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Brandenburg Streik im Nahverkehr in Westbrandenburg
Brandenburg Streik im Nahverkehr in Westbrandenburg
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16:40 26.02.2015
Quelle: dpa

Am Donnerstag, 26.02.2015, wurde bei der Havelländischen Verkehrsgesellschaft in Rathenow, Nauen und Falkensee sowie bei den Verkehrsbetrieben Brandenburg an der Havel von Dienstbeginn bis 15.00 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft Verdi geht davon aus, dass sich genau wie in den Tagen zuvor in Potsdam bzw. im Osten Brandenburgs, bis zu 100 Prozent am Warnstreik beteiligen. Wie berichten hier aktuell, ob sich doch was bewegt - und wenn ja, wo.

» zum Aktualisieren hier klicken Quelle: dpa

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"Voller Erfolg" für die Gewerkschaft

Am dritten Streik-Tag im brandenburgischen Nahverkehr beteiligten sich rund 160 Kollegen der Havelländischen Verkehrsgesellschaft und der Verkehrsbetriebe Brandenburg/Havel, wie ein Verdi-Sprecher sagte. An fünf Standorten blieben den Angaben zufolge 160 Busse und 18 Straßenbahnen von Dienstbeginn bis zum Nachmittag stehen. Neben Fahrern hätten sich auch Mitarbeiter aus den Werkstätten am Warnstreik beteiligt. Die Gewerkschaft sprach von einem „vollen Erfolg”.

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Halb 4 am Brandenburger Hauptbahnhof

So, eigentlich sollte der Verkehr ja bereits wieder rollen - um halb vier tut sich an der Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof Brandenburg jedoch noch nichts... Quelle: Philip Rißling

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Havelbus-Depot in Nauen

Streikende vor dem Havelbus-Depot in Nauen. Quelle: Andreas Kaatz

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Vor dem Brandenburger Straßenbahndepot

Streik vor dem Brandenburger Straßenbahndepot. Quelle: Philip Rißling

Um 14 Uhr sind vor dem Brandenburger Straßenbahndepot immer noch rund 40 Streikende versammelt. Marco Pavlik, Verhandlungsführer vor Ort, bleibt hart: "Vor 15 Uhr nehmen wir die Arbeit heute nicht auf." Zwar habe es einzelne Anfragen von Bürgern gegeben, ob man nicht schon vor 15 Uhr die Schulen anfahren könne. Dies sei nach Rücksprache mit der Belegschaft aber abgelehnt worden. "Es geht auch darum, Konsequenz zu zeigen", so Pavlik gegenüber der MAZ. Er verspricht aber, dass Busse und Bahnen ab 15.15 Uhr wieder planmäßig fahren. Passend dazu: aus den Boxen vor den Depot-Toren dröhnt "The Show must go on". 

Verdi-Verhandlungsführer Marco Pavlik. Quelle: Philip Rißling

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Kurzer Ausblick für Dahme-Spreewald


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ZOB, Brandenburg an der Havel
Hoffentlich genießt die Familie Ignatov das Sightseeing trotzdem. Das Wetter ist ja zumindest traumhaft.

Völlig perplex ob des Streiks zeigt sich die bulgarische Familie Ignatov: Sie ist mit dem Bus aus Groß Kreutz nach Brandenburg gereist und wartete am Hauptbahnhof vergeblich auf die Bahn. Nach Hinweis der MAZ setzte sie ihre Tour in die Innenstadt geknickt und wohl oder übel per pedes fort. Quelle: Philip Rißling

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ZOB, Brandenburg an der Havel

Am ZOB in Brandenburg an der Havel waren nur vereinzelt Menschen anzutreffen. Auf den Bus warteten die meisten vergeblich, außer... Quelle: Philip Rißling
...sie hatten auf den Überlandbus gewartet - der kam nämlich. Quelle: Philip Rißling

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Auf Petrus war Verlass
Die Brandenburgerin Gisela Haase ist glücklich, dass zumindest die Überlandbusse fahren. "Ich will nach Lehnin zur Familie", sagt sie der MAZ. Gemeinsam mit vier anderen Fahrgästen wartet sie am ZOB auf die Linie 554. Die vier Kilometer zum Hauptbahnhof hat die Rentnerin ausnahmsweise mit dem Rad zurück gelegt. "Zum Glück passt das Wetter heute."

