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Brandenburg Warum der Sommer 2018 in Brandenburg ein besonderer gewesen ist
Brandenburg Warum der Sommer 2018 in Brandenburg ein besonderer gewesen ist
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00:18 29.12.2018
So viele Sonnenstunden wie im Land Brandenburg hat es im Sommer 2018 in keinem anderen Bundesland gegeben - mit unterschiedlichen Folgen. Quelle: Pixabay
Potsdam

Der Sommer 2018 ist für das Land Brandenburg in diversen Branchen ein besonderer gewesen. Wetterdienst, Solarbranche, Schwimmbad- und Campingbetreiber, aber auch Landwirte werden die Sommermonate so schnell nicht vergessen. Wir blicken noch einmal auf den Rekordsommer zurück und welche Spuren er hinterlassen hat.

Sonnenstunden satt im Land Brandenburg

Insgesamt 830 Sonnenstunden hat es von Juni bis August im Land Brandenburg gegeben. Damit zeigte sich die Sonne bundesweit am meisten und stellte laut Deutschem Wetterdienst im Land Brandenburg einen Sonnenstundenrekord auf.

„Von 1981 bis 2010 waren es in Brandenburg im Durchschnitt 666 Sonnenstunden. Dabei befindet sich Brandenburg im Bundesvergleich häufig in den vorderen Plätzen wieder“, sagt Frank Kreienkamp vom Regionalen Klimabüro Potsdam.

Das liege besonders am hohen Abstand zum nächsten Meer in der Hauptwindrichtung und daran, dass Brandenburg in keinem Rückstau eines Gebirges liegt.

Mit 20,3 Grad Durchschnittstemperatur war es in Brandenburg im Sommer 2018 nach Berlin deutschlandweit am wärmsten. Die höchste Temperatur wurde mit 38,4 Grad am 8. August in Langenlipsdorf (Teltow-Fläming) gemessen. Der Hitzerekord aus Lübben (Dahme-Spreewald) wurde aber nicht geknackt. Hier zeigte das Thermometer am 9. August 1992 39,2 Grad.

Sonnenstunden sorgen für Rekord bei Solarbranche

Der Sonnenstundenrekord hat vor allem die rund 38.000 Betreiber von Solarstromanlagen im Land Brandenburg gefreut: „Brandenburg ist dieses Jahr durch die Zahl der Sonnenstunden absolute Spitze und kann über das ganze Jahr gerechnet einen Solarstromrekord vermelden“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer vom Bundesverband für Solarwirtschaft.

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Im Sommer 2018 hat es so viele Sonnenstunden wie noch nie im Land Brandenburg gegeben. Nur in Berlin war es von Juni bis August durchschnittlich wärmer.

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Ersten Prognosen zufolge seien mehr als 3,6 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt worden. Damit könnten in Deutschland rund eine Million Vier-Personen-Haushalte für ein Jahr ihren Stromverbrauch decken.

Damit liegt das Land Brandenburg im bundesweiten Solarstromvergleich auf dem fünften Rang. Bei den ostdeutschen Bundesländern steht Brandenburg in Sachen Solarstromerzeugung an erster Stelle.

Sommersonne freut Freibadbetreiber

Auch Brandenburgs Freibäder blicken auf einen positiven Sommer zurück. Laut der Deutschen Gesellschaft für Badewesen besuchten deutschlandweit 56 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr Freibäder. Im Land Brandenburg waren das vom 21. Mai bis 11. September insgesamt rund 46.600 Besucher, 84 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Schon der Frühsommer im Mai war außergewöhnlich warm und trocken. Für Freibäder war es beinahe ein Jahrhundertsommer wie 2003“, sagt Christian Ochsenbauer von der Gesellschaft für Badewesen. So konnte zum Beispiel das Freibad Elsthal in Luckenwalde (Teltow-Fläming) einen Rekordumsatz verzeichnen.

Brandenburg ist Campingland

Von der lang anhaltenden Wärme profitierte auch Brandenburgs Campingwirtschaft, die auf ihre bisher beste Saison überhaupt zurückblickt.

Bis einschließlich September hat es mehr als 1,1 Millionen Übernachtungen auf Brandenburgs Campingplätzen gegeben, was einem Anstieg um 14,7 Prozent zu 2017 entspricht. Bis Ende 2018 rechnet der Verband der Campingwirtschaft Brandenburg mit fast 1,3 Millionen Übernachtungen – so vielen wie nie zuvor.

„Uns spielten vor allem die gezielten Investitionen in die Infrastruktur und Ausstattung der Plätze in die Karten“, sagt Mike Bischoff von der Brandenburger Campingwirtschaft.

Außerdem sei die Rekordsaison das Ergebnis der konsequenten Weiterentwicklung der Qualität der Urlaubsangebote. Immer mehr Menschen seien am sogenannten Glamping interessiert. Dabei handelt es sich um einen luxuriösen Campingurlaub, beispielsweise in voll ausgestatteten Baumhäusern, mobilen Ferienhäusern oder Hängezelten.

