Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Afrikanische Schweinepest erreicht den Kreis Barnim
Brandenburg

Vier Wildscheine befallen Afrikanische Schweinepest erreicht den Barnim

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:33 29.07.2021
Bau eines einen mobilen Elektrozauns gegen die Afrikanische Schweinepest im Kreis Märkisch-Oderland (Aufnahme von Oktober 2020)
Bau eines einen mobilen Elektrozauns gegen die Afrikanische Schweinepest im Kreis Märkisch-Oderland (Aufnahme von Oktober 2020) Quelle: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Potsdam

Der Landesbauernverband (LBV) hat „mit großer Sorge und Verärgerung“ auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im Landkreises Barnim reagiert. Dort waren eine Bache und drei Frischlinge von der Tierseuche befallen. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut hatte den Verdacht am Mittwochabend bestätigt.

Der Bauernverband forderte am Donnerstag, den Bau des zweiten ASP-Schutzzauns an der Grenze zu Polen „konsequent und ohne Zeitverzug voranzutreiben“ und dafür alle notwendigen Ressourcen zu mobilisieren. Ein zweiter fester Zaun an der Grenze zu Polen wäre eine robuste Barriere, die dazu beitragen würde, den „enormen Seuchendruck aus dem Nachbarland zu unterbrechen“, erklärte LBV-Präsident Henrik Wendorff.

Bauernverband beklagt mangelhaftes Krisenmanagement

Der Fund im Barnim zeigt aus Sicht des Bauernverbands das unzureichende Krisenmanagement auf allen Ebenen. „Uns drängt sich der Eindruck auf, dass die Krisenstäbe, zu den wir eingeladen werden, zu reinen Verkündungsveranstaltungen verkümmern und unsere Vorschläge nicht oder nur unzureichend gehört werden“, kritisiert Wendorff.

Es sei offensichtlich, dass die unterschiedlichen Verwaltungsebenen – EU, Bund, Land und Landkreise – „bislang nur sehr eingeschränkt miteinander kooperieren wollen oder können“. Hier müsse endlich ein Machtwort gesprochen werden, hieß es. Wer dieses Machtwort sprechen soll, verriet Wendorff nicht.

Jäger-Präsident spricht von einem „Flächenbrand“

Auch der Landesjagdverband forderte mehr Unterstützung bei der Seuchenbekämpfung. „Mit dem Auftreten der ASP im Barnim ist die Tierseuche zu einem Flächenbrand geworden“, sagte Verbandspräsident Dirk-Henner Wellershoff, „Die Jägerschaft muss endlich Unterstützung bei der schnellen und unkomplizierten Abgabe von erlegten Wildschweinen erhalten, um die Schwarzwildbejagung weiter zu intensivieren.“

Mitte Juli hatte die ASP erstmals auf Hausschweine in Brandenburg übergegriffen. Das Virus war bei einem Bio-Betrieb in Spree-Neiße mit rund 200 Schweinen sowie bei einem Kleinsthalter mit zwei Tieren in Märkisch-Oderland im selben Bundesland nachgewiesen worden.

Für Schweine fast immer tödlich – für Menschen ungefährlich

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, die Schweine durch eine Impfung zu schützen.

Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände – Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge – und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

Von MAZonline/tk