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Mundpropaganda hilft in Brandenburg an der Havel
Große Probleme verzeichneten die Schulen der Havelstadt heute infolge des Streiks nicht. "Die Informationen wurden rechtzeitig an die Öffentlichkeit gegeben", lautet die einhellige Meinung der Schulleiter. Vor allem die Mundpropaganda habe gestern geholfen, berichtet Birgit Schulz. Die Leiterin der Magnus-Hoffmann-Schule in Kirchmöser bedankt sich bei den Elternsprechern. "Wir haben sie gestern telefonisch in Kenntnis gesetzt. Viele haben daraufhin Fahrgemeinschaften gebildet." Vereinzelte Verspätungen registrierte die Schule am Krugpark. Heikel wurde es gestern nach Streikankündigung nur kurz, wie Schulleiterin Birgit Dittrich der MAZ sagte: "Wir mussten eine Fahrt zu einem Wettkampf nach Falkensee organisieren, das hat aber letztlich gut geklappt." Uwe Schröder vom Brecht-Gymnasium zählte heute morgen neun abgemeldete Schüler. Sie kommen allesamt aus dem Bereich Wusterwitz, "da kann es schon schwer werden, an so einem Tag den Transport zu organisieren." Auffällig für ihn: "Der Fuhrpark vor der Schule ist heute deutlich größer."

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Wenig Verständnis für Streik bei Schuldirektorin in Rathenow
Anke Koch, Schulleiterin des Rathenower Jahngymnasiums: „Ich habe dafür kein Verständnis, denn wie so oft wird dieser Streik auf dem Rücken der Bevölkerung und in diesem Fall auf dem Rücken der Schüler ausgetragen.“ 50 Prozent der Schüler kommen von außerhalb. Am Donnerstag fehlten aber weniger als zehn Schüler aufgrund des Busstreiks. Eltern und Lehrer hatten sich am Abend zuvor gegenseitig informiert und Fahrgemeinschaften gebildet.

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Zwischen Daumen hoch und "Stinkefinger"

Viele Autofahrer unterschützten die Busfahrer mit Hupkonzerten und Daumen hoch. Aber auch der Stinkefinger wurde den Streikenden gezeigt. Quelle: Christin Schmidt

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Der Motivator in Rathenow

Gerd Wollenzien ist seit 1971 Busfahrer, war fast 24 Jahre lang Betriebsrat und ist Mitglied der Tarif- und Verhandlungskommission. Am Donnerstag motivierte er seine Belegschaft. Wollenzien stand um 4 Uhr mit einer Verdiweste auf dem Betriebshof der Havelländischen Verkehrsgesellschaft am Grünauer Weg in Rathenow: „Irgendwann müssen wir auch mal für unsere Rechte eintreten.“ „Etwa 90 Prozent der Mitarbeiter sind in der Gewerkschaft organisiert. Damit sind wir der stärkste Betriebshof im Land Brandenburg (…) und allein heute Vormittag sind zwei neue Mitglieder dazu gekommen.“ „Ich bin sehr zufrieden. Wir wollen Geld sehen und sind nicht bereit, eine Nullrunde zu fahren.“ Wenn nötig sind Wollenzien und seine Kollegen bereit, noch einmal für Stillstand zu sorgen: „Ich könnte diesen Hof durchaus noch einmal dicht machen.“ Quelle: Christin Schmidt

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Trampen und spazieren
Irgendwie Eva Hank hat den Aufruf zum Warnstreik nicht mitbekommen. Heute morgen an der Haltestelle wurde ihr dann aber klar, hier fährt heute nichts. Ihr Problem: Sie musste zum. Arzt. Also Daumen raus. Die ersten Autos brausten vorbei, doch beim 16. Wagen hatte sie Glück. Zurück ist sie dann spaziert. Das Wetter war zum Glück richtig gut.

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Änderung im Speiseplan
Siegfried Herrmann aus Dallgow-Döberitz hatte sich so auf das Fischessen im Havelpark gefreut. Daraus wurde heute nichts. Was im Hause Herrmann heute auf den Tisch kam, ist leider nicht bekannt.

