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Brandenburg Thomas Krummsdorf: „Das Interesse am Gemeinwohl ist nicht genügend spürbar“
Brandenburg

Vor der Bundestagswahl: Was bewegt Sie, Thomas Krummsdorf aus Schönhagen in der Prigitz

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11:00 25.08.2021
Thomas Krummsdorf, Gartenbau-Ingenieur und Unternehmer aus Schönhagen.
Thomas Krummsdorf, Gartenbau-Ingenieur und Unternehmer aus Schönhagen. Quelle: Detlev Scheerbarth/privat
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Potsdam

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die MAZ fragt Brandenburgerinnen und Brandenburger, was sie umtreibt. Heute: Thomas Krummsdorf (59) aus Schönhagen (Prignitz).

Wo sind Sie gerade – und was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Thomas Krummsdorf: Zuhause in der Schönhagener Mühle, einer alten Wassermühle von 1848, die ich 2006 gekauft und seitdem für eine touristische Nutzung als Biohotel und für den Betrieb unseres Bauwerksbegrünungsunternehmens hergerichtet habe. Ich schaue gern hinaus auf unsere gestaltete Gartenanlage.

Beschreiben Sie uns doch mal einen typischen Tag aus Ihrem Leben.

Ich arbeite eigentlich immer zwischen 7 und 19 Uhr. In aller Regel habe ich mit dem Bauwerksbegrünungsunternehmen zu tun. Ich koordiniere den Einsatz unserer Mitarbeiter, die in Hamburg und Berlin Dächer begrünen. Das wird aus dem Büro gesteuert, aber auch über Termine auf den Baustellen.

„Viele Leute sind nur auf sich selbst bezogen“

Sie wohnen in Schönhagen – was gefällt Ihnen dort, was nicht?

Der ländliche Charakter und damit verbunden die Nähe zur Natur ist etwas Wunderschönes, das mir hier besonders gefällt. Was mir nicht gefällt, ist nicht auf Schönhagen bezogen, sondern auf die ganze Region: Dass viele Leute nur auf sich selbst bezogen existieren. Das Interesse am Gemeinwohl ist nicht genügend spürbar.

Was regt Sie zurzeit am meisten auf und warum?

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Menschen und insbesondere die Landwirtschaft auf den Klimawandel einstellen, ist mir nicht ausreichend. Und das insbesondere, weil wir uns schon seit 2001 in unserem Unternehmen mit unserer Arbeit an der Abfederung des Klimawandels beteiligen. Wir bemühen uns auch zunehmend, unser gesamtes Unternehmen auf Gemeinwohlökonomie umzustellen.

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Was müsste passieren, damit es besser wird?

Wir brauchen eine handlungsfähige und handlungswillige Politik, die nicht verwaltet, sondern agiert.

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?

Erstmal, dass im Rahmen der Corona-Pandemie die Möglichkeit besteht, sich impfen zu lassen, um wieder zu einem normalen Leben zurückfinden zu können. Sonst freue ich mich über die zunehmende Akzeptanz von grüner Politik in der Gesellschaft.

Politisch engagiert und orientiert

Wären Sie bereit, sich politisch zu engagieren und wofür?

Ich war mein ganzes Leben ein Mensch, der sich politisch engagiert und orientiert.

Wenn Sie Bundeskanzler wären – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Das steht nicht zur Debatte, und deshalb kann ich das nicht beantworten. So einfach ist die Welt nicht, denn mit einer Maßnahme, und sei es auch die erste, kann man nicht wirklich etwas verändern. Politik braucht eine Strategie und kann nicht immer nur auf den Tag bezogen agieren.

Und was bewegt Sie, liebe Leserinnen und Leser? Wenn Sie mitmachen wollen, schicken Sie uns eine Mail an wasbewegtsie@maz-online.de

Von MAZonline