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Brandenburg Weiterbildung für Pfleger und Schwestern: Land zieht positive Bilanz
Brandenburg Weiterbildung für Pfleger und Schwestern: Land zieht positive Bilanz
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00:24 05.09.2018
Patient redet mit Arzthelferin an der Rezeption beim Ausfüllen eines Formulars Quelle: Archiv
Potsdam

Die Landesregierung hat eine positive Zwischenbilanz ihres medizinischen Versorgungsprogramms „Agnes Zwei“ gezogen. Der Name steht für die 2012 zunächst in Brandenburg versuchsweise eingeführte Tätigkeit der sogenannten „Fallmanager in der ambulanten medizinischen Versorgung“.

Die Fortbildung für Schwestern, Pfleger und Ärzte unterstütze die medizinische Versorgung in Brandenburg ganz wesentlich, antwortet das Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der MAZ. „Die ,Agnes-Zwei’-Fachkräfte können besonders im ländlichen Raum Ärztinnen und Ärzte von bürokratischen und weiteren Aufgaben entlasten“, so Sprecher Gabriel Hesse.

DEFA-Film stand Pate

Seit dem Start der Ausbildung 2012 wurden 140 Fachkräfte nach dem Modell „Agnes Zwei“ ausgebildet. Anders als beim Vorgängerprojekt Agnes, bei dem die auf einer Schwalbe zu Patienten fahrende Figur der Schwester Agnes aus dem gleichnamigen DEFA-Fernsehfilm Pate stand, geht es bei Agnes Zwei weniger um die Patientenbesuche selbst.

Die nach „Agnes Zwei“ ausgebildeten Fallmanager betreuen zwar auch Patienten vor Ort, arbeiten aber vornehmlich im Büro, wo sie Pläne für die Versorgung schwieriger Patienten oder Patientengruppen ausarbeiten.

Vorbild DEFA-Fernsehfilm: Agnes Kraus in der Rolle der Schwester Agnes als Gemeindeschwester, die sich nicht nur um ihre Patienten kümmert. Sie mischt sich auch in die Gemeindepolitik ein. Quelle: rbb Presse & Information

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Sylvia Lehmann teilt Ex-Gesundheitsministerin Diana Golze mit, dass allein im ländlichen Raum des Kreises Märkisch-Oderland schon 16 „Agnes-Zwei“-Kräfte tätig seien. Insgesamt sind in Brandenburg 103 Fallmanager für insgesamt 3500 Patienten im Einsatz.

Bei einer Umfrage unter Patienten, welche die AOK Nordost nach Einführung der neuen Versorgungsart durchgeführt hatte, sagten von 120 der meist hochbetagten Patientinnen und Patienten 78, dass sie von der Betreuung durch einen Fallmanager den größtmöglichen Nutzen hätten. „Lediglich vier Prozent gaben an, dass die „Agnes-Zwei“-Fachkraft für sie ohne Nutzen wäre“, so Golze in ihrer Antwort.

Ärzte loben die Unterstützung

Auch von Seiten der Ärzte wird das Modell gelobt. „Es ist ein Mehrwert, den ich nicht missen möchte“, sagt der Allgemeinmediziner Stefan Roßbach-Kurschat. Zusammen mit zwei weiteren Ärzten betreibt er eine Gemeinschaftspraxis in Nauen (Havelland). „Es ist eine klassische Landarztpraxis“, sagt Roßbach-Kurschat. Er und seine beiden Kollegen haben es im Quartal mit rund 2000, oft sehr alten Patienten zu tun.

Die zur Fallmanagerin ausgebildete Krankenschwester der Gemeinschaftspraxis mache seit 2014 Patientenbesuche und kläre wichtige verwaltungstechnische Fragen ab, etwa wenn es um Patientendaten nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus oder um die Medikamentation der Patienten gehe.

„Sie ist eine eigenständige Schnittstelle zwischen Arzt und Patient“, sagt Roßbach-Kurschat. Die Fallmanagerin helfe bei der Behandlungsplanung und erledige auch wichtige Verwaltungsarbeit. Zum Beispiel helfe sie Patienten beim Beantragen von Pflege und bei der Feststellung des Pflegegrads. „Eben alles, was der Arzt sonst nach 19 Uhr machen muss“, so Roßbach-Kurschat.

Nicht alle Kassen machen mit

Dank der Organisationsarbeit der Fallmanager hätten Ärzte wie er wieder viel mehr Zeit für die eigentlichen Patientengespräche. Der Nauener Allgemeinmediziner hält es deshalb für geboten, dass nicht nur wie bisher Versicherte der AOK, der Barmer und der Techniker Krankenkasse die Leistungen einer Agnes-Zwei-Fachkraft in Anspruch nehmen können.

Andere märkische Ärzte stimmen zu. Bei einer Befragung seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin-Brandenburg (KVBB) vom Februar 2017 hatten von den 26 befragten Ärzten 20 angegeben, wieder mehr Zeit für ihre Patienten zu haben. Sie erreichten auch schnellere Behandlungsergebnisse, weil von „Agnes-Zwei“-Fallmanager betreute Patienten eher den Behandlungsplänen folgten. 16 Ärzte fanden das Modell daher gut. Für die 28 befragten Agnes-Zwei-Fachkräfte selbst galt das sowieso. Sie waren alle zumindest zufrieden, oft sogar sehr zufrieden mit ihrer Tätigkeit.

Seit 2017 werden „Agnes-Zwei“-Fachkräfte für das gesamte Bundesgebiet von der Landesärztekammer Brandenburg ausgebildet. Darin sieht die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg den besten Beleg für den Erfolg des Projekts: „Die Bundesärztekammer hat unser Curriculum übernommen“, sagt Sprecher Christian Wehry. Was 2012 als Modellprojekt in Brandenburg begonnen habe, „ist damit zur bundesweiten Regelversorgung geworden“.

Im vergangenen Jahr besuchten 13 Teilnehmer den Kurs „Fallmanagement in der ambulanten medizinischen Versorgung“. Dieses Jahr sind in der halbjährlichen Fortbildung am Standort Potsdam elf Teilnehmer eingeschrieben.

Von Rüdiger Braun

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