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Streikenden Busfahrern auf dem Betriebshof der Havelländischen Verkehrsgesellschaft in Rathenow. Quelle: MAZ

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Fairer Umgang
Die Streikenden vor den Toren des Straßenbahndepots haben die Arbeit heute zwar niedergelegt. Sie betonen aber den eindeutig "manierlichen" Umgang des Arbeitgebers mit der Situation. So trage Vbbr-Chef Werner Jumpertz eine Menge dazu bei, dass die Situation nicht eskaliert und die Stimmung grundsätzlich nicht feindselig ist. Als Vertrauensbeweis sei Jumpertz am Mittwoch frühzeitig über die Pläne informiert worden. Man bedankt sich trotz der Differenzen ausdrücklich für den fairen Umgang miteinander.

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Brandenburg an der Havel

Verwaiste Haltestellen im gesamten Stadtgebiet: Die gestrige Nachricht vom Streik hat sich in der Havelstadt offenbar fix rumgesprochen – es gab bisher keine verwunderten Menschen an leeren Haltestellen. Quelle: Philip Rißling

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Welcome to Germany
Wir haben Wesley aus Iowa (USA) an einer Bushaltestelle in Schönwalde-Siedlung getroffen. Er ist zu Besuch bei seiner Freundin. Heute stand ein Ausflug nach Berlin auf dem Programm. Das gestaltet sich aber nicht so einfach.

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Stimmen zum Streik. Eingefangen vorm Marie Curie Gymnasium in Dallgow-Döberitz
Fred Kadow aus Falkensee bringt heute seine Tochter Ottilie mit dem Auto zur Schule. Er sagt: 'Wir haben vom Streik durch den RBB gehört. Ich finde es eine Frechheit, dass ein insolventes Unternehmen streikt und mehr Geld verlangt.'

Leon Liebermann, Schüler aus Elstal: 'Ich wußte vom Streik. Meine Mutter hat mich heute morgen nach Dallgow zum Gymnasium gefahren. Ich hatte Glück, dass sie mich mit dem Auto bringen konnte, sonst hätte ich von Elstal laufen müssen'.

Kerstin Kaden aus Falkensee hat 3 Söhne, die sie heute morgen zur Schule fahren musste.Sie wußte von anderen Eltern von dem Streik. Sie sagt: ' Ich sehe die ganze Sache sehr gespalten. Einerseits sollen die Streiker natürlich mehr Geld verdienen. Streik ist nunmal das einzige Druckmittel, aber ich muss auch zur Arbeit und kann nicht einfach den Dienst verweigern.'

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Nachtrag zu Potsdam

Wichtige Tramlinien 92 und 96 unterbrochen, weil ein Pkw in der Potsdamer Turmstraße ins Gleis geraten ist. Warum? Bisher gibt es darauf keine Antwort. Quelle: BRP

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Kein Holz mehr

Seit 4 Uhr stehen einige Streikende am Eingang des Betriebshofes. Um keine kalten Füße zu bekommen, wärmen sie sich an einem Feuer, allerdings ging gegen 10 Uhr das Holz langsam aus. Quelle: MAZ

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Dallgow-Döberitz: Nachgefragt

Lina Beiersdorf, 17 Jahre, Lara Kasperowski, 16 Jahre und Saskia Schmischke vor dem Marie Curie Gymnasium. Lina Beiersdorf aus Seeburg findet, dass es schon nachvollziehbar ist, dass die Busfahrer mehr Geld haben möchten, aber die Schulbusse dürfen einfach nicht bestreikt werden, da muss gewährleistet sein, dass sie fahren. Quelle: Tanja M. Marotzke

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Finkenkrug: Man muss sich zu helfen wissen

In der Käthe-Kollwitz-Str. in Finkenkrug hatten Eltern schon für eine Alternative des Transports gesorgt und bildeten schnell eine Mini-Fahrgemeinschaft. Quelle: Tanja M. Marotzke

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Dallgow: Wenigstens kein Regen

Der Bahnhof in Dallgow mit Wartenden im 'Goldenen Sonnenlicht' Quelle: Tanja M. Marotzke

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Falkensee: Nach der Nachtschicht einfach nur ins Bett? Leider nein!

