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Brandenburg Was wird in Potsdams Moschee gepredigt?
Brandenburg Was wird in Potsdams Moschee gepredigt?
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08:16 27.03.2017
Exotisches Flair: Muslime beim Freitagsgebet in der Potsdamer Biosphäre. Quelle: foto: dpa
Potsdam

Wird in Potsdams Al-Farouq-Moschee zur Missionierung „ungläubiger“ Deutscher aufgerufen und absichtlich die Integration der hier lebenden Flüchtlinge erschwert? Diesen Vorwurf erhebt der Journalist Constantin Schreiber, der seit Anfang des Jahres bei der ARD unter anderem die „Tagesschau“ moderiert. Der 37-Jährige ist Jurist, Publizist und gewiss kein Islamfeind. Er spricht fließend Arabisch, war Korrespondent der Deutschen Welle in Dubai. Für die Moderation der deutsch-arabischen Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ auf n-tv erhielt er im vergangenen Jahr den Grimme-Preis.

Über acht Monate hinweg hat Schreiber regelmäßig Freitagsgebete in verschiedenen deutschen Moscheen besucht. Sein Ziel: Her­auszufinden, ob die Moscheen „nur Gebetsräume sind, in denen sich die Gläubigen an ihren Schöpfer wenden – oder Refugien antidemokratischen Gedankenguts“.

Der ARD-Journalist Constantin Schreiber Quelle: NDR / Das ErsteNDR / Das Erste

Nach Potsdam kam der Autor am 16. Dezember 2016. Zu diesem Zeitpunkt fanden die Freitagsgebete bereits in der Biosphäre, einer Tropenhalle, statt. Den Ort hatte die Stadt den Muslimen zur Verfügung gestellt, weil der ursprüngliche Gebetsraum in der Innenstadt zu klein geworden war. Für Schreiber ist es die ungewöhnlichste Freitagspredigt im Verlauf seiner achtmonatigen Recherche: „Vorn gehen Touristen und Besucher in den Erlebnispark; tropische Pflanzen, Papageien und Palmen vermitteln ein exotisches Flair. Hinten gehen die muslimischen Gläubigen in einen Veranstaltungssaal.“

Die Predigt lässt den Journalisten aufhorchen

Den Prediger identifiziert Schreiber anhand seiner Aussprache als Syrer. Seine Kleidung – einen weiten, hellen Hosenanzug – beschreibt er als kennzeichnend für jemanden, der im arabischen Kontext sehr konservativ sei – „viele Araber würden Salafisten mit dieser Kleidung in Verbindung bringen“. Die Predigt lässt den Journalisten aufhorchen. So vermittle sie einen „klaren Aufruf zur Missionierung“. Dieser sei besonders vor dem Hintergrund bedenklich, dass fast alle Besucher des Gebets Flüchtlinge seien. Viele könnten die Umgebung überhaupt nicht einschätzen. Schreiber: „Glauben sie (die Flüchtlinge – Red.) wirklich, sie sollen in Potsdam Menschen ansprechen und sie zum Übertritt zum Islam überreden?“ Der Grundton der Predigt ist laut Schreiber streng konservativ. Er zitiert den Imam mit den Worten „Jede Neuerung ist Ketzerei. Und Ketzerei ist Irrtum. Und Irrtum ist Feuer.“ Das könne – wie auch die Warnung des Predigers vor dem Verzicht auf Religion zugunsten der „Euros“ und des Jobcenters – als Integrationshindernis wirken.

Es gibt zahlreiche Moscheen in Deutschland, aber kaum jemand weiß wirklich, was sich dort abspielt. In die Schlagzeilen geraten die Moscheen nur dann, wenn zufällig verstörende Predigten bekannt werden. Das war der Hintergrund für Constantin Schreibers Recherche. Über Monate hinweg besuchte der Journalist Freitagsgebete und beschäftigte sich akribisch mit den Inhalten.

Das Buch „Inside Islam: Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird“ erscheint morgen im Ullstein Verlag (256 Seiten, 18 Euro). Die dazugehörige TV-Dokumentation startet heute um 21.15 Uhr auf tageschau 24 (weitere Folgen: 24. April und 22. Mai, jeweils 21.15 Uhr) und auf youtube.

Moschee taucht nicht in Verfassungsschutzbericht auf

Der Potsdamer Imam Kamal Abdallah weist die Vorwürfe zurück. „Glaubenssache ist Herzenssache. Man kann die Leute nicht zwingen“, sagt er vergangene Woche im Gespräch mit der MAZ. Ob er selbst an jenem Freitag die Predigt gehalten habe oder ein anderer, könne er nicht mehr sagen. Die Beschreibung im Buch trifft auf ihn eher nicht zu. Abdallah ist im Libanon gebürtiger Palästinenser, lebt seit 16 Jahren in Potsdam und ist seit 2004 Imam in der Landeshauptstadt.

In Sicherheitskreisen ist man wegen der Zitate aus Schreibers Buch noch nicht alarmiert. „Bislang ist da nichts erkennbar, was explizit gegen unsere Grundordnung gerichtet wäre“, heißt es. In den letzten Verfassungsschutzberichten taucht die Al-Farouq-Moschee nicht auf. Allerdings gibt es eine Vorgeschichte. 2004 soll es dort üble Hetzreden gegen Juden und Ungläubige gegeben haben. Nach einem Rechtsstreit mit Kamal Abdallah darf der Verfassungsschutz diesen allerdings nicht mehr als „Hassprediger“ bezeichnen.

Von Henry Lohmar

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