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Brandenburg Warum sich der Apotheker-Mangel im Osten verschärfen wird
Brandenburg Warum sich der Apotheker-Mangel im Osten verschärfen wird
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10:07 09.08.2019
Sabine Fink beendete 1989 ihre Ausbildung zur Pharmazieingenieurin – sie arbeitet in Weimar. Das Berufsbild gab es nur in der DDR. Quelle: Michael Reichel/dpa
Weimar

Im weißgefliesten Labor hinter dem Verkaufsraum der Weimarer Classic-Apotheke rührt Sabine Fink eine Salbe an. Die 52-Jährige hat reichlich Erfahrung in der Fertigung von Medikamenten per Hand. Die hat trotz der industriellen Produktion von Arzneimitteln weiter ihren Platz in ostdeutschen Apotheken.

Seit 1989 arbeitet Fink als Pharmazie-Ingenieurin - ein Berufsbild, das es nur in der DDR gab. 30 Jahre nach dem Mauerfall verschwindet es allmählich – immer mehr der Ingenieure gehen in Rente. Ostdeutsche Apothekenkammern sehen das mit Sorge, sie fürchten Personalengpässe.

Die letzten Pharmazie-Ingenieure bis 2030

In Brandenburg und Thüringen arbeiten derzeit noch jeweils gut 700 Pharmazie-Ingenieure, in Mecklenburg-Vorpommern 418, in Sachsen-Anhalt 665. „2030 gehen in Ostdeutschland die letzten Pharmazie-Ingenieure in Rente“, sagt die Kammergeschäftsführerin aus Sachsen-Anhalt. Laut Bundesapothekerkammer stehen deutschlandweit noch rund 4400 Pharmazie-Ingenieure im Beruf.

Pharmazie-Ingenieure, deren Qualifikation mit einem Fachhochschulabschluss vergleichbar ist, dürfen mehr als pharmazeutisch-technisches oder kaufmännisches Apothekenpersonal. „Neben der Anfertigung von Medikamenten wie Salben, Cremes, Lösungen, Kapseln und Pulver, der Beratung der Kunden und der Abgabe von Medikamenten dürfen sie auch den Notdienst in einer Apotheke übernehmen und bis zu vier Wochen die Inhaber vertreten – wozu sonst nur approbierte Apotheker berechtigt sind“, erläutert Stefan Fink, der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbandes.

Große Entlastung für Apothekeninhaber

Diese Fachkräfte bedeuteten für die Inhaber eine große Entlastung, bekräftigt Christine Heinrich von der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. Anderenfalls müssten sie Apotheker einstellen, was sich gerade auf dem Land schwierig gestalte. „Es herrscht ohnehin Apothekermangel“, findet der Geschäftsführer der Kammer in Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Stahlhacke. In allen ostdeutschen Ländern sei dies eine Herausforderung.

Der Thüringer Apothekerverband plädiert für mehr Pharmazie-Studienplätze an den Universitäten in Jena und Leipzig. In Brandenburg, wo es bislang keinen Pharmazie-Studiengang gibt, müsse ein solcher dringend aufgebaut werden, fordert die dortige Kammer.

Von Katrin Zeiß/dpa

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