Ulrich Gries aus Berlin, Nico Gilbert aus Falkensee und Sarah Stieg aus Brieselang (von links nach rechts) hatten ebenfalls nichts von einem Streik mitbekommen und warteten am Falkenseer Busbahnhof. Ulrich Gries war auf dem Weg zur Arbeit in die Finkenkruger Straße. Nico Gilbert kam von der Nachtschicht und wollte einfach nur nach Hause und Sarah Stieg musste noch nach Potsdam Quelle: Tanja M. Marotzke

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Potsdam
Nanu, was gibt es aus der Landeshauptstadt zu berichten? Dort wird doch gar nicht gestreikt!? Richtig, aber in Potsdam braucht man keinen Streik um den Straßenbahnverkehr lahmzulegen. Es gibt erhebliche und langfristige Einschränkungen im Nahverkehr, da an der Turmstraße seit 8 Uhr ein Pkw im Gleisbett steht, so die ViP auf Nachfrage von MAZonline. Direkt betroffen sind die Straßenbahnlinien 92 und 96. Bei den Verkehrsbetrieben in Potsdam rätselt man noch, wie der Wagen überhaupt ins Gleisbett kam. Frage: Hat jemand ein Foto davon? Dann bitte an online@maz-online.de schicken. Wir wollen miträtseln.

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Dallgow-Döberitz

Ein Bus eines Subunternehmers ist gefahren. Quelle: Tanja M. Marotzke

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Dallgow-Döberitz: Kurz vor Schulbeginn
Der Warnstreik als Entschuldigung für das Nichterscheinen im Unterricht? Man hätte es ja versuchen können. :-) 
 Löblich, dass vor dem Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz doch großer Andrang. herrscht

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Rathenow:
Um mal von Fortbewegunsmittel zu berichten, dich sich auch wirklich bewegen (könnten): Sollten sich heute die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn bei den Verhandlungen in Berlin über Geld und Arbeitsbedingungen annähern, wäre ein Streik (erstmal) abgewendet. Das wiederrum würde bedeuten, dass man am Montag von Rathenow direkt nach Hamburg fahren könnte.

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Falkensee
Es fährt kein Bus nach Nirgendwo, aber irgendwie muss man ja von A nach B kommen. Manche sollen ja wirklich mit dem Fahrrad fahren. Aber: Mit dem Drahtesel in Falkensee?...uiuiui...

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Brandenburg an der Havel
Hinweis für Autofahrer: Wer in der Domstadt nicht mit den Öffentlichen sondern mit seinem Wagen zum Bahnhof fährt und gedenkt, sein Fahrzeug auf Pendler-Parkplatz gegem dem Hauptbahnhof abzustellen, sollte sich - auch wenn das hier im Ticker inflationär gebraucht wird - einen Plan B überlegen. Denn dort wird erst wieder Mitte März geparkt - dann aber in Reih und Glied.

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Falkensee erwacht, aber fahren tut nichts
An den Haltestellen treffen wir jetzt, um kurz nach 7 Uhr, doch einige Menschen an, die gerne in einen Bus gestiegen werden. Viele sagen, sie hätten einfach nichts von dem Streik gewusst. So auch Michel W. aus Falkensee. Er wollte mit dem Bus nach Potsdam zur Schule fahren. Jetzt, so sagt er, versuche er irgendwie über Berlin in die Landeshauptstadt kommen. Und da ist es wieder, das Thema Streik und Schulkinder [→ siehe "Wir wir wollten keine Schulkinder bestreiken"]

Michel W. erfuhr erst heute Morgen vom Warnstreik. Ob es es pünktlich zum Unterricht nach Potsdam schafft? Quelle: Tanja M. Marotzke

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Immer noch am Busbahnhof in Falkensee
Was wirklich, sagen wir, ungünstig ist, dass hier die Fahrzeiten angezeigt werden. Zur Info: Es ist Streik. Da fährt nüscht - leider.

Quelle: Tanja M. Marotzke

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Gegen 7 Uhr am Busbahnhof in Falkensee

Das steht doch tatsächlich Bus.... juchhei... ach nee: "Fahrt endet hier". Na toll... Quelle: Tanja M. Marotzke

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Donnerstag, 7 Uhr
Der letzte große Streik im Nahverkehr in Brandenburg an der Havel ist übrigens fast genau zwei Jahre her:

Am 11. Februar 2013 folgten die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe Brandenburg ebenfalls einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und schlossen sich einem Warnstreik an. Vier Tage später einigten sich dann die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband. Die knapp 150 Mitarbeiter der Brandenburger Verkehrsbetriebe sollten für 2013 rückwirkend zum 1. Januar 4,5 Prozent mehr Entgelt erhalten. Zudem wurde vereinbart, dass am 1. Januar 2014 sowie am 1. Juli Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von je 1,5 Prozent folgen. Außerdem wurde die Arbeitszeit neu eingestellter Mitarbeiter von 39,5 auf 39 Wochenarbeitsstunden gesenkt, so dass die Arbeitszeit einheitlich wird.