Landwirtschaft mit enormen Verlusten

Der Sommer 2018 hat bei der Landwirtschaft deutliche Spuren hinterlassen, die sich auch auf die kommenden Jahre auswirken. Die anhaltende Trockenheit sorgte für die schlechteste Kartoffelernte seit 1991 in Brandenburg. Auch bei Getreide und Winterraps sanken die Erträge.

Der Bauernverband Brandenburg kalkuliert die Dürreschäden auf 370 Millionen Euro. Um die Landwirte zu entschädigen, wurde eine Dürrehilfe eingerichtet, auf die es einen Ansturm gab.

770 Landwirtschaftsbetriebe beantragten eine Entschädigung von 93,5 Millionen Euro für Ernteausfälle. Das für das Land Brandenburg vorgesehene Budget beträgt aber nur 46 Millionen Euro. Weil das Futter knapp wurde, sahen sich Landwirte auch gezwungen, ihre Viehbestände zu reduzieren.

Waldbrände halten Feuerwehren in Atem

Nur in vier Jahren überhaupt hat es im Sommer in Brandenburg weniger geregnet als in 2018, wo es lediglich 105 Liter pro Quadratmeter geregnet hat.

Im Zusammenspiel mit den über mehrere Wochen anhaltenden hohen Temperaturen stieg die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Brandenburgs auf die höchste Stufe.

Die verheerenden Waldbrände bei Treuenbrietzen und Fichtenwalde (beide Potsdam-Mittelmark) hielten die Menschen in Brandenburg in Atem.

So standen bei Treuenbrietzen Ende August insgesamt ca. 400 Hektar und Ende Juli in Fichtenwalde rund 30 Hektar Wald in Flammen, die mehrere hundert Feuerwehrmänner über Tage bekämpften, bis sie die Brände auf einer Fläche von mehr als 600 Fußballfeldern unter Kontrolle hatten. Die Feuerwehr Treuenbrietzen ist sogar für den Magirus-Preis nominiert, der jährlich für außergewöhnliche Leistungen im Feuerwehrbereich verliehen wird.

Zahl der Badetoten verdoppelt sich

Nicht nur Brandenburgs Freibäder erfreuten sich im Sommer 2018 einer enormen Beliebtheit, sondern ebenso die Badeseen. Durch die gestiegene Zahl an Badegästen stieg auch die Zahl der Badetoten. Sie hat sich im Vergleich zu 2017 von 14 auf 28 Ertrunkene verdoppelt. 25 von ihnen ertranken an ungesicherten Badestellen, also in Flüssen, Teichen oder Seen.

„Das Ertrinkungsrisiko an diesen Badestellen ist sehr hoch, da sie eben nicht bewacht werden. Ein Ertrinkender hat hier wenig Aussicht auf Rettung. Daher fordern wir dringend mehr Bewachung auch im Binnenland durch unsere Rettungsschwimmer. Nur so können die Zahlen gesenkt werden“, sagt Achim Wiese, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. 25 der 28 Ertrunkenen waren Männer, 17 Personen waren über 50 Jahre alt. Fünf von ihnen wurden weiterhin nicht identifiziert.

Trinkwasser und Blutspender wurden knapp

Zum Teil haben die hohen Temperaturen auch dafür gesorgt, dass die Trinkwasserversorgung in Gefahr gewesen ist. Das berichtet der Trinkwasser- und Abwasserzweckverband „Freies Havelbruch“ aus Lehnin (Potsdam-Mittelmark). „Für die rund 2.300 Einwohner in unserem Verbandsgebiet wurde Mitte August eine zehntägige Nutzungseinschränkung von Trinkwasser angeordnet. Das Auffüllen von Swimmingpools und das Autowaschen war dann nicht mehr gestattet“, sagt Uwe Brückner, Bürgermeister von Lehnin.

Auch für Blutspender ist es ein anstrengender Sommer gewesen. Die anhaltende Hitze habe laut Kerstin Schweiger vom Deutschen Roten Kreuz Brandenburg dazu geführt, dass komplett gesunde Blutspender Kreislaufprobleme bekamen und die Spenderzahlen weiter zurückgingen, allerdings ohne eine kritische Grenze zu erreichen: „Wir konnten trotzdem die Patientenversorgung sichern. Viele Patienten kamen bereits am Morgen, als es noch etwas kühler war und zeigten im Rekordsommer eine große Solidarität“, sagt DRK-Mitarbeiterin Schweiger.

Von Fabian Lamster

Das Land Brandenburg hat 2018 einen Rekordsommer erlebt. Die über Wochen anhaltende Hitze hat in diversen Branchen ihre Spuren hinterlassen – in positiver wie negativer Weise.

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