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Brandenburg Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Tierquälerei
Brandenburg Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Tierquälerei
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00:22 19.04.2019
In Deutschland werden etwa 40 Millionen Wachteleier pro Jahr verzehrt. Tierschützer prangern die Haltungsbedingungen an. Quelle: obs/Deutsches Tierschutzbüro
Potsdam

Nach der Ausstrahlung eines TV-Beitrags über die Zustände in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Wachtelhaltung in Buckow (Teltow-Fläming) ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam. Der Vorwurf lautet auf Tierquälerei. Zwei weitere Betriebe in Goldenstedt/Niedersachsen und Lübeck/Schleswig-Holstein müssen sich ebenfalls auf Ärger mit der Justiz einstellen.

Das Deutsche Tierschutzbüro hatte zusammen mit dem ARD-Magazin „Report Mainz“ undercover recherchiert und in den drei Legebatterien mit versteckter Kamera gefilmt. Um mehr Informationen und Zugang zu den Anlagen zu bekommen, gaben sich die Tierschützer und Journalisten als Eierhändler aus, und täuschten ein Kaufinteresse vor, erklärte Jan Peifer vom Tierschutzbüro der MAZ. Der Betrieb in Buckow sei vom Kreisveterinäramt nach eigenen Angaben für maximal 15.000 Wachteln zugelassen, und derzeit mit 10.000 Tieren belegt. „Das ist keine kleine Klitsche“, so Peifer. Die Wachteln würden „unter qualvollen Bedingungen in engen Käfiganlagen untergebracht“ und litten unter Verhaltensstörungen und Verletzungen.

In der Grauzone

Laut Peifer bewegen sich die Produzenten von Wachteleiern in einer Grauzone, weil es keine Mindeststandards für die Haltungsbedingungen gibt –anders als bei Hühnern. „Die Betreiber haben im Grunde einen Freifahrtschein und können die Tiere so halten, wie sie möchten.“ Gleichwohl gelte auch für sie das Tierschutzgesetz, meint Peifer, dagegen verstoße die in Buckow praktizierte Käfighaltung eklatant.

Für den Betrieb in Goldenstedt haben die Enthüllungen bereits jetzt wirtschaftliche Konsequenzen: Edeka nahm die Wachteleier vorübergehend aus dem Sortiment, solange die Ermittlungen andauern. Im Brandenburger Fall rätseln die Tierschützer noch über den Vertriebsweg. „Wir gehen von einer Legeleistung von etwa 8500 Eiern pro Tag aus. Der Betreiber muss die Eier an einen Supermarkt verkaufen, wir wissen aber noch nicht, an welchen.“

Der Verbrauch von Wachteleiern ist in jüngerer Vergangenheit stark gestiegen, auch infolge diverser Hühnerei-Skandale. Das Deutsche Tierschutzbüro schätzt den Verzehr auf etwa 40 Millionen Eier jährlich. Die Organisation propagiert eine komplett vegane Ernährung.

 

Von Thorsten Keller

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