Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Firmen bieten Hilfe beim Löschen an – Debatte um Hubschrauber
Brandenburg Firmen bieten Hilfe beim Löschen an – Debatte um Hubschrauber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:54 04.06.2019
Ein Hubschrauber im Einsatz beim Waldbrand bei Jüterbog. Auch ein Hubschrauber der Bundeswehr stünde bereit, hieß es am Dienstag aus der Operationszentrale. Quelle: Julian Stähle/dpa
Jüterbog

Gleich an mehreren Stellen hat die Feuerwehr am Dienstag gegen Brände in Brandenburgs Wäldern gekämpft. In Jüterbog hatte sich ein Brand bis zum Nachmittag auf mehr als 600 Hektar ausgebreitet. Mit Löschhubschraubern versuchten die Rettungskräfte, der Flammen Herr zu werden. „Die Lage ist nicht unter Kontrolle“, sagte Kathrin Burghardt von der Stadt Jüterbog. Die Winde drehten ständig. Das erschwere die Arbeiten vor Ort.

Eine Gefahr für die Anwohner bestehe derzeit zwar nicht. Dennoch sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben. Der Brandgeruch aus Teltow-Fläming war am Dienstagnachmittag sogar im 45 Kilometer entfernten Potsdam zu riechen. Die Feuerwehr warnte vor dem Qualm: „Bitte halten Sie Türen/Fenster geschlossen und schalten Sie Ihre Klimaanlage ab“.

Der Brand, der am Montag ausgebrochen war, befindet sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. „Das gesamte Gebiet ist mit Munition aus 180 Jahren Militärgeschichte des Schießübungsplatzes kontaminiert“, teilte die Stadt mit. „Wir können wie in jedem Jahr nicht alle Brandherde löschen, da erneut die munitionsbelasteten Flächen brennen“, so Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos).

Woidke dankt den Feuerwehrleuten

Die große Munitionsbelastung sei „ein echtes Problem für unser Land, nach wie vor“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einer Kabinettssitzung in Herzberg (Elster). Er hoffe, dass es mit den Waldbränden ein glimpfliches Ende nehme. „Man kann nur den Kameraden danken, die da für uns alle im Einsatz sind“, sagte Woidke.

„Es wird noch eine ganze Zeit lang brennen“, sagte auch ein Sprecher der Feuerwehr. Mehrere Firmen hätten ihre Hilfe mit Wasser oder Technik angeboten, berichtete der Sprecher - unter anderem eine Firma mit einer gepanzerten Holzernte-Maschine.

Auch die Bundeswehr prüft nach eigenen Angaben eine mögliche Hilfestellung beim Löschen. Ein Hubschrauber stünde bereit, hieß es am Dienstag aus der Operationszentrale des Kommandos territoriale Aufgaben in Berlin. Die Einsatzkräfte müssten die Hilfe aber anfordern.

Debatte um Löschhubschrauber

Der forstpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Karlheinz Busen, forderte angesichts des Brandes, Deutschland müsse dringend eigene Löschhubschrauber anschaffen. Großflächige Brände und bestehende Explosionsgefahren müssten aus der Luft bekämpft werden, so Busen.

Zu den Forderungen sagte Landesbranddirektor Heinz Rudolph: „Es ist wichtig, dass ein Helikopter kommt, wenn man ihn braucht – nicht, dass man einen besitzt.“ Dies sei nach derzeitigem Stand gewährleistet. Helikopter waren auch in den vergangenen Tagen zu Löscheinsätzen in der Luft.

Im flachen Brandenburg komme die Feuerwehr auch ohne Luftunterstützung recht gut an Waldbrandgebiete heran. Die Landschaft sei nicht so zerklüftet, bergig und unzugänglich wie in Portugal oder Südfrankreich, sagte der Branddirektor. Auf munitionsverseuchten Flächen gelte wiederum auch für Löschhubschrauber ein Sicherheitsabstand.

Personalstärke der Freiwilligen Feuerwehren stabil

Die Personalstärke der Freiwilligen Feuerwehren ist laut Landesbranddirektor Heinz Rudolph erstmals seit vielen Jahren nicht mehr gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr stagniere die Zahl der Kameraden bei rund 38.000 landesweit. „Wir haben die Talsohle erreicht und freuen uns über die Entwicklung“, sagte Rudolph, der dem Innenministerium untersteht.

Ausschlaggebend für den Stopp des Abwärtstrends sind laut Rudolph etliche Initiativen der Politik im vergangenen Jahr zugunsten der Mitglieder der Freiwilligenwehren. „Wir erhalten jetzt die Quittung für diese Bemühungen“, so der Branddirektor. Er nannte die jährliche Prämie von 200 Euro pro Kamerad, Jubiläumszahlungen von 500 Euro nach jeweils zehn Dienstjahren sowie eine verbesserte Hinterbliebenenversorgung. „Das Land hat viel zur Wertschätzung des Ehrenamts getan“, sagte Rudolph.

Seit Jahresanfang schon 132 Brände

Neben dem Brand in Jüterbog brannten auch in Hennickendorf (Landkreis Teltow-Fläming) rund 60 Hektar Wald. Das Feuer sei dort aber unter Kontrolle, sagte Landkreissprecherin Heike Lehmann.

Auch in der Lieberoser Heide bei Butzen (Landkreis Dahme-Spreewald) brannten am Dienstag rund 1000 Quadratmeter, wie die Regionalleitstelle der Feuerwehr Lausitz auf Nachfrage mitteilte. Der Brand in einem Stück Wald sowie ein weiterer Brand in Wolfslake nordwestlich von Berlin (Oberhavel) konnten am Nachmittag gelöscht werden.

Insgesamt brannte es in Brandenburgs Wäldern seit Jahresanfang 132 Mal, wie das Umweltministerium mitteilte. Am Dienstag war die Waldbrandgefahr im Land leicht zurückgegangen. Nur im Landkreis Elbe-Elster galt noch die höchste Gefahrenstufe 5 mit einer sehr hohen Gefahr für Waldbrände. Am Montag galt Stufe 5 noch für das gesamte Land.

„Je feuchter die Luft ist, desto größer ist die Chance, dass die Gefahr für Waldbrände zurückgeht“, sagte Klaus-Peter Wittich, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Standort Braunschweig. Schon am Mittwoch sollte die Waldbrandgefahr nach DWD-Angaben aber wieder steigen.

Lesen Sie dazu auch:

Das bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen

Brandgeruch erreicht Potsdam

Karte: hier brennt es in Brandenburg

3500 Quadratmeter in Wolfslake in Flammen

Große Waldflächen brennen in Teltow-Fläming

Raimund Engel: „Die Lage ist weiterhin angespannt“

Von Ulrich Wangemann (mit dpa)

Die Vorschriften der neuen Verordnung zu erfüllen, ist eine Herausforderung, sagt die Datenschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Dagmar Hartge. Umgekehrt erzieht die Datenschutz-Grundverordnung auch zu mehr Wachsamkeit.

07.06.2019

Dürre, Hitze, Waldbrände: Nach Ansicht der Brandenburger Grünen sind die Folgen des Klimawandels in Brandenburg nicht mehr zu übersehen. Der Landtag soll nun den Klimanotstand ausrufen. Das könnte weitreichende Folgen haben.

15.06.2019

Die 88 Abgeordneten müssen in der kommenden Woche vier statt der üblichen zwei oder drei Plenartage absolvieren, um alle Anträge auf der letzten Sitzung des Parlaments vor der Landtagswahl zu schaffen. Offen ist, ob Rot-Rot eine Mehrheit für ihr Verfassungsschutzgesetz erhält.

07.06.2019