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Brandenburg Wo die Wähler der AfD herkommen und welche Parteien deswegen verlieren
Brandenburg Wo die Wähler der AfD herkommen und welche Parteien deswegen verlieren
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16:41 02.09.2019
Zehdenick wählerwanderung 1 Quelle: Detlev Scheerbarth
Potsdam

Bei der Landtagswahl haben 297.429 Wahlberechtigte ihre Zweitstimme der AfD gegeben. Das ist zwar weniger als bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren (301.103), aber auch mehr als doppelt so viel wie bei der Landtagswahl von 2014, als 120.077 Brandenburger für die Partei am rechten Rand votierten.

Woher die zusätzlichen Stimmen kommen, darüber führt der Landeswahlleiter keine Statistik. Aber wie aus der Analyse zur Wählerwanderung von Infratest dimap hervorgeht, stammt der größte Teil des Zugewinns aus dem Lager der Nichtwähler. Infratest führt in den Wahllokalen anonyme Befragungen der Wähler durch und erstellt so ungefähre Schätzungen, wie sich die Stimmanteile unter den Parteien im Vergleich zu früheren Wahlen verschoben haben könnten.

107.000 Nichtwähler stimmen für AfD

Ungefähr 107.000 Menschen, die bei der Wahl 2014 noch zu Hause geblieben waren, machten demnach nun ihr Kreuz bei der AfD. Außerdem jagte die Partei der CDU rund 28.000 Stimmen ab. Damit würden die Verluste der CDU fast ausschließlich auf das Konto der AfD gehen. Denn 2014 hatten noch 29.846 Brandenburger mehr für die CDU gestimmt.

Von der SPD gingen 12.000 Stimmen ins Lager der AfD, von den Linken rund 11.000. Sogar von den Grünen und den Freien Wählern konnte die AfD ganz leicht profitieren (je 2000 Stimmen).

Linke verliert an AfD und SPD

Und wie sieht es mit der Linken aus? Sie verlor 51.000 Stimmen an andere Parteien, holte aber auch etwa 13.000 Kreuzchen von ehemaligen Nichtwählern und 1000 Stimmen einstiger CDU-Wähler.

Am stärksten profitierte die SPD von der Schwäche der Linken. 19.000 ehemalige Linken-Wähler wechselten ins Lager der Unterstützer von Ministerpräsident Dietmar Woidke. Ein Zeichen dafür, dass dessen Mobilisierungsstrategie zur Verhinderung eines Wahlsiegs der AfD aufging.

Die AfD zieht als zweitstärkste Fraktion in den Landtag ein, und das verändert das Geschlechterverhältnis im neuen Landtag. Unter den 23 Abgeordneten der AfD sind zur fünf Frauen. Insgesamt werden dem neuen Landtag weniger Frauen angehören als bisher. 28 der 88 Sitze gingen an Frauen, wie Landeswahlleiter Bruno Küpper sagte.

In der von 2014 bis 2019 laufenden Legislaturperiode gehörten dem Landtag 34 Frauen an. Bei der Wahl stimmte fast ein Viertel der rund 2,1 Millionen Wahlberechtigten per Brief ab. Mit 23,1 Prozent Briefwählern sei der höchste Wert seit der Wende bei Landtagswahlen erreicht worden, berichtete Küpper.

Von Torsten Gellner

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