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Brandenburg Weitere Warnstreiks im Einzelhandel möglich: Auch zweite Tarifrunde endet ohne Ergebnis
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Weitere Warnstreiks im Einzelhandel möglich: Auch zweite Tarifrunde ohne Ergebnis

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19:05 30.07.2021
Streikende aus Berliner und Brandenburger Einzelhandelsunternehmen halten auf dem Breitscheidplatz ein Transparent mit der Aufschrift "Rewe Besser leben. Wir aber auch".
Streikende aus Berliner und Brandenburger Einzelhandelsunternehmen halten auf dem Breitscheidplatz ein Transparent mit der Aufschrift "Rewe Besser leben. Wir aber auch". Quelle: Jörg Carstensen/dpa
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Potsdam/Berlin

Kundinnen und Kunden müssen mit weiteren Warnstreiks im Berliner und Brandenburger Einzelhandel rechnen. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen ist am Freitag ohne Ergebnis beendet worden.

„Von Respekt und Wertschätzung für die hervorragende und systemrelevante Arbeit der Einzelhandelsbeschäftigten war heute nichts zu spüren“, teilte Conny Weißbach mit, die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Verdi. Das Angebot der Arbeitgeber bedeute „bei einer Teuerungsrate von derzeit mehr als 3 Prozent Reallohnverluste“. Die Beschäftigten seien stinksauer und hochmotiviert, vor der nächsten Verhandlung am 16. September wieder die Arbeit niederzulegen.

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Handelsverband rechnet nicht mit schneller Einigung

Die Arbeitgeber hatten am Freitag angeboten, die Einkommen um zwei Prozent zu erhöhen. Bei Händlern, die in der Corona-Krise schließen mussten, sollte das aber erst acht Monate später als bei den übrigen gelten, im Mai 2022. „Wir müssen da differenzieren, denn es gibt Unternehmen, die extrem von der Pandemie getroffen wurden, wohingegen andere gut aus der Krise gekommen sind“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Aus Sicht von Verdi wäre diese Differenzierung ein Bruch mit dem Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

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Bereits die erste Tarifrunde vor fünf Wochen war ohne Ergebnis geblieben. Es folgten Warnstreiks Anfang und Ende Juli. Die Arbeitgeberseite kritisierten damals die Aktionen zu diesem frühen Zeitpunkt.

Verdi verlangt 4,5 Prozent mehr Geld

Verdi verlangt 4,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten, außerdem 45 Euro zusätzlich pro Monat. In der Branche soll außerdem ein Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde gelten. Verhandelt wird laut Verdi für rund 220.000 Beschäftigte in beiden Ländern, in Berlin 141.000 und in Brandenburg 78.000 Beschäftigte tätig. Davon arbeiten 60 beziehungsweise 65 Prozent in Teilzeit.

Von RND/dpa