wasserski reicht das aus“, sagt Frank Kison, ohne eine Mine zu verziehen. Auf der Havel hat Gelassenheit Vorfahrt. Für den Saisonstart sind Kison und Thietz damit bestens beraten.

Von Bastian Pauly

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