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Brandenburg Wassertourismus boomt durch Charterboote
Brandenburg Wassertourismus boomt durch Charterboote
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17:10 20.05.2018
Boote liegen in Wildau am Ufer der Dahme. Vor allem Charterboottouren erfreuen sich steigender Beliebtheit. Quelle: Foto: Bernd Settnik/dpa
Potsdam

Der Wasser- und Bootstourismus boomt in Brandenburg. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere mehrtägige Charterbootstouren werden beliebter, wie es bei der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) heißt.

Gut 120.000 Bootsurlauber nutzen Charterangebot

„39 Prozent der Urlauber in Brandenburg geben an, dass Aktivitäten an, in und auf dem Wasser bei ihrem Urlaub die wichtigste Rolle gespielt haben“, sagt TMB-Sprecher Patrick Kastner mit Verweis auf eine Studie. Bezogen auf die Binnengewässer sei dies deutschlandweit der höchste Wert.

Gerade das Charterangebot nutzten in Brandenburg und Berlin jährlich gut 120.000 Bootsurlauber. Hinzu komme eine nicht zu ermittelnde Anzahl an Bootstouristen, die mit eigenem Boot unterwegs seien. 83 Charteranbieter mit mehr als 1.100 Motorjachten, Haus- und Segelbooten sowie 156 Flößen gebe es in Brandenburg und Berlin.

Zu den 33 Millionen Euro brutto, die die Charterbranche im Jahr verzeichnen könne, kämen noch jährlich rund 19 Millionen Euro, die Chartertouristen während ihres Urlaubs im Land ausgeben würden. „Jeder fünfte Chartergast verbindet seinen Bootsurlaub mit einem landgebunden Anschlussaufenthalt“, so der TMB-Sprecher.

„Besonders Winterliegeplätze sind stark nachgefragt“

Obwohl erst vor zwei Jahren eröffnet, hat die Stadtmarina in Brandenburg an der Havel ihre „Anlaufphase“ schon lange hinter sich gelassen, wie Inhaberin Sarah Engel berichtet. Die 65 Liegeplätze seien so gut ausgelastet, dass das Unternehmen eine Erweiterung anstrebe.

„Besonders Winterliegeplätze sind stark nachgefragt“, sagt Sarah Engel. Ebenso gut laufe die Vermietung von Motorjachten, zu deren Führung Kunden lediglich einen Charterschein benötigen würden.

„Leider kann man mit dem Charterschein nicht überall fahren“, moniert die Marinainhaberin. Das sei in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern anders. Dort kämen auch sogenannte Water Camper, also Katamarane mit fest montiertem Wohnwagen darauf, bei den Touristen besser an. „Der Trend schwappt aber sicher bald nach Brandenburg über“, sagt Sarah Engel.

Jeder fünfte Hafen plant Erweiterung

Wie die Marina in Brandenburg an der Havel plant etwa jeder fünfte gewerbliche Hafen in der Region eine Erweiterung seiner Liegeplatzkapazitäten, sagt Patrick Kastner. Bei den Charterbetrieben plane sogar jeder vierte, seine Bootsflotte aufzustocken.

Mit vier Flößen hatte das Floßcharterunternehmen „Huckleberrys“ vor elf Jahren in Potsdam mal angefangen, wie sich Geschäftsführer Ole Bemmann erinnert. Heute seien es fast 60 Flöße, die Kunden an drei Stationen in Brandenburg sowie jeweils einer in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mieten könnten.

„Minimalismus ist unser Luxus“, sagt Ole Bemmann. Die Ausstattung der Flöße ist rustikal. Strom und W-LAN gebe es darauf zwar nicht, dafür sei man aber mit den „Enten und Schwänen auf Augenhöhe“.

„Der Großraum Berlin-Potsdam ist mittlerweile übersättigt“

Diese besondere Art, dem Alltag in die Natur zu entfliehen, nutzen dem Geschäftsführer zufolge immer mehr Menschen. Bis zu 6.000 Buchungen gingen jedes Jahr ein. Und wie Sarah Engel plant auch Ole Bemmann eine Erweiterung seines Angebots und der Flotte.

„Der Großraum Berlin-Potsdam ist mittlerweile übersättigt“, sagt er. Deshalb sollten nun strukturschwächere Regionen erschlossen werden. So plane er eine weitere Charterstation am Finow-Kanal. Auch die Alte Oder biete ein herrliches Revier für Naturfreunde auf dem Wasser.

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Von MAZonline/dpa

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