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Brandenburg Werder bangt um die Baumblüte
Brandenburg Werder bangt um die Baumblüte
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10:34 07.04.2014
Quelle: Bernd Gartenschläger
Werder/Havel

Der warme Frühlingsbeginn ist alles andere als optimal für das 135. Baumblütenfest in Werder (Potsdam-Mittelmark). Es wird bei dem Fest in diesem Jahr voraussichtlich keine blühende Pracht mehr geben. „Das Wetter ist zu schön, die ersten Pfirsich- und Aprikosenbäume zeigen schon ihre Blüten“, sagte Stefan Lindicke, Geschäftsführer des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins, auf Anfrage.

Obstwein gibt es genug auf dem Baumblütenfest. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das traditionsreiche Fest läuft vom 26. April bis 4. Mai. Zehntausende Besucher kommen in jedem Jahr aus der gesamten Region, um sich an den blühenden Obstbäumen zu erfreuen. Viele zieht es aber vor allem wegen des süffigen Obstweines in die Havelstadt, dessen Wirkung nicht unterschätzt werden sollte. Angeboten werden vor allem Kirsch- und Erdbeerweine, Getränke aus Schwarzen Johannisbeeren, Rhabarber oder Holunderblüten. „Wein ist ausreichend vorhanden“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Walter Kassin.

» Das Wetter der kommenden Tage

Wenn die Temperaturen weiter so hoch bleiben, dann werden die Blüten fehlen, wie Lindicke sagte. „Bei etwas Glück sind sie in drei Wochen noch bei Sauerkirschen und Äpfeln zu sehen.“ Im Vorjahr konnten sich die Obstbauern zunächst über eine tolle Blütenpracht freuen. Im Mai dann war es zu nass. Bereits angesetzte Früchte verfaulten. Verluste bei der geernteten Menge ließen sich durch höhere Verkaufserlöse wettmachen, sagte er.

Obstanbau in Werder

  • 20 Betriebe gehören dem Obst- und Gartenbauverein Werder (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark an. Sie züchten Pflanzen, bauen Obst und Gemüse an und verarbeiten die Produkte auch weiter.
  • 980 Hektar werden von den Betrieben insgesamt bewirtschaftet.
  • 186 Hektar von der gesamten Anbaufläche sind den Apfelbäumen vorbehalten. Kultiviert werden zudem Süßkirschen, Pflaumen sowie Erdbeeren.
  • 360 Saisonkräfte sowie rund 70 feste Mitarbeiter sind in den Betrieben während der Ernte insgesamt beschäftigt.
  • 1878 war das Gründungsjahr des Obstbau-Vereins Werder (Havel). Den Gründern ging es um eine einheitliche Werbung, bessere Anbaumethoden und eine gründliche Aus- und Weiterbildung.
  • Nur ein Jahr nach der Vereinsgründung, also 1879, wurde bereits das erste Baumblütenfest in Werder organisiert.

Zum Ärger von Landwirten wie Förstern sorgen der milde Winter und der Frühstart der Vegetation aus Sicht des Naturschutzbundes (Nabu) dafür, dass sich bestimmte Tierarten verstärkt vermehren. Als ein Beispiel dafür nannte Nabu-Zoologe Julian Heiermann Borkenkäfer, die vor allem der Forstwirtschaft Sorgen bereiten. Die Käfer könnten in diesem Jahr viel früher aktiv werden als beispielsweise im Vorjahr, als noch zu Ostern Minusgrade herrschten, erklärte Heiermann.

„Bei frühem Vegetationsbeginn und einem langen, warmen Herbst schafft es der Borkenkäfer sogar, sich nicht nur zweimal, sondern dreimal im Jahr zu vermehren – entsprechend groß und problematisch werden die Populationen“, sagt der Templiner Stadtförster Jürgen Schuppelius. Borkenkäfer bohren sich durch Baumrinden und vermehren sich dort. Mit ihren Fraßmustern zerstören sie Nährstoffleitbahnen der Bäume. Bei starkem Befall können Bäume absterben.

Auch Landwirte könnten bei der Ernte Heiermann zufolge negative Folgen spüren. „In kalten Wintern müssen Feldmäuse normalerweise ums Überleben kämpfen“, erklärte der Zoologe. In dieser Saison aber sei die Nahrungssuche relativ einfach gewesen, sagte der Nabu-Experte mit Blick auf die Nager, die keinen Winterschlaf halten und sich gern von Nutzpflanzen ernähren. Nach dem milden Winter sei der Bestand der Wühlmäuse daher nicht so dezimiert wie in kälteren Jahren.

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dpa

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