Brandenburger Kurier vom 12. Februar 2013 (626 kB)

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Donnerstag, 6:40 Uhr

Nein, das ist kein Angrillen. Am Betriebshof der Havelbus Verkehrsgesellschaft versammeln sich nun die Streikenden. Quelle: Tanja M. Marotzke

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Donnerstag, 6:34 Uhr
Apropos "tote Hose": Relativ ruhig ist es auch noch am Betriebshof in Falkensee. Die streikenden Mitarbeiter der Havelbusgesellschaft wärmen sich zurzeit noch im Inneren auf. Wetter ist ein gutes Stichwort. Viele werden sicherlich auf Schusters Rappen unterwegs sein. Das stellt sich die Frage: Schirm, ja oder nein? Hier die aktuellen Wetteraussichten für Brandenburg an der Havel:

» die aktuelle Wettervorhersage für Brandenburg unter www.MAZ-online.de/wetter

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Donnerstag, 6:31 Uhr
An den Haltestellen in Falkensee ist "tote Hose", wie eine Kollegin gerade sagte. Die meisten Pendler/ Fahrgäste werden sich vielleicht doch einen Plan B, wie es Gewerkschaftssekretär Marco Pavlik nennt, überlegt haben.

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Donnerstag, 6:22 Uhr
Immer wieder ist die Beschwerde zu lesen, dass auch viele Schulkinder unter dem Streik zu leiden haben. Auf der Facebook-Seite der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel heißt eine Antwort auf den Vorschlag einer Internetnutzerin, dass man auch Fahrgemeinschaften bilden könne: "[...]Fahrgemeinschaften??? Schön für die, die das können. Du scheinst keine Ahnung zu haben wie viele Schüler aus den Ortsteilen in der Innenstadt zur Schule gehen!!!! Die haben wohl kaum alle die Möglichkeit Fahrgemeinschaften zu bilden, vor allem womit denn? Fahrradfahrgemeinschaften? Die Stadt besteht nun mal nicht nur aus der INNENSTADT, sondern es gehören Ortsteile dazu. Sollen die Schüler 15 oder mehr Kilometer morgens zur Schule und am Nachmittag zurück laufen?!!!!"

Das Schulkinder-Themas und die damit verbundene Problematik lässt auch Gewerkschaftssekretär Marco Pavlik nicht ruhig. Im MAZ-Interview sagt er zu dieser Thematik: "Das tut uns leid, wir wollten keine Schulkinder bestreiken. Das hat viele verärgert. Bei unseren Kundgebungen kamen Väter und Mütter, die uns gesagt haben: Wir verstehen ja den Warnstreik, aber eure Ankündigung war viel zu knapp. Das bedauern wir sehr, und als Konsequenz kündigen wir die Streikorte ja auch früher an, sodass Eltern Zeit bleibt, sich einen Plan B zu überlegen."

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Donnerstag, 6:15

Für alle, die heute früher aus dem Haus mussten und vielleicht die MAZ noch nicht im Briefkasten hatte, hier ein klitzekleiner Service. Die lokalen Titelblätter aus den vom Streik betroffenen Gebieten zum Download (pdf):

Brandenburger Kurier vom 26. Februar 2015 (606 kB)
Der Havelländer vom 26. Februar 2015 (1 MB)
Fläming Echo vom 26. Februar 2015 (298 kB)

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Donnerstag, 6:05 Uhr
Schom mal zum Vormerken: Ganz ohne Streik kommt es übrigens ab Ende August zu einigen Einschränkungen im Bahnverkehr. Pendler von Brandenburg an der Havel zum Berliner Hbf werden dann einen kleinen Zwischenstopp einlegen müssen. Ab dem Spätsommer fahren kaum noch Regionalbahnen von Berlin nach Potsdam und weiter Richtung Westen - und zurück. Grund sind dreimonatige Bauarbeiten. Ob es Ersatz gibt, zum Beispiel durch Verdichtung des S-Bahn-Taktes, ist noch unklar.

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Donnerstag, 6 Uhr
Apropos Streik: Heute Vormittag ab 11 Uhr will die Lokführergewerkschaft GDL in der Tarifrunde mit der Deutschen Bahn in Berlin in Verhandlungen über Geld und Arbeitsbedingungen einsteigen. Ob es die Tage also noch zum großen Streik kommt?

