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Brandenburg Waldbrand in Lieberoser Heide – Geruch zieht bis nach Potsdam
Brandenburg Waldbrand in Lieberoser Heide – Geruch zieht bis nach Potsdam
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10:37 26.06.2019
Ein Schild weist nach langer Trockenheit die Waldbrandgefahrenstufe 5 aus. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Potsdam

Der Rauch des am Montag ausgebrochenen Waldbrandes in der Lieberoser Heide (Landkreis Dahme-Spreewald) war am Dienstagmorgen sogar in der 120 Kilometer entfernten Landeshauptstadt zu riechen. „Der Wind steht aktuell so, dass der Brandgeruch bis nach Potsdam zieht“, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel, der MAZ.

In der Lieberoser Heide werden die Löscharbeiten vermutlich noch Tage dauern.

Das Feuer in der Region nördlich von Cottbus hatte sich am Montagabend rasch auf eine Fläche von mehr als 70 Hektar ausgedehnt. In der Nacht sei die Brandfläche auf rund 100 Hektar angewachsen, sagte ein Polizeisprecher am frühen Dienstagmorgen. Bis das Feuer gelöscht sei, könne es noch einige Tage dauern.

Häufiger Brände in der Heide

Der Katastrophenwarn-Dienst Katwarn warnte am Dienstagmorgen auch in Potsdam vor Geruchsbelästigung. Wer bis zu 20 Kilometer von der Brandstelle entfernt wohne, solle zudem Türen und Fenster geschlossen halten. In der Lieberoser Heide hatte es bereits im Juli 2018 auf einer Fläche von 400 Hektar gebrannt, Anfang Juni 2019 dann erneut auf 1000 Quadratmetern.

Das Problem dort ist, dass Feuer fast nur aus der Luft bekämpft werden können, weil sich im Boden des ehemaligen Truppenübungsplatzes möglicherweise noch Munition befindet – ähnlich wie bei einem Brand bei Jüterbog vor wenigen Wochen.

Auch bei Jüterbog brannte es am Montagabend wieder in einem Munitionsgebiet – laut Engel aber nur auf einer Fläche von 1,5 Hektar. Das Feuer sei inzwischen gelöscht und die Feuerwehr bereits wieder abgerückt, sagte Engel der MAZ am Dienstag.

Hier geht es zur Themenseite der Waldbrände in Brandenburg

Mit der Hitze steigt die Waldbrandgefahr

Mit der Hitze steigt auch Waldbrandgefahr weiter an. Am Mittwoch sollen es bis zu 39 Grad werden, bereits am Dienstag steigen die Temperaturen auf 36 Grad, wie der Deutschen Wetterdienst (DWD) mitteilte. Am Dienstag sei es vor allem in den südlichen Teilen Brandenburgs am wärmsten, besonders in den Regionen Fläming und Niederlausitz sowie im Berliner Raum.

Am Dienstag rief das Potsdamer Umweltministerium in sechs von 14 Regionen Brandenburgs die höchste Warnstufe fünf aus - zwei mehr als am Vortag. Neu dazu gekommen sind die Landkreise Märkisch-Oderland und Oberspreewald-Lausitz. In sieben Landkreisen gilt die zweithöchste Warnstufe vier, lediglich im Landkreis Oberhavel herrscht noch eine mittlere Waldbrandgefahr.

Engel rechnet damit, dass in den kommenden Tagen landesweit Stufe fünf gelten wird. Seit Jahresanfang wurden den Angaben zufolge 220 Waldbrände im Land registriert. 885 Hektar waren betroffen. Nach Angaben von Engel bereitet vor allem der immer wieder aufkommende Wind Sorgen. Schon ein Funke reiche wegen der Trockenheit aus, um einen Brand zu entfachen.

Das bedeuten die Waldbrand-Gefahrenstufen

Von RND/dpa/lin

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