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Brandenburg Martin Braune, Student aus Stahnsdorf: „Alle Parteien sind für mich unwählbar“
Brandenburg

Vor der Bundestagswahl 2021: Was bewegt Sie, Martin Braune aus Stahnsdorf?

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12:57 04.08.2021
Martin Braune, Student für Musikpädagogik aus Stahnsdorf
Martin Braune, Student für Musikpädagogik aus Stahnsdorf Quelle: Foto: privat
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Potsdam

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die MAZ fragt Brandenburgerinnen und Brandenburger, was sie umtreibt. Heute: der Student Martin Braune (23) aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark).

Wo sind Sie gerade – und was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Ich befinde mich in Potsdam und wenn ich aus dem Fenster sehe, erblicke ich die Potsdamer Innenstadt. Viel Grün und am Horizont tauchen immer wieder kleine Kirchentürme zwischen den Bäumen auf. Da es schon Abend ist, sehe ich die Signalleuchten des Windparks rhythmisch aufblinken und einige entfernte Gebäude werden hübsch angestrahlt.

Beschreiben Sie uns einen typischen Tag aus Ihrem Leben.

Mein Wecker klingelt häufig um 7 Uhr und ich zwinge mich selbst auch direkt aufzustehen. Ich bereite mein Frühstück vor, ich mag es ausgiebig zu essen, bevor man in den Tag startet und lasse mir dabei gerne Zeit. Dann geht es zum Training und ich versuche, vor 11 Uhr wieder zu Hause zu sein, damit ich pünktlich um 12 Uhr eine gute Mahlzeit einnehmen kann. Was darauf folgt, ist stark tagesabhängig, entweder werden noch Dinge für die Uni erledigt, wie Hausarbeiten schreiben oder ich widme mich meinen Hobbys. Dies kann den Rest des Tages in Anspruch nehmen, es sei denn, ich treffe mich abends mit Freunden. Meistens geht das aber nicht allzu lang in die Nacht hinein, weil ich am nächsten Morgen wieder früh in den Startlöchern stehen will.

Eigene Fehler regen am meisten auf

Sie wohnen in Stahnsdorf – was gefällt Ihnen dort, was nicht?

Mir gefällt es dort insgesamt ziemlich gut. Schön ist die ländliche Umgebung und die Nähe zu Potsdam und Berlin. Allerdings bin ich der Meinung, dass Stahnsdorf und vor allem Güterfelde eine bessere Busanbindung nötig hat, zumindest am Wochenende. Weder kommt man abends hin noch zurück.

Was regt Sie zurzeit am meisten auf und warum?

Am meisten regen mich zurzeit meine eigenen „Fehler“ oder eher Entscheidungen auf. Es sind immer kleine Sachen, die mir den Wind aus den Segeln nehmen und mich bremsen, dabei sind diese Dinge aber selbst verschuldet. Das regt mich auf, weil ich ständig vor Augen habe, was möglich gewesen wäre und ich entweder diese Chance habe verstreichen lassen oder schlichtweg Fehlentscheidungen getroffen habe.

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Mehr Offenheit bei sich und anderen

Was müsste passieren, damit es besser wird?

Ich denke, der Grundstein für eine Verbesserung wäre Selbstreflexion und bewussteres Leben und Denken. Häufig passiert es, dass man Dinge einfach geschehen lässt, was partout nicht schlecht sein muss, aber da beginnen Kausalketten, die im Nachhinein nicht mehr zu überschauen sind. Offenheit und Reflexion sind Dinge, die nicht nur ich verbessern muss, meiner Meinung nach, sondern die ich mir auch von anderen wünsche.

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?

Zuletzt haben mir sportliche Aktivitäten mit Freunden große Freude bereitet, allerdings gibt es zwischendurch Kleinigkeiten, die mich erfreuen, aber denen man sich selten bewusst ist. Zum Beispiel heute Morgen: ein heißer Tee, gemütlich auf dem Balkon sitzen und die ersten warmen Sonnenstrahlen einfangen, an einem noch frischen Sommermorgen, in dem Bewusstsein, dass es heute noch heiß wird.

Bereit für Engagement im Klima- und Naturschutz

Wären Sie bereit, sich politisch zu engagieren und wofür?

Politisches Engagement wäre zurzeit in meinem Rahmen eher unwahrscheinlich, da dies auf eigene Faust geschehen müsste. Meiner Meinung nach ist das Konzept von Parteien schlecht gealtert und durchaus reformwürdig, dennoch ist mir die Notwendigkeit anhand fehlender Alternativen durchaus bewusst. Mir fehlt das Gefühl politischer Zugehörigkeit, in meinen Augen sind alle Parteien und Einzelpersonen zurzeit unwählbar. Dennoch werde ich wählen und mich für das „geringste Übel“ entscheiden müssen. Ich wäre bereit, mich für Klima- und Naturschutz zu engagieren und mich für soziale Politik einzusetzen.

Wenn Sie Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wären – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Ich bin ehrlich, ich habe keinen blassen Dunst. Auf jeden Fall würde ich weitere Schritte Richtung Klimaneutralität gehen und Maßnahmen zur Vorbeugung der Studenten- und Altersarmut ergreifen. Wie diese Schritte aussehen würden, kann ich so uninformiert wie ich es jetzt gerade bin, nicht erahnen.

Und was bewegt Sie, liebe Leserinnen und Leser? Wenn Sie mitmachen wollen, schicken Sie uns eine Mail an wasbewegtsie@maz-online.de

Von MAZonline