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Donnerstag, 5:52 Uhr
Aller guten Dinge sind Drei? Nicht so bei Verdi. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es auch am Freitag zu Warnstreiks kommt. Das wäre dann der vierte Streik im öffentlichen Nahverkehr in Brandenburg in dieser Woche. Wo es zu den Arbeitsniederlegungen kommt, ist aber noch ein wohlgehütetes Geheimnis. Die Orte ließ Verdi-Verhandlungsführer Marco Pavlik nämlich zunächst offen.

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Donnerstag, 5:45 Uhr
Guten Morgen! Am dritten Warnstreiktag fahren in einigen Orten Brandenburgs auch am Donnerstag weder Busse noch Straßenbahnen. Traf der Ausstand zuvor Betriebe in der Landeshauptstadt Potsdam und einen Tag später Ostbrandenburg, so ist diesmal der Westen des Landes an der Reihe, wie Verdi-Verhandlungsführer Marco Pavlik sagte.

In Rathenow, Nauen, Falkensee und Brandenburg an der Havel lege der Warnstreik den öffentlichen Personennahverkehr lahm. Die Arbeit soll bis 15.00 Uhr ruhen.

In den Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft Verdi für Bus- und Straßenbahnfahrer unter anderem 120 Euro mehr im Monat. offen.

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Mittwoch, 21 Uhr
Am 16. März wird übrigens weiter verhandelt zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern. Marco Pavlik (47) ist derjenige, der die Verhandlungen für Verdi führt. Im MAZ-Interview nimmt er zu den Forderungen und den Streiks Stellung und sagt unter anderem: "Wir wollten keine Schulkinder bestreiken."
Zum MAZ-Interview mit Marco Pavlik >

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Mittwoch, 18 Uhr
In Brandenburg an der Havel ist von Streik - wen wundert's - noch gar nichts zu spüren. Alle Bahnen und Busse fahren planmäßig und weitestgehend pünktlich. Die Nachricht vom morgigen Streik scheint sich indes bereits herum gesprochen zu haben: Vor allem in den Sozialen Netzwerken gehen die Diskussionen weiter. So äußert der in der Stadt Brandenburg bekannte Schauspieler und hauptberufliche Kindergärtner Tobias Borchers süffisant: "So dann streike ich morgen auch, seht zu wo ihr eure Kinder unterbringt."

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Mittwoch, kurz nach 16 Uhr
Wir befürchten ja, dass die Busse wirklich alle in ihren Depots bleiben, aber vielleicht lohnt ja doch ein Blick auf die Internetseiten der Busgesellschaften: www.havelbus.de sowie www.vbbr.de.

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Mittwoch, kurz nach der vorherigen Meldung
Eine Internet-Nutzerin fragt, wer eigentlich für die Kosten aufkommt, wenn man ein Taxi statt eines Busses oder Straßenbahn nimmt, um zu seinem Ziel zu gelangen. Gute Frage!? Bei einem Bahnstreik weiß man ja aus leidvoller Erfahrung, dass generell die Regel gilt, dass Fahrgäste einen Teil des Ticketpreises zurückbekommen, wenn sich ihr Zug wegen eines Streiks um mehr als 60 Minuten verspätet. Die Deutsche Bahn kann in so einem Fall keine höhere Gewalt geltend machen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September 2013 (Rechtssache C-509/11). Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent. Puh, aber im ÖPNV?! Wenn jemand (schnell) eine Idee/ das Wissen hat, bitte mit dem Hash-Tag #Streik-Brbg twittern.

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Mittwoch, kurz nach 15:30 Uhr
Nicht alle haben Verstädnis. Auf der Facebook-Seite der Verkehrsbetriebe in Brandenburg an der Havel wird sich jetzt, 'tschuldigung, mal so richtig ausgekotzt: "Das ist eine Sauerei was die Abziehen. Haben die bitte Verständnis für die, die auf Bahn und Bus angewiesen sind und zur Arbeit müssen oder wichtige Termine haben? Nein,dafür haben die kein Verständnis. Hätten die Verständnis, dann würden die auch nicht Streiken.... Und alles nur Wegen Tarifverhandlungen. Ohne Worte". Eine andere Userin schreibt: "So ne egoistischen Säcke, denken nur an sich und die die zur Arbeit müssen oder zur Schule oder wo auch immer hin, sind denen scheiß egal!!!"

