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Brandenburg Hartwig Frankenhäuser: „Ehrfürchtige Dankbarkeit im Wissen, was für tolle Arbeit in den Kliniken geleistet wird“
Brandenburg

Vor der Bundestagswahl 2021: Was bewegt Sie, Hartwig Frankenhäuser aus Beelitz?

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17:06 22.09.2021
Hartwig Frankenhäuser, Uhrmacher in Rente aus Beelitz.
Hartwig Frankenhäuser, Uhrmacher in Rente aus Beelitz. Quelle: MAZ/privat
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Potsdam

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die MAZ fragt Brandenburgerinnen und Brandenburger, was sie umtreibt. Heute: Hartwig Frankenhäuser (77) aus Beelitz (Potsdam-Mittelmark).

Wo sind Sie gerade – und was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Am Werktisch sitzend sehe ich aus dem Fenster in unseren Garten die grüne Umgebung und viele nach 1990 entstandene Nachbarhäuser. Da kommt oft die Erinnerung an unsere damalige Hausbauzeit. Vier Jahre, die durch das Sammeln von Baumaterialien und mit viel Eigenleistung gekennzeichnet war. Die deutsche Einheit ermöglichte es uns, dass der Geruch von den mit Kohle beheizten Wohnungen, Häusern zur Vergangenheit in Beelitz gehört.

Freude über Unternehmer in Beelitz

Beschreiben Sie uns doch mal einen typischen Tag in Ihrem Leben.

Nach den morgendlichen familiären Tätigkeiten und den Informationen aus der MAZ zum Frühstück kann ich entspannt und zu Hause meinen Beruf ausüben.

Sie wohnen in Beelitz – was gefällt Ihnen dort, was nicht?

Seit 1990 ist es erfreulich zu sehen, wie viele Beelitzer als Firmeninhaber arbeiten und Arbeitsplätze anbieten. Nicht gefallen hat der Abriss der Beelitzer Freibades und ein vorgesehener Neubau im Wasserturmpark, einem klimatisch sehr sensiblen Bereich, wobei die dicht angrenzenden Wohnbereiche einer erhöhten Lärmbelästigung ausgesetzt werden. Nicht gefallen kann, dass die Grundsätze aus der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg die für die Stadtentwicklung Beachtung finden sollten in der Beelitzer Kommunalpolitik kaum als eine Aufgabe gesehen werden. Die historisch einmalige Chance, Grundstücke im Innenbereich zu erwerben, ist meine Frage an alle in die Verantwortung gewählten Beelitzer Stadtverordneten.

Zu viel Anspruchshaltung an die Politik – bitte mehr eigenes Mittun

Was regt Sie zurzeit am meisten auf und warum?

Das sind oft die öffentlichen Ansprachen, Anforderungen an die Politik, die soll schnell Lösungen präsentieren, sofort und umfassend natürlich zu meinem Nutzen. Ein selbst Mittun und das Aufstehen für den Erhalt des Systems der Demokratie in unserem Land erliegt zu oft der Gleichgültigkeit.

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Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?

Da ist seit Herbst 2020 bis Frühjahr 2021 mehrmals stationär im Ernst-von-Bergmann-Klinikum sein musste, beschämt mich meine Unkenntnis über die Vielzahl von Ärzten und Pflegepersonal aus aller Welt, die hier den Menschen Hilfe leisten. Es ist Freude des Lebens und ehrfürchtige Dankbarkeit im Wissen, was für tolle Arbeit in den Kliniken geleistet wird. Mit Liebe und Zuneigung von meiner Familie und dem Bekanntenkreis konnte ich meinen Gesundheitszustand als Genesener erreichen. Wenn teilweise die Freiheit mit einer Impfunwilligkeit begründet wird, ist es nicht mein Verständnis von einer Verantwortung gegenüber den Menschen.

Für die FDP engagiert seit 1990

Wären Sie bereit, sich politisch zu engagieren und wofür?

Ich engagiere mich seit dem Herbst 1989 und bin in Beelitz Stadtverordneter der FDP seit 1990. Dem Kreistag von Potsdam-Mittelmark habe ich 2,5 Legislaturperioden angehört. Als unser Land die Herausforderungen der Flüchtlingsaufnahme zu bewältigen hatte, konnten wir einer Familie mit einer Wohnung in unserem Haus helfen. „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun, sondern frage, was kannst Du für Dein Land tun.“ 1962 hat diese Ansprache von J. F. Kennedy und sein Besuch in Westberlin das Feuer der Freiheit in mir entfacht. Leider konnten solche Freiheitsgedanken erst mit Michail Gorbatschow nach der Wende 1989 in unserem Lebensbereich ihre Chance bekommen.

Wenn Sie Bundeskanzler wären, was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Zeitnah und mit ehrlichen Kompromisslinien eine Regierung bilden, die unser schönes Deutschland weiter befähigt, die Europäische Union als einen Hort des Friedens, der Stabilität für alle Europäer mitgestalten kann.

Und was bewegt Sie, liebe Leserinnen und Leser? Wenn Sie mitmachen wollen, schicken Sie uns eine Mail an wasbewegtsie@maz-online.de

Von MAZonline