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Brandenburg Von Schönefeld auf die Philippinen
Brandenburg Von Schönefeld auf die Philippinen
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10:20 20.11.2013
Eine Boeing 747-400 F startete für das DRK vom Flughafen Schönefeld aus in Richtung Philippinen. Die Fracht soll helfen, die Seuchengefahr einzudämmen. Quelle: dpa
Schönefeld

Zentimeter für Zentimeter steigt die Rampe vom Rollfeld auf, hievt eine Palette mit Kisten in Richtung des Flugzeugschlunds, der die Ladung schluckt. Die Boeing 747-400 F soll in wenigen Stunden vom Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) in Richtung Philippinen abheben. An Bord: 53 Tonnen Hilfsgüter im Wert von 681.000 Euro für die vom Taifun Haiyan betroffenen Menschen. Möglich gemacht haben das auch Brandenburger Privatleute, Firmen und Institutionen, die auf den MAZ-Aufruf reagiert und auf das Konto des Deutschen Roten Kreuzes gespendet haben (siehe unten).

Thorsten Hinrichs steht einige Meter entfernt auf dem Rollfeld. Der Maschinenbauingenieur aus Wolfenbüttel (Niedersachsen) wird gemeinsam mit einem Kollegen in wenigen Stunden mit dem DRK-Hilfsflug abheben. Es ist sein erster Einsatz. „Klar ist man da aufgeregt“, sagt der 46-Jährige, der eigentlich im Stahlwerk in Salzgitter arbeitet und für den vierwöchigen Einsatz von seinem Arbeitgeber freigestellt wurde. Seit einer Woche weiß er, dass er in das Krisengebiet soll. Ein paar persönliche Sachen – unter anderem einen Schutzengel von seiner Familie – hat er in einen Rucksack gepackt. Zelt, Schlafsack und Nahrungsmittel für zwei bis drei Wochen sind auch mit auf dem Flieger. Aus Übungen weiß er ungefähr, was ihn vor Ort erwartet: „Viel Arbeit, wenig Schlaf, wenig zu essen.“ Hinrichs soll vor allem helfen, Latrinen zu bauen und Hygieneschulungen zu geben. Sauberkeit ist für die Menschen vor Ort im Moment überlebenswichtig.

Seit der Taifun am 8. November über das Land gefegt ist, ist die Infrastruktur in vielen Regionen völlig zusammengebrochen. Kein sauberes Wasser, keine Toiletten. „Es drohen zum Beispiel Cholera, Atemwegserkrankungen, Malaria, Masern“, erklärt Christiane Haas, Ärztin des DRK. Einige dieser Krankheiten seien ganz einfach zu heilen oder zu verhindern – wenn die nötigen Mittel bereitstehen. In den Kisten befinden sich Tabletten, mit denen die Betroffenen schmutziges Wasser selbst reinigen können, außerdem eine medizinische Grundausstattung mit Medikamenten und Verbandsmaterial, mit der rund 60.000 Menschen einen Monat lang versorgt werden können.

„Aber es wird noch viel mehr gebraucht“, sagt Christof Johnen, Leiter der internationalen Zusammenarbeit des DRK, während weitere Kisten im Flugzeugbauch verschwinden. „Es gibt Regionen, in denen noch gar keine Hilfsgüter angekommen sind.“ Und sobald die erste Not gelindert ist, gehe es gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung an den Wiederaufbau der Häuser. Thorsten Hinrichs soll pünktlich zu Weihnachten zurück sein. „Aber wenn nötig, bleibe ich natürlich auch länger“, sagt er.

SPENDER UND SPENDENZWECK

Rund 30 000 Euro sind bislang unter dem MAZ-Kennwort auf dem DRK-Spendenkonto eingegangen. Zudem haben Brandenburger Kliniken Medikamentenspenden zugesagt.

Unter den Spendern sind:

  • Das Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ : 10 000 Euro für Medikamente.
  • Carl-Thiem-Klinikum Cottbus: Medikamente im Wert von 5000 Euro.
  • Klinikum Dahme-Spreewald: Medikamente im Wert von 5000 Euro.
  • Städtisches Klinikum Brandenburg: Medikamente im Wert von 5000 Euro.
  • Die Sik-Holz GmbH aus Langenlipsdorf (Teltow-Fläming): 1000 Euro.
  • Die Christoph Miethke GmbH aus Potsdam : 2500 Euro .
  • Die Investitionsbank des Landes Brandenburg: 5000 Euro plus zwei Euro für jeden Euro, den ein Mitarbeiter spendet.
  • Die Firma Pac Tech in Nauen (Havelland): 300 Euro.
  • Die Naturheilpraktikerin Regina Schwarz aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) will mit einer Massage-Aktion Geld zugunsten der Opfer einnehmen.
  • In der Europa-Grundschule in Falkensee (Havelland) spenden die Kinder einen Teil ihres Taschengeldes plus den Erlös eines Basars.
  • In der Libertas-Schule in Löwenberg (Oberhavel) wurde ein Pausenbasar organisiert.
  • Die Kinder der Steinweg-Grundschule in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) verkaufen selbst gestaltete Postkarten.
  • Der Unternehmensverband Brandenburg hat seine Mitglieder ebenfalls zum Spenden aufgerufen.

Das DRK verwendet die Mittel in der ersten Phase für dringend benötigte Hilfsgüter wie Nahrungsmittel und Medikamente. Sobald sich die Lage etwas entspannt hat, leitet das DRK die verbliebenen Mittel in konkrete Hilfsprojekte.

Die MAZ und das DRK bedanken sich bei allen Spendern.

Von Angelika Pentsi

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