Wie wohltuend muss es sein, wenn es dann doch einen Fahrgast mit Verständnis gibt: "Ich finde das genau richtig das die vbbr streikt den für die hungerlöhne was die mitarbeiter der vbbr jeden tag auf unseren straßen leisten müssen is das schon echt nicht mehr verantwortlich,als alternativ gibs ja auch noch nen taxi oder am besten das geliebte fahrrad.also liebe jungs und mädels von der vbbr weiter so für die sehr gute leistung."

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Mittwoch, 15:01 Uhr
Jetzt die offizielle Meldung von Verdi: Am 26.02.2015 werden "die Havelländische Verkehrsgesellschaft in Rathenow, Nauen und Falkensee sowie die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel von Dienstbeginn bis 15.00 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen". Die Gewerkschaft baut darauf, "dass genau wie in den Tagen zuvor, die Kolleginnen und Kollegen, die berechtigt auch einen Lohnzuwachs erwarten, sich zu 100 % am Warnstreik beteiligen".

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Mittwoch, früher Nachmittag
Auf der lokalen MAZonline-Facebookseite heißt es zur Streik-Warnung nur lapidar "Schöne Scheiße". Die Verkehrsbetriebe bitten auf ihrer Facebook-Seite um "Verständnis". Eine Leserin fragt sich, ob die auch an Gott glauben?! Aber was hilft's, denn wie eine andere Userin auf der Seite kommentiert: es "gibt nie den passenden Zeitpunkt."

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Mittwoch, 14:00 Uhr
Jetzt veröffentlichen auch die Brandenburger Verkehrsbetriebe auf ihrer Homepage den Hinweis auf den drohenden Streik: Der Streik sei ihnen "aus gesicherter Quelle angekündigt worden". Demnach werden von 3:30 Uhr bis voraussichtlich 15:00 Uhr "keine Busse und Straßenbahnen den Betriebshof verlassen werden und der ÖPNV in der Stadt Brandenburg an der Havel erst wieder gegen ca. 16:00 Uhr auf allen Strecken im Einsatz" sein.

Hier gibt es aktuelle Infos: www.vbbr.de

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Die ersten Gerüchte
Noch am Mittwochmittag wurde auf der Homepage der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmBh freudig verkündet: "Am 25.02.2014 wird bei den Verkehrsbetrieben [...] nicht gestreikt. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Lokale Medien in Brandenburg an der Havel berichteten bereits am Mittwochmittag darüber, dass es zu Streiks kommt. Schaut man sich die vergangen Tagen an, war klar: Brandenburgs Nordwesten war dran.

Aus der Lokalredaktion in Brandenburg an der Havel hieß es, dass alle Linien betroffen sind. Darauf habe Verkehrsbetriebechef Werner Jumpertz die Fahrgäste schon in den Vortagen eingestimmt. Der letzte Warnstreik bei den Verkehrsbetrieben liegt zwei Jahre zurück. Seinerzeit hatten sich die Tarifpartner schon wenige Tage später auf einen Abschluss verständigt.

Kurz Zeit später auch Alarm im Havelland: Falkensee und Nauen werden sich auch auf einen busfreien Morgen einstellen müssen.

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Darum geht es Verdi

Verdi hat wegen der ergebnislosen ersten Runde der Tarifverhandlungen am 20. Februar zu Warnstreiks in Brandenburg an der Havel aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert für die Bus- und Straßenbahnfahrer unter anderem 120 Euro mehr Geld pro Monat.

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Auch in der Landeshauptstadt standen bereits die Räder still
Bereits in den vergangen Tagen gab es Warnstreiks. Am Dienstag stand der öffentliche Nahverkehr vor allem in der Landeshauptstadt still. Am Mittwoch folgte dann der zweite Teil. In den Landkreise Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Uckermark sowie Frankfurt (Oder).

Voraussichtlich werden bis zum Nachmittag überhaupt Busse oder Straßenbahnen fahren, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Etwa 300 Gewerkschaftsmitglieder würden am Warnstreik teilnehmen. Pavlik zufolge wird es auch in den nächsten Tagen zu Warnstreiks bei Bussen und Straßenbahnen in Brandenburg kommen. Die Gewerkschaft werde jeweils am Abend mitteilen, welche Regionen dann betroffen seien.

MAZonline/ dpa

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