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Brandenburg Sophie Riemscheid aus Potsdam: „Mehr Empathie und Verständnis füreinander würde viele Dinge erleichtern“
Brandenburg

Vor der Bundestagswahl 2021: Was bewegt Sie, Sophie Riemscheid aus Potsdam?

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11:50 25.09.2021
Sophie Riemscheid, 38, Projektassistentin aus Potsdam.
Sophie Riemscheid, 38, Projektassistentin aus Potsdam. Quelle: Scheerbarth/Privat
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Potsdam

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die MAZ fragt Brandenburgerinnen und Brandenburger, was sie umtreibt. Heute: Sophie Riemscheid, 38, Projektassistentin aus Potsdam.

Wo sind Sie gerade – und was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Ich bin im Büro und schaue auf den Filmpark Babelsberg.

Pizza auf der Vereinsterrasse

Beschreiben Sie uns doch mal einen typischen Tag aus Ihrem Leben.

Meistens stehe ich um 6 Uhr auf und beantworte beim ersten Kaffee des Tages schnell schon mal ein paar Emails. Dann wecke ich meinen Sohn, wir frühstücken zusammen. Schulbrot machen und aus dem Fenster winken zur Verabschiedung muss schon noch sein. Danach erstmal durchatmen. Wenn mein Mann keinen Frühdienst hat, trinken wir noch zusammen einen Kaffee und dann gehe ich entweder direkt ins Büro oder, wenn vorher noch Zeit ist, schwimmen oder laufen anschließend fahre ich mit dem Rad nach Babelsberg zur Arbeit. Am Nachmittag düst unser Sohn nach den Hausaufgaben dann zum Hockey-Training und wenn es zeitlich passt, gehe ich dort gerne zum Zuschauen mit oder nutze die Zeit vor Ort, um mich ehrenamtlich im Verein einzubringen. Abends treffen wir uns spätestens alle zusammen beim Abendessen. Im Sommer auch gerne mal im Verein auf der Terrasse für eine Pizza.

Sie wohnen in Potsdam – was gefällt Ihnen dort, was nicht?

An Potsdam schätze ich sehr die kurzen Wege, alles ist gut mit dem Rad oder dem ÖPNV in kurzer Zeit erreichbar. Als Triathletin liebe ich die zahlreichen Möglichkeiten zum Laufen in den Potsdamer Parks, zum Schwimmen und zum Radfahren im Potsdamer Umland. Etwas wirklich Negatives fällt mir zu Potsdam gar nicht ein.

„Es ist immer leicht, als Außenstehender rumzunörgeln“

Was regt Sie zurzeit am meisten auf und warum?

Zum einen, dass im Wahlkampf mehr über Personen diskutiert wird als über Inhalte. Und zum anderen, dass viele Menschen einfach nur noch „konsumieren“ und in ihrem ganz persönlichen Kosmos leben. Es ist immer leichter als Außenstehender rumzunörgeln oder Forderungen zu stellen, als sich selbst einzubringen und aktiv Dinge mitzugestalten. Und dafür auch mal nicht die Hand aufhalten – Einfach mal einen Beitrag für die Gesellschaft, also für uns alle zu leisten.

Was müsste passieren, damit es besser wird?

Generell würde ich mir wünschen, dass man sich zuerst und mehr in die Lage des Gegenübers versetzt wird bevor genörgelt und geschimpft wird. Mehr Empathie, Toleranz und Verständnis füreinander würde viele Dinge erleichtern.

Herzensthema soziale Gerechtigkeit

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?

Das große Familientreffen letztes Wochenende zum 80. Geburtstag von meinem Schwiegerpapa. Es war so schön zu erleben, wie wichtig Familie ist, gerade nach der Corona-Zeit und der damit verbundenen langen Zeit in der Familientreffen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich waren.

Wären Sie bereit, sich politisch zu engagieren und wofür?

Ich kann mir schon vorstellen, mich in der Zukunft auch mal politisch zu engagieren. Mir sind Themen wie Umweltschutz, Speziesismus und soziale Gerechtigkeit sehr wichtig und ich habe dazu eine Meinung, mit der ich häufig mein Umfeld nerve

Wenn Sie Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wären – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Egal, wer es wird: ich möchte nicht tauschen! Es verdient Respekt, wenn sich jemand dieser unglaublich großen Verantwortung stellt. Klimaschutz sozial verträglich umzusetzen und dadurch breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen, muss aus meiner Sicht oberste Priorität haben.

Von MAZonline