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Brandenburg Vorerst keine neuen Flugrouten am BER
Brandenburg Vorerst keine neuen Flugrouten am BER
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22:34 14.10.2013
Bei den Flugrouten bleibt vorerst alles, wie es ist. Quelle: dpa
Schönefeld

Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) muss im Kampf gegen Fluglärm weiter bangen. Die Fluglärmkommission vertagte gestern in Schönfeld (Dahme-Spreewald) eine Debatte um neue Flugrouten.

Der geplante Vortrag des Eichwalder Privatpiloten Marcel Hoffmann wurde überraschend abgebrochen. Er hatte im Vorfeld der Sitzung mit einem neuen Vorschlag für Aufsehen gesorgt, der nach seiner Einschätzung tausende Brandenburger vom drohenden Düsenkrach des Flughafens BER entlasten sollte. Doch die Kommission wolle erst über Änderungen beraten, wenn der Flughafen in Betrieb ist, sagte der Kommissionsvorsitzende Gerhard Steintjes.

Hoffmann reagierte enttäuscht. „Mir tun einfach die Bürger leid, die man deutlich entlasten könnte“, sagte der 63-Jährige. „Man könnte doch die Verzögerung bis zur Flughafeneröffnung sinnvoll nutzen.“ Seine Idee: Unmittelbar nach dem Start sollten die Jets scharf nach Süden abknicken, Blankenfelde-Mahlow verschonen und stattdessen über weniger dicht besiedeltes Gebiet fliegen. Wer in dem Gremium aus rund 30 Bürgermeistern gegen die Debatte votierte, wurde nicht bekannt. „Die eine oder andere Gemeinde hat kein Interesse daran, dass das Bündel wieder aufgeschnürt wird“, sagte Steintjes. „Es tut mir sehr leid, auch ich finde seine Überlegungen sehr interessant.“

Unklar ist auch, wie Blankenfelde-Mahlow nach dem jüngsten Urteil des Oberverwaltungsgerichts überflogen wird. Das Gericht hatte im September die Route, die mitten über die Gemeinde führen soll, für Nachtflüge verworfen. Stattdessen sollen die Jets ab 22 Uhr einen nördlichen Bogen um Mahlow machen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) präsentierte gestern zwar mehrere Varianten, das Gremium vertagte jedoch auch diese Debatte. Bevor das Urteil nicht rechtskräftig sei, mache eine Diskussion keinen Sinn, hieß es.

Dagegen legte die Kommission die Grundlage für die geplante Sanierung der BER-Nordbahn. Wenn die in die Jahre gekommene Piste, die heute noch zum alten Schönefelder Airport gehört, saniert wird, müssen die Jets vorübergehend von der BER-Südbahn starten. Dafür müssen neue Routen geplant werden, damit die Abflüge nicht den Anflügen des Flughafens Tegel in die Quere kommen. Bei Westwind sollen die Flugzeuge im 15-Grad-Winkel südlich über Dahlewitz (Teltow-Fläming) fliegen. Bei Ostwind sieht das Konzept der DFS einen leichten Knick nach Norden vor. So sollen Woltersdorf, Schulzendorf und Eichwalde verschont werden.

Ein endgültiges Votum soll die Kommission bei ihrer Sitzung am 18. November fällen. Die Route könnte dann zum 1. Juli 2014 rechtssicher werden und die Sanierung der Nordbahn frühestens dann beginnen. Ein Sanierungstermin steht jedoch noch nicht fest.

Von Torsten Gellner

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