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Brandenburg Rainer Opolka bringt seine bösen Wölfe nach Halle
Brandenburg Rainer Opolka bringt seine bösen Wölfe nach Halle
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14:43 15.10.2019
Künstler Opolka mit einem seiner Wölfe gegenüber des jüdischen Friedhofs und der Synagoge in Halle.
Künstler Opolka mit einem seiner Wölfe gegenüber des jüdischen Friedhofs und der Synagoge in Halle. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
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Potsdam

Als Mahnung gegen rechtsradikale Gewalt hat der Brandenburger Künstler Rainer Opolka vor der Synagoge in Halle vier große Bronze-Wölfe aufgestellt. Er will mit der eintägigen Aktion vor der Synagoge, die am 9. Oktober Ziel eines antisemitischen Anschlags war, auf die Zunahme rechtsradikaler Gewalt aufmerksam machen.

Zwei der Wölfe tragen Pistolen. Dazwischen befindet sich ein großes Banner mit der Aufschrift: „Wir müssen endlich aufwachen. Zeit zu handeln.“

„Kein Wunder, wenn der Hass sich entlädt“

Opolka und seine Mitstreiterin Lea Rosh warnten, es gebe im Land Tausende gewaltbereite Neonazis und eine AfD, die sich immer mehr radikalisiere: „Wo Polizei abgebaut, Nationalsozialismus-Verharmloser in Talkshows eingeladen und Hassveranstaltungen auf Marktplätzen und im Netz toleriert werden, darf man sich nicht wundern, wenn sich der Hass in Blutorgien wie in Halle entlädt.“

Jüdisches Leben in Deutschland sei „in Gefahr“, warnte Opolka. Alle Menschen müssten sich gegen Antisemitismus und vor jüdische Menschen stellen, sagte er.

Bildhauer Opolka hat nach eigenen Angaben vor vier Jahren insgesamt 80 Wölfe in Bronze gegossen. Er stelle sie dort auf, „wo Menschenrechte und Demokratie gefährdet sind“, erklärte der Künstler. Bislang war er an 16 Orten mit den Wölfen präsent, unter anderen in Berlin, Potsdam, Dresden, München und Chemnitz. Zuletzt standen Wölfe unter anderen in Kassel nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Zwei Tote, zwei Schwerverletzte

Ein 27-jähriger hatte vergangenen Mittwoch schwer bewaffnet versucht, in die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Hallenser Synagoge einzudringen. Als das scheiterte, erschoss der gebürtige Sachsen-Anhalter eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in einem nahen Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte der Schütze ein Ehepaar schwer.

Der 27-Jährige wurde später festgenommen und gestand, den Anschlag aus rechtsextremen und antisemitischen Motiven begangen zu haben.

Am kommenden Samstag ist in Halle ein Gedenkkonzert unter dem Titel „#HalleZusammen“ geplant. Dabei sollen unter anderen Max Giesinger, Alice Merton und Joris auftreten, berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk, der Mitveranstalter des Konzerts ist.

Von MAZonline